Reiseleiter !!!

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Lena vom reisefrage.net-Support

5 Antworten

Hallo, ich bin seit zwei Jahren Reiseleiterin bei einem kleinem Veranstalter. Wenn du nicht für einen Spezialveranstalter wie Studienreisen arbeitet, braucht man keine Ausbildung. Nur wenige Kollegen von den verschiedenen Veranstaltern haben spezielle Kenntnisse. Viele haben vorher in Reisebüros gearbeitet oder haben Toursimus studiert, ich z. B. habe vorher nicht viel mit Tourismus zu tun gehabt. Du solltest gerne reisen und keinen Heimweh haben. Du kannst dich direkt bei den Veranstaltern wie Neckermann, TUI, Thomas Cook, REWE Touristik, FTI, alltours usw. bewerben. Das sind nur die großen. Jetzt werden Leute für Sommer 2012 gesucht. Der Job ist sehr vielseitig, du kannst in die grossen Touristengebiete wie auf Mallorca, wo du dann 10 bis 15 Flüge pro Tag hast, aber du kannst auch für Veranstalter in kleinen Zielen arbeiten, wo du vielleicht mal nur 50 Leute pro Woche bekommst. Aufgaben: Abholung der Gäste vom Flughafen, Busansprache mit Erklärungen der Gegend, am nächsten Tag Informationen über das Zielgebiet vermitteln (da könnne 100 Leute vor dir sitzen oder nur einer), Ausflüge und Mietwagen anbieten (dei den großen Veranstaltern hat das schon den Charakter einer Verkaufsveranstaltung, teilweise wird man richtig aufs Verkaufen trainiert, ist aber nicht bei allen so), wöchentliche Sprechstunden in den Unterkünften, wo du für Fragen zur Verfügung stehst. Schriftliche Informationen über das Zielgebiet aufschreiben (teilweise sind die unvollständig, bei großen Veranstaltern eher nicht der Fall, da ist alles vorgegeben) diese Infos sind in Mappen, die in den Hotels ausliegen, diese Mappen auf Fordermann halten, Reservierungen mit den Hotels abstimmen Du bist für etwa 5 bis 15 verschiedene Unterkünfte zuständig.

Für den Job wird man meist 1 bis 2 Wochen ins Zielgebiet geschickt damit du dir die Gegend richtig anschauen kannst. Je nach Zielgebiet und Veranstalter kann der Job sehr stressig sein, du arbeitest mal 15 Stunden täglich und kannst jederzeit, auch nachts, angerufen werden. Bei mir kaum passiert, ich hatte auch so wenig Gäste, dass ich viel Freizeit hatte, meine Aufgaben, waren die Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die Ausflüge mitmachen, die Strände zu testen, mich mit Wanderwegen auszukennen, dass ich wirklich gute Tipps gehen kann. ich war auch alleine im Zielgebiet, d. h. ich musste die ganze Büroarbeit machen, heisst Berichte schreiben, Abrechnungen machen, usw. Ich hatte eine super schöne Zeit und auch viel Kontakt zu den anderen Veranstaltern, auch aus anderen Ländern, denn man sitzt manchmal in den gleichen Büros. Bei Veranstaltern die weltweit bzw. auch Winterziele (Schnee oder in Europa z. B. Kanaren) haben, kannst du dann im Winter woanders hin. Wenn man neu ist ist das allerdings nicht gewährleistet. Es gibt auch kleien Veranstalter wo du wochenweise arbeiten kannst. Es gibt auch einige Busreisen, wo du dann im Bus mitfährst. Wenn du Ski fahren kannst, kannst du auch als Ski-Reiseleiter arbeiten, da gehst du dann zusammen mit den Gästen auf die Piste.

Verwechsle den Job nicht als Fremdenführer, wie das hier einige beschreiben, als normaler Reiseleiter begleitet du die Gäste nicht auf Touren und musst ihnen etwas über die Sehenswürdigkeiten beibringen, dies ist ein anderer Job. Es gibt aber wie gesagt auch Veranstalter, da gehst du mit auf Wandertouren oder ähnliches, musst aber nicht geschichtlich ausgebildet sein, dass sind dann Funtouren.

Man muss der Typ dazu sein und wissen, dass man nicht viel verdient. Je nach Veranstalter zwischen 600 und 1000 Euro. bei großen Veranstaltern in Zielen mit vielen Gästen kann da natürlich auch nochmal das gleiche an Provisionen für Autos und Ausflüge dazukommen. Also Vorteil bei großen Zielen, viel Geld und viel Stress und dir wird genau gesagt wie du was zu tun hast, bei kleinen Zielen wenig Geld, aber mehr Zeit und mehr Raum für gestalterische Freiheiten. Je nach Veranstalter bekommst du eine Wohnung alleine gestellt oder du wohnst im Hotel. Ein Auto bekommt man auch meistens. Einfach mal im Internet nach Jobs gucken.

