Bestätigte Onlinereisebuchung wurde vom Veranstalter wegen Preisfehler ignoriert. Rechtsgültigkeit?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Wenn der RV die Buchung bereits bestätigt hat, ist er normalerweise daran gebunden. Er kann jedoch nach §119 BGB nach ganze wegen Irrtums anfechten (vollkommen unabhängig davon, was in den AGB steht), nach §142 BGB ist der Vertrag in so einem Fall von Anfang an nichtig anzusehen.

Dennoch kann es durchaus eine Schadenersatzpflicht geben. Das Thema ist jedoch leider so komplex und es kommt auf die kleinsten Fakten an, dass dir dabei nur ein Anwalt oder der Verbraucherschutz wirklich helfen kann. Wenn du die Sache weiterbetreiben möchtest, denke aber daran, dass dir bereits durch die Beratung Kosten entstehen, die der RV nur dann ersetzen muss, wenn du tatsächlich mit der Sache durchkommen solltest.

Die Bestätigung habe ich nur vom Reisevermittler bekommen. Es war die TC-Online-Plattform, mit der ich bisher nur gute Erfahrung machte. In den AGB's habe ich keine Hinweise auf Preisirrtum gefunden. Bei der Buchung konnte ich die AGB's des Veranstalters, der mir dann das Gegenangebot wegen PReisfehlers machte, nicht öffnen. Es war Schauinsland Reisen. Der Gesamtpreis der Reise wurde vor Buchung angezeigt, und nach ca. 15 Minuten hatte ich per E-Mail die VERBINDLICHE BUCHUNG.

0
@BENI00

Wie gesagt, die Sache mit dem Irrtum steht schon im BGB und muss in den AGB gar nicht auftauchen.

Aber wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, hast du von Schauinsland gar keine Bestätigung bekommen, sondern vom Online-RSB?!? Und das sind so die Details, die ich meine. Stand da verbindliche Buchungsbestätigung des RV oder Eingangsbestätigung Ihrer verbindlichen Buchung? Auch das würde einen riesen Unterschied machen. Je nach dem, wie die "Bestätigung", die du erhalen hast, formuliert ist, könnte es in der Tat sein, dass noch gar kein verbindlicher Vertrag zustandegekommen war (auch wenn's auf den ersten Blick so aussehen mag).

0
@soedergren

Hallo noch kurze Bemerkung: die Abkürzung "RV" ist hier leider 2-deutig. Sie kann sowohl Reiseveranstalter, als auch Reisevermittler heißen.

0
@BENI00

;-) Ja, ist mir auch gerade so aufgefallen. RV soll Reiseveranstalter sein.

0

Du solltest auf jeden Fall etwas unternehmen ( selbst wenn der Veranstalter eine Preisirrtums Klausel in seinen AGB hat, denn wenn der "Fehler" bei mehreren Angeboten vorkommt, kann es sich auch um einen "bewussten" Fehler handeln ) - denn solche Fälle häufen sich in letzter Zeit ( erst kürzlich hat hier jemand z.B. ein ähnliches Problem gehabt ).

Oftmals handelt es sich nämlich leider schlichtweg auch um Lockvogelangebote etc... Auf der Seite der Wettbewerbszentrale findest Du ein entsprechendes Formular um Deine Beschwerde einzureichen. Die kümmern sich wirklich und zwar prompt! http://www.wettbewerbszentrale.de/de/beschwerdestelle/beschwerdeformular/ .... Du solltest diese Option wirklich nutzen. Es wird Dir aller Wahrscheinlichkeit persönlich jetzt im aktuellen Fall eher weniger bringen aber dem Veranstalter je nach Sachverhalt mitunter eine Abmahnung und eine Ordnungsstrafe.

Zudem würde ich dazu neigen, die Beschwerde bei der Wettbewerbszentrale auch dem Veranstalter mitzuteilen, so dass man dort weiss, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Und es wäre nicht das erste Mal, dass man daraufhin einlenkt ;o)... habe dieses selbst einmal in einem anderen Zusammenhang ( damals ging es nicht um Reisen sondern um regelmässige Lockvogelangebote einer grossen Baumarktkette ) erlebt. Für Dich ist die Beschwerde bei der Wettbewerbszentrale kostenfrei. Je mehr konkrete Unterlagen udn Angaben Du vorlegen kannst, desto besser - anonyme Beschwerden werden nicht bearbeitet. Viel Erfolg!

