Wie kann man sich auch als arme Jugendliche sein Austauschjahr finanzieren?

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8 Antworten

Oh je, die Arme!

Zuerst einmal: Noch nicht die Hoffnung aufgeben!!! Ich weiß solche Aufenthalte sind furchtbar teuer, aber mit den tollen Ideen hier vom Forum und noch ein paar weiteren kriegt man das hin:

Kosten schwanken zwischen 4000€ für Osteuropa Programme bis hin zu 9000€ für Australien, etc. Also wie schon gesagt, warum nicht nach Osteuropa. Da kann man dann aktiv am Zusammenwachsen der EuropäerInnen mitwirken!

Aber man kommt schon an einiges Geld:

YFU und AFS geben Teil- bis hin zu Vollstipendien. Leider haben die beiden Vereine, da sie ja nicht Profitorientiert sind nicht genügend Geld, um wirklich allen Bedürftigen das nötige Geld zu geben. Darum konnten sie deiner Freundin wohl leider keines geben. Aber es gibt weitere Möglichkeiten.

Das SchülerBafög unterstützt dich mit bis zu 6000€! Und das muss nicht zurückbezahlt werden. Also unbedingt sofort den Bafög Antrag abschicken.

Außerdem läuft ja auch das Kindergeld über das Jahr hinweg weiter. Das sind mindestens 184€ im Monat * 10 Monate = 1840€!

Jetzt geht es ans Ersparte ;-) Vielleicht hat diene Freundin schon selbst etwas zusammengespart und die Eltern können hoffentlich neben dem Kindergeld noch etwas oben drauf legen. Ein Kind kostet im Durchschnitt 550€ im Monat. Sagen wir die Eltern sind sparsam, dann brauchen sie aber immer noch knappe 400€ im Monat. Also sollten die Eltern mindestens zusätzlich zum Kindergeld 200€ pro Monat * 10 Monate = 2000€ hinzugeben können. Auch hoffe ich, dass deine Freundin ein bisschen selbst gespart hat, rechnen wir nochmal 500€.

Wenn also aus welchen Gründen auch immer Stipendium und Bafög komplett abgelehnt wurden, sind wir schon bei 1840+2000+500 = 4340€. Osteuropa ist also schon drinnen ;-) Soll es doch bspw in die Staaten gehen kann man auch noch weiter sammeln:

Zum Beispiel beim Elternbeirat der Schule und Landeselternbeirat.

Außerdem lohnt es sich einen Förderkreis aufzubauen. Wenn du 30 Leute findest, die jeweils 10€ geben hast du schon wieder 300€. Außerdem kannst du deine Familie und Bekannte bitten dir zum Geburtstag und Weihnachten nichts zu schenken und lieber das Geld zum Austauschjahr zu stecken. Sind nochmal 200€ Geburtstag und 200€ Weihnachten.

Dann geht's ans Jobben. Wenn deine Freundin jetzt erst anfängt ist es natürlich sehr knapp... Aber Zeitungsartikel übers Austauschjahr schreiben, Nachhilfe geben, Babysitten, Kellnern, Zeitung austragen und so weiter kann man schon als Jugendliche.


Sollte es nach all diesen Dingen immer noch nicht klappen, dann solltest du immer noch nicht aufgeben. Ich arbeite nämlich für eine ehrenamtliche Austauschorganisation. Dort hatten wir eine sehr motivierte Schülerin vor zwei Jahren, die in der gleichen Situation war. Aber als es dann klar wurde, dass sie nicht genug Geld zusammen bekäme hat sie gleich angefangen sich für das nächste Jahr nochmal zu bewerben. Wenn du ein Jahr lang, jeden Monat 70€ zurücklegst (Taschengeld nicht mehr ausgeben, anstatt Geschenken lieber Geld fürs Austauschjahr, Nachhilfe geben, Babysitten, sparsamer leben, mit den Eltern sprechen, ob sie helfen können), dann hast du in einem Jahr locker genug Geld um in jedes Land deiner Wahl zu fahren.

Und übrigens diese besagte Schülerin befindet sich genau in diesem Moment (zwar ein Jahr später) aber auch ein Jahr reifer und viel dankbarer in den USA für ihr Austauschjahr und sie hat die Zeit ihres Lebens.

Viel Glück und bitte, bitte nicht verzagen!

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4000€ sind viel Geld. Allerdings denke ich das man das als Schüler schaffen kann wenn man früh genug anfägt. Ich selbst bin Student und wohne noch zuhause. Jedes Jahr gehe ich arbeiten um mir meinen Sommerurlaub von mehreren Monaten zu finanzieren. Das Geld hab ich dann meist in 4-5 Monaten zusammen (so 2000€). Hätte ich neben meinem Studium mehr Zeit wäre das auch mehr. Man sollte nur früh genug damit anfangen

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Roetli 25.04.2012, 16:03

Da bräuchte sie also unter Deinen Bedingungen etwa 9 Monate, um die verbleibende zweite Hälfte des Betrages zu "erarbeiten" - das ist eindeutig zu kurz bis zum Schuljahresbeginn!