Na, noch Interesse?

Hi, es ist soweit ich weiß, keine geschützte Bezeichnung, also sind es ganz unterschiedliche Personen, die diesen Beruf ergreifen. Es sind sicher viele, die ein Studium absolviert haben, da die Kenntnisse (z.B. bei Archäologie, Geschichte oder Kunstgeschichte) bei Bildungsreisen von Vorteil sind. Denn: es sind nicht alle nett! Du musst recht stressresistent sein und über das genau Bescheid wissen, wovon Du erzählst. Es gibt Lehrgänge, z.B. auch von der IHK, einige kommen auch aus der Tourismusbranche. Bisweilen werden die Stellen über die normalen Suchmaschinen angeboten (monster oder was Du sonst auch benutzt). Du kannst Dich auch direkt bei Institutionen, die Gruppenreisen anbieten, bewerben. Für die EU ist keine Reiseleiterlizenz mehr notwendig. Für Studienreisen (vorzugsweise von Lehrern und Senioren gebucht): Bedenke, dass sich nicht alle berieseln lassen möchten und keine Ahnung von den Themen haben. Ich habe schon sehr oft mit Senioren gearbeitet und teilweise haben die 40-50 Jahre Vorsprung, was die Aneignung von (nützlichem und unnützem) Wissen anbelangt. Zudem sind viele sehr belesen. Wenn Du also damit anfängst, etwas schnell angeeignetes Lehrbuchwissen zu präsentieren, können sie Dich sehr schnell alt aussehen lassen. Bedenke auch bitte, dass diese Gruppe auch außerhalb der eigentlichen Führungen und Touren Zeit mit Dir verbringen möchte, also wenn Du keinen Spass am Zusammensein mit Senioren hast, dann wird das nicht das richtige sein. Zudem bist Du ständiger Ansprechpartner, auch wenn Du ggf. eine Sprechstunde einrichten kannst. Du musst natürlich nicht unbedingt Reiseleiter für Bildungsreisen werden. Es gibt ja auch Reiseleiter für Sport-, Abenteuer-, Single oder wasweißichfür-reisen. Hier gilt: gutes Organisationstalent und Stressresistenz, Du musst improvisieren können und stets freundlich bleiben können. (zu Jugendreisen kann ich nichts sagen). Kenntnisse der Landessprache/Landeskunde sind natürlich auch für alle Reisen erforderlich. Ebenso sollte man einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben.

Sehr gute Antwort!

Ich hasse Reiseleiter, die ihr Wissen aus Büchern oder lang zurückliegenden Studiengängen haben, aber keinerlei aktuelle Entwicklung der bereisten Länder bei ihrer 'Berieselung' berücksichtigen - meist nicht mal können, weil sie nicht wirklich an den Ländern interessiert sind, in die sie 'gereist werden'! Und ich hasse (als sehr engagierte Reiseleiterin) Reisende, die das eben auch angelesene etc. 'Wissen' ständig gegen die aktuellen Erfahrungen und Informationen der Reiseleiterin als "Besserwissen" anbringen möchten/'müssen'!

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DH für diese super Antwort! - LG

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Hallo,

eine echte, einheitliche Ausbildung gibt es nicht. Es werden Lehrgänge und Seminare angeboten, deren Umfang einen Tag bis mehrere Wochen/Monate umfasst.

Es ist, trotz Berufsanerkennungsrichtlinien der EU, eben keine reguläre Berufsausbildung im Sinne des dualen Systems (Angaben für Deutschland) mit Ausbildungsordnung und Kammer.

Der Arbeitsvertrag ist eine Sache zwischen dir und deinem Arbeitgeber, gehe mal von einer befristeten Tätigkeit aus, die dir in der Saison einen Aufwand von 15-20 Stunden/Tag beschert, dich ausserhalb der Saison aber beschäftigungslos dastehen lässt.

Wenn es sich um deine einzige Tätigkeit handelt, dann musst Du damit rechnen, zeitweise von ALGII (Hartz IV) zu leben, Arbeitszeitkonten, die der Saisonbelastung rechnung tragen, gibt es in Deutschland immer noch nicht.

Das geht auch Köchen und anderen Servicekräften in der touristisch geprägten Gastronomie so- nur ein Beispiel.

Der Beruf des Fremdenführers (=Cityguide" etc.) ist noch mal eine andere Sache.

Je nach deinen vorhandenen Qualifikationen würde ich mich bei geeigneten Unternehmen bewerben.

LG

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