Wie vergleichbar ist das Spanisch in Kolumbien und Spanien?

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Hallo GerdaW,

ich habe Spanisch hauptsächlich in Kolumbien gelernt und später in Spanien erfolgreich angewendet. Ist alles in allem kein Problem, Du wirst in Spanien auf jeden Fall gut verstanden werden, evtl. können dir dort Dialekte, wie z.B. in Andalusien, anfänglich etwas Probleme bereiten.

So etwas ist aber normal und löst sich recht schnell.

Die Unterschiede liegen vor allem im Sprachgebrauch, wenn dir in Spanien jemand einen Kaffee anbietet, reicht dort oft schon ein "café?" (doppelte Satzzeichen beachten, hier wg. Problemen damit weggelassen), wogegen in Kolumbien eher ein "te provoca und café" (= reizt dich ein Kaffee) üblich ist. Das kolumbianische Spanisch ist etwas höflich- umständlicher und wortreicher als in Spanien und vor allem deutlich schneller.

Das kolumbianische Spanisch, oder besser gesagt Castellano (Kastilisch/altspanisch) ist das sauberste Spanisch, das ich kenne. Das offizielle Schulspanisch (Espanol coloquial, "n" mit Tilde, Problem mit Sonderzeichen s.o.), ist eher als Dialekt aufzufassen, den noch nicht einmal die Hälfte der Spanier spricht. In Kastilien wird z.B. ebenfgalls Castellano gesprochen, dort kommt es auch her.

Mit "stehenden Begriffen" sollte man vorsichtig sein, das kann zu Missverständnissen führen. Weiterhin sind im Castellano die 2. und 3. Person Plural identisch, im Esp. coloquial dagegen nicht. Statt vos/vosotros wird weiterhin im Castellano usted/ustedes verwendet. Wenn Du das in Spanien so machst, wirst Du als superhöflich wahrgenommen- schadet ja nichts.

Du wirst in Spanien häufiger als Castellano-Sprecherin wahrgenommen, das macht aber nichts- siehe Höflichkeit.

Insgesamt ist es die bessere Idee, Spanisch in Kolumbien zu lernen und dann nach Spanien zu gehen, als umgekehrt, man wird schnell als unhöflich wahrgenommen. In Ecuador ist das Spanische ähnlich, aber mit etwas mehr indianischen Begriffen.

Auch Kolumbien hat seine speziellen Begriffe, wie z.B. "loncheria" für Restaurant. In Spanien sagtst Du besser "Restaurante", was andererseits auch in Kolumbien verstanden wirst. Hier hatte ich schon mal etwas zum Thema "Spanisch in Lateinamerika" geschrieben: http://www.reisefrage.net/frage/spanisch-in-uruguay-mit-schulspanisch-gut-verstaendlich

Viel Erfolg beim Lernen- die Kolumbianerinnen und Kolumbianer sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

LG

Generell kann ich auch nur bestätigen was Seehund schon gesagt hat, dass das kolumbianische Spanisch eigentlich ein sehr "sauber" und verständlich gesprochenes Spanisch ist. Ich habe in Chile mehrere Kolumbianer kennen gelernt und hatte keine Probleme sie zu verstehen, ganz im Gegensatz zu den ersten Chilenen in meiner ersten Woche dort... Das chilenische Spanisch ist deutlich genuschelter und oft werden ganze Wortteile einfach weggelassen. Auf jeden Fall hat Seehund auch in folgendem Punkt recht: Vor allem die Wörter die gebraucht werden sind andere als in Spanien. Das gilt generell für ganz Südamerika. Du wirst viele Phrasen oder Floskeln, die du aus der Schule kennst, nie hören und anwenden, da sie einfach unbekannnt sind in Südamerika, umgekehrt wird dir ähnliches später in Spanien passieren! Aber ich denke, dass du in Kolumbien eine gute Wahl getroffen hast, um klares und verständliches Spanisch zu lernen! Viel Spass!

Ich war noch nicht in Kolumbien und mein Spanisch ist noch sehr lückenhaft. Mir fällt aber immer auf, dass ich, wenn im Fernsehen Interviews mit Südamerikanern gesendet werden, viel mehr und besser verstehe als bei den Spaniern. Mir kommt die Aussprache klarer und deutlicher vor.

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