Denn, daß Schüler mehr Zeit zum Arbeiten hätten, als Du als Student, war wohl von Dir nicht gemeint, oder doch???

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Hallo, erst einmal toll, dass Du Deine Freundin so unterstützt!

Also 4000€ sind eine ganze Stange Geld, aber es ist nicht unmöglich, das Geld aufzutreiben:

  • es gibt eine Plattform wo "Gönner" an Leute vermittelt werden, die sich Schüleraustausch nicht leisten können. Das ist unabhängig von Schulnoten/kreativen Fähigkeiten. Ich glaube das heißt Exchangeyear oder so ähnlich
  • alle Geburtstage, Weihnachten, Ostern, was auch immer - keine Geschenke mehr sondern immer nur Geld wünschen, immer und immer wieder.
  • Job suchen: Nachhilfe, Zeitung austragen, Babysitten, Hund ausführen, Tier-Urlaubsbetreuung, beim Nachbarn Zaun streichen...
  • Taschengeld möglichst komplett sparen
  • Auslands-Bafög
  • im absoluten Notfall könnten die Eltern einen Kredit aufnehmen bzw. man fragt jemanden, ob er das Geld leihen kann. Mache ich aber nicht gern, da man dann absolut sicher sein muss, das Geld bald zurückzahlen zu können.
  • ...

Deine Freundin sollte jeden Cent nehmen, der greifbar ist. Es ist ein hartes Stück Arbeit aber es ist schaffbar. Wichtig ist, dass sie die Hoffnung niemals aufgibt.

Wo ein Wille, da ein Weg! :)

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Deine Freundin soll sich auch einmal an den Elternbeirat der Schule oder evtl. den Landeselternbeirat wenden. Manchmal haben die für Notfälle 'Töpfe', aus denen Zuschüsse möglich wären! Auch der/die Vertrauenslehrer/in der bisheringe Schule könnte um Rat gefragt werden!

Es kommt auch ein wenig an, wo sie den Austausch machen möchte - in manchen Ländern ist es möglich, daß sich Schüler ein wenig 'Taschengeld' dazu verdienen dürfen.

Ansonsten kann ich nur Endless beipflichten - das Jahr für bessere Noten nutzen (und ein wenig jobben nebenbei, wenn möglich) und es nächstes Jahr nochmal probieren!

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Hmm, Eltern? Kredit? Jobben? Mehr fällt mir gerade nicht ein.

Das ist bedauerlich, aber (ohne zu wissen, wie alt deine Freundin ist) 4000 Euro sind eben kein Pappenstiel, auch wenn es auf ein Jahr umgerechnet nicht die Welt ist.

Im nächsten Jahr mit besseren Noten nochmal probieren? (Du schreibst ja nicht, um was es genau geht, Schule, Studium??). Aber wenn das Geld nicht da ist, geht es eben nicht., so traurig das sein mag.

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Deine beste Freundin kann sich auch mal darüber schlau machen was ein Austauschjahr in ein anderes Land kostet. Es gibt viele Länder in denen es nicht so teuer ist wie es beistpielsweise die "begehrten" USA sind.

Eine wirklich gute Organisation vermittelt annähernd weltweit und hat auch meist Möglichkeiten über einen Förderprogramm auf Teilstipendien für Schüler aus nicht so begüterten Familien (auf Antrag). Osteuropäische Staaten sind auch ohne Stipendium gar nicht so teuer. Im Endeffekt ist es ja eigentlich egal, in welchem Land man ein Austauschjahr verbringt. Das wichtigste sind die Erfahrungen, die man in einem fremden Kulturkreis macht und wie man daran wächst.

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Roetli 26.04.2012, 00:03

4000€ für ein Jahr hören sich eigentlich nicht nach USA an...

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tomatenprofi 26.04.2012, 11:23
@Roetli

DieFreche schrieb "verbleibende 4000 €". Also gehe ich davon aus, dass sie eine Summe X (die ihr schon zur Verfügung stehen) schon vom Preis abgezogen hat. Roetli, ich weiß ja nicht, ob der beabsichtigte Aufenthalt wirklich in die USA gehen soll - ich hatte dies nur als ein Beispiel genannt.

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Hallo,

da gibt es schon einige Möglichkeiten. Viele Austauschorganisationen geben hierüber auch eigens auf Veranstaltungen u.ä. Informationen raus. Hier ist eine kleine Auflistung von Veranstalungen, die demnächst stattfinden werden: http://www.schueleraustausch.net/infos-sammeln/stipendien

Ich hoffe, das hilft! Heinke

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Hallo,

wenn Du bereit bist, dich im Rahmen eines Auslandsjahres zu engagieren und an Projekten in Entwicklungsländern mitzuarbeiten, dann sehe ich kein Problem.

Weltwärts, die Organisation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit übernimmt alle wesentlichen Kosten und zahlt sogar ein Taschengeld: http://www.weltwaerts.de/weltwaertsGehen/kosten/index.html

Allerdings wird auch im Vorfeld ein deutliches Engagement erwartet, es ist also keine Frage des Geldes, sondern vor allem des Einsatzes.

Ist allerdings eine Sache für die Zeit nach der Schule- das ist aber auch eine Perspektive.

LG

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