Klasse Antwort, diese beschreibt genau eine erfolgversprechende Vorgehensweise um berechtigte Beschwerden (nur diese!!) einigermaßen geldwert ausgeglichen zu bekommen. Eine sehr gute Rechtsschutzversicherung ist unabdingbar. MfG

0

Sicher hat Sheridane (kennen wir uns?) nicht ganz unrecht, trotzdem sollte man eigentlich etwas unternehmen. Ich würde mich mal beim nächsten Verbraucherschutz beraten lassen.

Der Reiseveranstalter ist erstmal an den Vertrag gebunden. Er hat natürlich die Möglichkeit, den Vertrag wegen Irrtums anzufechten. Allerdings muss er Dir dann alle Schäden ersetzen, die Dir durch die Anfechtung entstehen. Das sind Mehrkosten bei einer Buchung bei einem anderen Anbieter, Fahrten zum Reisebüro und ähnliche Mehrkosten.

Der Tipp mit der Verbraucherzentrale ist sehr gut. Wenn der Reiseveranstalter das öfter macht, kennen die ihn schon und können dagegeben vorgehen. Wenn der Reiseveranstalter das regelmässig macht, könnte man ihn auch wegen Betruges anzeigen.

Ich habe den Veranstalter per Einschreiben mitgeteilt, daß ich die Buchung als verbindlich ansehe, und er den Vertrag wegen Irrtums anfechten müsse. Ich habe auf mein Schadensersatzrecht im Falles eines Vertragsirrtums hingewiesen. Mir wurde nochmals geschrieben, daß das neue Angebot noch gelte, sie mir aber auch einen 50€ Gutschein für andere Reisen als "Entschädigung" anbieten würde. Darauf habe ich mich bisher nicht eingelassen, weil ich mehr Rechtssicherheit wollte.

0

Ich würde darauf verzichten. Was willst Du damit bezwecken? Das zieht nur unnötige weitere Kosten nach sich, wenn Du Deinen Rechtsanwalt beauftragst und sie ihren ... außerdem zieht es sich auch zeitlich in die Länge.

Es ist zwar schade und mit Sicherheit ärgerlich, aber mir wäre das alles zu viel Aufwand und zu wenig Nutzen.

Hallo, mir geht es hier um Verbraucherschutz, weil einerseits dem Kunden seine Vertragspflichten vor Augen geführt werden, andererseits die Anbieter mit unlauterer Taktik Kunden gewinnen wollen. Das wir zu einem 2,2 fachen Preis diese Reise nicht antreten wollten, dürfte doch wohl jedem Anbieter klar sein. Mit einer Bestätigung des neuen Vertrages wäre der alte von unserer Seite gekündigt. Damit wären sogar wir zahlungspflichtig (Reiserücktritt). Aber es gibt ja noch sehr viele andere ehrliche Anbieter. Bei dem Veranstalter werden wir auf jeden Fall nie mehr buchen.

0

ich zögere schon seit gestern abend mit der Beantwortung dieser Frage denn:

Im Kleingedruckten vieler Anbieter,vor allem bei Onlinebuchungen steht das ein Preisirrtum vorbehalten bleibt.

Dem Kunden ist ja nach Ansicht der Reiseveranstalter kein Schaden entstanden.

und Vorsicht: wer den neuen Preis annimmt schließt einen neuen Vertrag und hat dann gar keine Möglichkeit gegen diesen Preis vorzugehen.

es wäre bei solchen Fragen immer sehr hilfreich zu wissen um welchen Onlineportal und um wenchen Reiseveranstalter es sich handelt um in deren AGB mal nachzuschauen und sich ein Bild zu machen.

Wenn ich es richtig lese und interpretiere dann hast Du keinen rechtsgültigen Vertrag mit dem Veranstalter abgeschlossen. Man muß hier zweierlei unterscheiden. Erstens, den Reisevermittler und zweitens den Reiseveranstalter. Bei Buchung über eine Internetplattform wird zunächst nur ein Vertrag zwischen Reisevermittler und Kunde abgeschlossen. Hierin wird lediglich vereinbart, daß der Vermittler eine Reise vermittelt. Der nächste Vertrag wird dann erst mit dem Veranstalter geschlossen und zwar entweder indem er eine Buchungsbestätigung zusendet indem nochmals alles bestätigt wird oder ein neues Angebot unterbreitet wird. Die Buchung wird erst rechtsgültig mit Annahme dieser (normalerweise mit Unterschrift oder Anzahlung).Von daher würde ich sagen, hier besteht keine Chance auf irgendwelche Rechtsansprüche, da kein Vertrag mit dem Veranstalter zustande gekommen ist.

Es ist nur merkuwürdig, daß der Vermittler auf genau diese Fragen nicht eindeutig geantwortet hat, und der Veranstalter uns freiwillig einen 50€ Gutschein sandte.

0

Was möchtest Du wissen?