Was sind die Vorteile einer Reise mit Studiosus?

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5 Antworten

Es kommt darauf an, auf welche Art Du Dich einem Land nähern möchtest. Studiosus beschäftigt überwiegend Reiseleiter, die auf dem jeweiligen Wissensgebiet einen Universitätsabschluß haben. Wenn diese Personen es didaktisch drauf haben und wirklich in der Lage sind, das Wissen auch ansprechend zu vermitteln, nimmt man hier sehr viel mehr mit, als wenn man sich die oftmals oberflächlichen und manchmal sogar schlicht falschen Angaben im Reiseführer durchliest und sich einem bestimmte Dinge einfach nicht erschließen wollen, weil man die Zusammenhänge nicht versteht. Ich muß dazu sagen, daß ich selbst noch nicht mit Studiosus gereist bin, aber schon vereinzelte Exkursionen mitgemacht habe, die von Reiseleitern, die sonst für Studiosus arbeiten, geführt wurden. Ein Ausflug ins Taurus-Gebirge mit botanischer Führung war so spannend und interessant, daß wir ohne diesen Reiseleiter nur die Hälfte von dem Besuch im Nationalpark gehabt hätten. Was er uns gezeigt hat, wäre unseren Augen sonst mit Sicherheit entgangen. Eine Führung in Norwegen ging dagegen so übertrieben tief ins wissenschaftliche Detail, daß ich mehrere Stunden heftig gegen den Schlaf angekämpft habe. Für jemanden der sich für die geologische Struktur der Lofoten interessiert, wäre es aber vielleicht spannend gewesen.

Man sollte sich also im Klaren sein, daß man sehr viel Wissen vermittelt bekommt. Genau wie Roetli sagt, schließt das spontanes Erleben und individuelle Eindrücke zwar nicht vollständig aus, aber die Zeit dafür bleibt eingeschränkt. Wenn einem das Hintergrundwissen wichtig ist, weil man im jeweiligen Reiseland aus irgendeinem Grund mehr in die Tiefe gehen möchte als bei einer üblichen Pauschalreise, ist das - nach meiner Erfahrung - tatsächlich ein Unterschied ob der Reiseleiter sich das Wissen für seine Tätigkeit angelesen hat, oder wirklich "im" Thema ist und, ganz wichtig, selbst eine Leidenschaft dafür hegt. Solche Leute erwarten zu Recht ein entsprechendes Gehalt für ihre Leistung. Darüber hinaus sind auch die Unterkünfte und Verpflegung bei Studiosus-Reisen im gehobenen Segment, so daß ein höherer Preis durchaus gerechtfertigt ist, meiner Meinung nach sind die tatsächlichen Preise aber zu hoch. Eine 3-Wochen-Reise durch Australien muß nicht fast 10000 Euro kosten. Dafür habe ich kein Verständnis.

Etwas, das für mich ganz klar gegen Studiosus spräche, ist die Einheitskleidung, in der ich Gruppenteilnehmer schon verschiedentlich gesehen habe, zuletzt in Ägypten vor ein paar Jahren, als auf einem Boot neben uns eine Gruppe Personen saß, die einheitliche Jacken mit Studiosus-Schriftzug auf dem Rücken trug. Wäre mit mir nicht zu machen, sowas.

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Kommentar von Roetli
12.07.2013, 11:37

Oh, mein Gott - das ist ja fast noch schlimmer als die 'Unsitte', beim Abendessen auf einer langen gemeinsamen Tafel zu bestehen und keine Einzeltische zuzulassen - wie ich das schon mehrfach erlebt habe!

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Eine Reise mit Studiosus lohnt sich nur dann, wenn man bei
dem angebotenen Thema inhaltlich extrem in die Tiefe gehen möchte - was
manchmal sehr anstrengend sein kann. Aber wir hatten einen kompetenten
Reiseleiter. Ansonsten habe ich bei meiner 7-tägigen Studiosus-Rundreise
Sizilien im Juni 2016 viele negative Erfahrungen gemacht. Bus: Billigmarke (im
Bussektor) mit traditionell nicht komfortabler Federung. Rappelig auf
Landstraßen. 53er Bestuhlung!! Extrem enger Sitzabstand! Hotels: die gleichen oder gleichwertig wie die von preiswerteren Anbietern. Verpflegung: man merkte, dass die Hotels - sofern dort das Essen eingenommen wurde - fürchterlich unter Preisdruck standen. Es wurde -bis auf ein Hotel - an wertigen Zutaten gespart wo es nur ging. So gab es in einem Hotel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen als 'Antipasti-Buffet'  die gleichen drei Blattsalate!!!!!

