Mit dem Fahrrad das Mittelmeer umrunden?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Mhmm, so lieb, wie sich da einige Staaten haben, würde ichs eher mit einem Tretboot versuchen, da könnte man vielleicht einige klifflige Grenzsituationen umschiffen.

Ansonsten: Fang in Gibraltar an und fahr im Uhrzeigersinn, bis Du in der Türkei bist, hat sich vielleicht schon manches geändert.

Und nu mal im Ernst: Die Nordhälfte (Gibraltar bis Dardanellen) ist an sich unproblematisch. Dicht genug besiedelt, dass überall Infrastruktur ist, politisch stabil. Und gefühlt für ein Jahr schon ausreichend (allein Italien hat über 7000 Kilometer Küstenlänge).

Die Südhälfte wird problematisch. Syrien ist No Go derzeit, Libanon - Israel geht nicht zu passieren, Israel - Gazastreifen - Ägypten auch nicht (müsstest den Sinai umfahren, das sollte gehen). Libyen ist mindestens schwierig, hinzu kommt das Gezicke mit israelischen Visa (wobei zwei Pässe für so eine Tour wahrscheinlich eines der geringeren Probleme wären).

Hinzu kommt, die nordafrikanische Küste ist weitgehend Wüste, kaum besiedelt, kaum befestigte Strassen, da macht Fahrrad fahren nicht wirklich Freude. Und Wasservorräte für die nächsten fünf Tage hucken auch nicht (wie das Wasser nach vier Tagen schmeckt, mal aussen vor). Da wäre die Reise schon ohne Fahrrad anspruchsvoll genug, das fahrrad nur eine Belastung, nutzen kannst Du es kaum.

Israel- Sinai geht natürlich!!! Dennoch bleibe ich bei meiner Empfehlung, Nordafrika und Nahen Osten in diesem Falle zu meiden oder sich auch auf (Über-)Flüge einzustellen...

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@tauss

Zustimmung. Für die paar Kilometer Tunesien und Marooko lohnt die Südkurve nicht.

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Hinzu kommt, die nordafrikanische Küste ist weitgehend Wüste,

Widerspruch. Es gibt zwar durchaus längere Abschnitte, die ziemlich wüst aussehen, aber längst nicht "weitgehend". Und: ich kenne viele Menschen, die sind wahre Wüstenfans.

kaum besiedelt,

Ebenfalls Widerspruch. Kaum besiedelt ist es, wenn man die Gegend mit dem Ruhrgebiet vergleicht. Lediglich die große Sirte hat größere Lücken in der Besiedelung, aber ansonsten kommen in angenehmen Abständen Ortschaften und Städte.

kaum befestigte Strassen,

Wie kommst Du auf "kaum befestigte Straßen". Zugegeben, ich bin noch nicht ganz rum gefahren, aber überall, wo ich war, waren mehr oder weniger schöne Asphaltstraßen. Sinai kenne ich nicht, aber auch da denke ich, sind es keine Schotterwege. Er will ums Mittelmeer fahren, nicht quer durch die Sahara.

da macht Fahrrad fahren nicht wirklich Freude.

Fahrrad-Enthusiasten sind da anderer Meinung ;-) Sandverwehungen können den Spaß beeinflussen.

Und Wasservorräte für die nächsten fünf Tage hucken auch nicht

Muss man auch nicht. Es gibt in Radelentfernung Ortschaften, in Libyen zudem ein brauchbar enges Netz an Tankstellen.

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Unter "Umrundung" verstehe ich eine "Komplettumrundung" mit allen Anliegerstaaten. Und da scheiterst Du derzeit in an Syrien, Libyen und je nach Entwicklung ggf. an Algerien. Da nicht absehbar ist, wie sich die Bürgerkriege und der arabische Frühling entwickeln, würde iICH mich also auf den europäischen Teil einschl. Türkei beschränken und ggf. via Schwarzes Meer zurück. Auch die Einreiseprobleme Israel verändern sich ständig. Mir erschiene eine Tour Mittelmeer - Schwarzes Meer ohnehin lukrativer und in diesem Zeitraum machbar. Allein mit dem italienischen Stiefel wärst Du ja gut beschäftigt;)

Solltest Du Nordafrika unbedingt einplanen wollen, wäre natürlich eine sehr gründliche Vorbereitung unter Verwendung der Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und jeweiliger konsularischer Vertretungen notwendig. Hier ergibt sich aber sicher die Notwendigkeit, das eine oder andere genannte Land aus Sicherheitsgründen komplett zu überFLIEGEN und auszusparen. Denn mit der Bahn kommst Du da auch nicht weiter.

Viel Spaß bei Deinem Vorhaben und der weiteren Planung.