Kommt man als Vegetarier in Griechenland gut zurecht?

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Griechenland ist geradezu ein Paradies für Vegetarier. Zu danken ist dies zum einen den strengen Fastenregeln der orthodoxen Religion und zum anderen vergangenen, kärgeren Zeiten. 49 Tage vor Ostern und 40 Tage vor Weihnachten soll fleischlos gelebt werden. Bis in die 70-er Jahre wurde das noch weitgehend befolgt. Fasten heute auch nur noch verhältnismäßig wenige Griechen so streng diese ganze Zeit über, so entstanden doch viele traditionelle, griechische Rezepte als Fastengerichte und sind somit fleischlos. Auch außerhalb der Fastenzeit werden sie gern gegessen, weil sie einfach lecker sind. Griechen essen normalerweise als große Tafelrunde und bestellen für die ganze Tischgesellschaft. Man bestellt Vegetarisches neben Fleisch- und Fischgerichten und probiert dann von allem. Deshalb haben typisch griechische Restaurants auch immer eine reiche Auswahl an fleischlosen Gerichten im Angebot. Leider passen sich Hotels und große Touristenzentren immer mehr dem internationalen Geschmack an und gleichen zuweilen den "Griechischen Restaurants", wie es sie in Deutschland gibt mit ihren Fleischanhäufungen namens "Aphroditeteller", "Mykonosteller" etc. Man muss also eventuell nach etwas traditionelleren Tavernen suchen, um als Vegetarier in den vollen Genuss all der Köstlichkeiten zu kommen, die die echte griechische Küche bietet. Das mag auf Mykonos vielleicht etwas schwerer sein, als auf weniger vom Tourismus geprägten Inseln. Macht doch mal mit der Fähre einen Ausflug nach Tinos oder Naxos. Dort könnt ihr nach Herzenslust vegetarisch schlemmen. Naxos ist auch für seine vielen leckeren Käsesorten beliebt. Außer den bereits vorgeschlagenen vegetarischien Gerichten kann ich noch besonders empfehlen: Imam (= Auberginen-Zwiebel-Gemüse), Briam (Mischgemüse), gefüllte Zucchiniblüten, Dolmades und Lachanodolmades (gefüllte Weinblätter und Krautwickel - bitte dazu sagen "choris kreas" (= ohne Fleisch) und die vielen Gerichte aus Kichererbsen (Revithia) und Linsen (Fakes), z.B. Suppen oder Revithokeftedes (=Kichererbsenbällchen). Ähnliche Bällchen gibt es auch aus Zucchini. Sie heißen dann Kolokithokeftédes. Fava steht meist unter Salaten und ist ein Erbsen- oder Kichererbsenpuree. Dann mal Kali orexi! (= Guten Appetit!)

Tatsächlich ist das griechische Essen fleischlastig, aber auch Vegetarier verhungern nicht. Neben dem klassischen griechischen Salat dürften vor allem die vielen Gemüsevariationen Deine Freundin erfreuen. In traditionellen Lokalen werden übrigens die Gerichte in Reinen ausgestellt, und man sie in Augenschein nehmen und dann wählen. Noch was: Olivenöl sollte Deine Freundin schon mögen...

Ach, diesen Spruch habe ich schon sooooo oft gehört. "Du wirst ja nicht satt! Du verpasst ja die ganze Kultur!" Alles Blödsinn. Es gibt auch in Griechenland ser schöne vegetarische Gerichte (übrigens gibt es auch dort Vegetarier). Wichtig ist nur, dass man ausdrücklich sagt, dass man Vegetarier ist. Denn sonst findet man, wegen Übnersetzungsfehlern doch plötzlich ein paar Fleischstückchen im Salat versteckt oder wird von einer Familie zum Lammdinner eingeladen...

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