teilstorno durch mitreisenden

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2 Antworten

Habe gerade noch etwas gefunden: "Bucher haftet nicht für Mitreisende: OLG Frankfurt 16 U 167/03 III Das OLG Frankfurt hat mit Urteil vom 24.05.2004 entschieden, dass bei einer Gruppenreise der die Reise Buchende nicht für Zahlungsausfälle bei seinen Mitreisenden haftet. Vertragspartner des Reiseveranstalters seien die einzelnen Teilnehmer. Eine Ausnahme gelte nur bei der Buchung einer Reise für die eigene Familie (Az: 16 U 167/03 III)."

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gargamel111 08.05.2012, 21:26

Das ist ein Urteil und schon ein paar Jahre her. Ein anderes Gericht kann durchaus zu einer anderen Meinung kommen. Klar, darauf kann man bauen, aber wer sagt, ob der Reiseveranstalter Dich überhaupt mitnimmt, wenn die Reise nicht bezahlt ist? Und: Neuere Verträge (Reiserolf, wo bist Du, wenn man Dich braucht!?) suchen sich eben explizit EINEN Vertragspartner, der das idR auch unterschreibt.

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hallo, Rechtsberatung ist aus der Ferne immer schwer und außerdem verboten ;-)

Tipps vom Nichtanwalt. Das beide auf der Buchungsbestätigung unterschrieben haben, ist ungewöhnlich, aber für den, der reisen will, schon mal ein kleiner Vorteil.

Bei Pauschalreisen nehmen sich die Reisebüros immer einen, der die Reise bucht. Der/die anderen sind "nur" Mitreisende. Damit hat das Büro nur einen Ansprechpartner - und der muss auch "den Kopf hinhalten. - Reiserolf korrigiert mich, wenn ich das falsch erklärt bekommen habe ;-)

Kann der Mitreisende einfach stornieren? Ohne meine Zustimmung?

Stornieren kann auch nur der, der gebucht hat. Gegenüber dem Veranstalter/Reisebüro ist er alleine verantwortlich. Springt der Partner ab, dann ist das eine Sache, die die beiden unter sich ausmachen müssen.

aber der Mitreisende trägt die Schuld bzw. hat dies herbeigeführt

Eine Schuldfrage ist schwer zu klären (ich tippe mal, dass Ihr ein Paar wart, das sich getrennt hat).

und will sich nicht an den gemeinsam eingegangenen Vertrag halten

Das ist schlecht für ihn. Allerdings ist dieser "Vertrag" zunächst einmal sicher mündlich geschlossen, das ist also eine Sache der Beweisbarkeit. Gut allerdings, wie schon gesagt, die Unterschrift auf der Bestätigung. Damit kann er/sie/es sich nicht rausreden, gar nichts von einem Urlaub zu wissen.

Es gibt keine RR-Versicherung! -

Die würde in dem Fall eh nicht einspringen.

Oder darf der Reiseveranstalter nicht mehr für ein EZ nun nehmen

Ich verstehe den Satz nicht. Aber: Der Rücktretende wird nicht mehr Kosten "übernehmen" müssen als für seinen Rücktritt zu verantworten sind. Das wären in dem Fall die Stornokosten. Das Einzelzimmer muss er dem Übriggebliebenen sicher nicht ersetzen, er ist nicht für dessen Wohl im Urlaub zuständig.

Muss sich der Hauptreisende nun einen Anwaltt nehmen

Nicht zwangsweise. Wenn das Reisebüro mit den Forderungen der Stornokosten an einen herantritt, kann man dem Nichtmitreisenden durchaus eine Rechnung schreiben. Sollte er darauf nicht reagieren, geht es seinen normalen Gang (evtl. mahnen oder gleich Mahnbescheid). Wenn ein Widerspruch erfolgt, dann kann man sich überlegen, ob man die Sache vor Gericht gibt. (Hier und auf hoher See ist man sprichwörtlich in Gottes Hand, wie es also ausgeht, kann KEINER vorher sagen.)

udn wer trägt die Kosten (es besteht keine Rechtsschutzversicherung)

Der, der letztlich vor Gericht verliert.

Wie sind die Chancen?

Nicht schlecht. Aber ob es sich lohnt, ist eine andere Sache.

Bitte keine Spekulationen! Nur Fakten

Dazu müssten von Dir mehr Fakten kommen (Wer ist Vertragspartner?). Und: Rechtsverbindliche Auskünfte kann nur ein Anwalt geben.

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