Mark Twain: Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht.....

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Liebe/r polarfuchs,

als alter (Polar-) Fuchs auf reisefrage.net kennst Du Dich mit der Plattform sehr gut aus.

Deine Frage ist fraglos sehr interessant und hat ja auch schon zu lesenswerten Beiträgen geführt.

Leider ist eine Suche nach einem Rat, der nach Tipps oder praktischen und nützlichen Hinweisen sucht, nicht deutlich hervorgestellt, auch wenn Du nach Erfahrungswerten fragst. Du kannst sicher nachvollziehen, dass eine Lesart als Eröffnung einer Diskussionsrunde auch möglich ist. Hierauf wollte ich nur mal kurz hinweisen. :-)

Herzliche Grüße,

Jan vom reisefrage.net-Support

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also ist habe diese Erfahrung schon des Öfteren gemacht. Ich bin schon mit einigen Freunden in Urlaub gewesen (auch "nur" Bekannten). Man kann sich noch so gut kennen - im Urlaub ist es anders. Manche verhalten sich viel positiver, anderen schlagen zum negativen um. Mir ist aufgefallen, dass dies auch oftmals an den Erwartungen der jeweiligen Person liegt. Manche erwarten wenig und werden dann angenehm überrascht. Andere wiederum legen die Messlatte so hoch an, dass sie zwangsläufig enttäuscht werden müssen. Ich bin mal mit einer guten Freundin zum zelten in Schottland gewesen. Sie hasst Camping - trotzdem habe ich sie überredet. Sie hasst Camping, weil sie es nicht kannte. Dreckige Duschen und Toiletten, das war ihre Vorstellung. Da ich ja schlau bin (danke!), habe ich einen absoluten Top-Campingplatz rausgesucht. Dort gab es richtige Badezimmer, wo man sich einschließen konnte um zu duschen und auch ein Bad zu nehmen. Sie fand es klasse! Die Natur drumherum, trotzdem Luxus. Ich hatte mehrere solche Fälle. Und es gab natürlich auch Leute, die an allem was zu meckern hatten. Da konnte man nichts machen... Gleiche Interessen sind im Urlaub garnicht mal unbedingt ausschlaggebend. Eine gewisse Anpassungsfähigkeit und Offenheit ist viel angemessener. Doch leider haben diese Gabe nicht alle. Man muss ja auch bedenken, dass man im Urlaub quasi 24 Stunden täglich zusammen gluckt. Sicher, man kann sich auch mal trennen - doch entspricht das nicht unbedingt der Auffassung eines gemeinsamen Urlaubs.

Ganz konkret ist mal eine Reisebegleiter am dritten Tag wortlos gegangen, ein anderer wurde meine bester und lebenslanger Freund. Eine Reise, besonders eine anstrengende, zeigt einen Menschen schnell, wie er wirklich ist. Das kann positiv und negativ sein...

In Mark Twains Aussage steckt sicherlich ein Körnchen Wahrheit, denn ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen auf Reisen anders verhalten bzw. man sie da erst richtig kennenlernt. Wir waren vor 5 Jahren mit guten Freunden in Irland und da gab es auch einige Auseinandersetzungen betreffs Macken die man am anderen nicht kannte. Man steckt im normalen Alltag einfach nicht 24 Stunden mit jemanden zusammen, kennt daher nicht jede kleine Angewohnheit, sondern eigentlich mehr das Sonntags- oder Ausgehgesicht des anderen. Klar teilt man die ein oder anderen Sorgen, aber man kennt sich eben nicht rund um die Uhr. Wir haben zwar auf dieser Reise versucht uns Freiräume zu lassen (jedes Pärchen hatte einen eigenen Mietwagen und machte zum Teil eigene Ausflüge), aber nach 2 Wochen waren wir froh, als wir wieder auseinandergingen. Und seither ist die Freundschaft extrem abgeflaut, eigentlich kaum mehr da. Vielleicht hat man sich auf der Reise einfach "zu gut" kennengelernt...

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