Auf dieser Reise waren an 7 Abenden nur 5 Essen inkludiert.
Andere, wesentlich preiswertere und von der Bewertung her ebenbürtige Anbieter hatten bis zu 9 Essen. Leider passte dort der Termin nicht.

Wir haben auf unserer mehr als 5-wöchigen Rundreise - wir
waren vorher und nacher mit eigenem Pkw unterwegs - nie mehr so schlecht
gegessen wie in den meisten Vertragshotels von Studiosus.

Die Umsatzstärke von Studiosu wird offensichtlich bei
Verhandlungen nicht zu Gunsten des Gastes genutzt, sondern lediglich zur
eigenen Gewinnmaximierung.

Ein 'Höhepunkt': Die Kopfhörer des Adiosystems (kommt bei Führungen zum Einsatz) mussten am Ende der Reise wieder abgegeben werden! Darf sich der nächste Gast auf die Ohren hängen!

Wie kommt trotzdem die gute Bewertung zustande? Wir konnten
die Beobachtung machen, dass viele Stammkunden nach dem Motto verfahren: ich entscheide mich für Studiosus, und da ich richtig entscheide, ist Studiosus gut. Sonst müsste ich ja zugeben, nicht richtig entschieden zu haben!

Für uns: nie wieder Studiosus, absolut überteuert!

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Bei Studiosus und anderen Studienreise-Anbietern sind oft (nicht immer, wie ich schon mehrfach erlebt habe) Reiseleiter dabei, die einen speziellen Wissenshintergrund für das bereiste Land/Gebiet haben. Dadurch kann man in relativ kurzer Zeit sehr viel über diese Region erfahren. Da die Gruppen normalerweise (auch nicht immer!) relativ klein sind, geht es manchmal auch an Orte, die man mit großen Gruppen so nicht sehen würde. Da diese Anbieter schon sehr lange auf dem Markt sind und i.d.R. gute connections zu den angebotenen Zielen haben, kann man davon ausgehen, daß solche Reisen meist auch ohne Störungen ablaufen. Für viele Teilnehmer ist auch das übliche Klientel ('Bildungsbürger' im mittleren Alter und höher) der Grund, so eine Reise zu buchen.

Kleine Gruppen, überwiegend gute Unterkünfte, überwiegend gute Reiseleiter, normalerweise ungestörter Ablauf der Reise - ob sich für all das der sehr hohe Preis lohnt, kann jeder nur für sich entscheiden! Für mich persönlich wäre das zuviel Programm in zu kurzer Zeit und in gewisser Weise auch 'Gängelung' durch Programm und Reiseleiter - es bleibt kaum Platz für eigene Entdeckungen. Aber ich bin eben der eher entdeckungsfreudige und abenteuerliche Typ :-)

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Kommentar von umbrellina
21.07.2013, 10:08

Eine sehr gute Antwort - vielen, vielen Dank!

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Die Studiosus-Reisen sind in den allermeisten Fällen p r e i s w e r t - das heißt: Sie sind ihre Preise w e r t !

Diese Reisen sind bestens organisiert und werden ebenso durchgeführt !!

  • Reiseziele,Routen, Programme sehr gezielt und gut überlegt gewählt - ausgewogene ReiseEtappen

  • gute HotelUnterbringung,Verpflegung

  • sorgfältig ausgewählte, sehr kompetente( nicht nur fachlich !), engagierte Reiseleiter führen die Teilnehmer ..

  • geringe Gruppenstärke ( in der Regel nicht mehr als 29 Teiln.)

  • Reiserücktritts und -abbruchsversicherung im Reisepreis e n t h a l t e n

  • hochwertige Reiseliteratur im Preis enthalten

  • "Zug zum Flug" in der 1.K l a s s e

  • wenig Charter-,meist Linienflüge mit renommierten Gesellschaften ..angenehme Flugzeiten.....u. a.m.

In den auf den ersten Blick vielleicht "hoch" erscheinenden Studiosus-Reisepreisen sind also viele Details bereits enthalten, für die bei anderen Veranstaltern noch e x t r a (oftmals "tüchtig"! )bezahlt werden muss...außerdem nehmen - nach meinen persönlichen Erfahrungen-an StudiosusReisen meist solche Menschen teil ,denen es p r i m ä r auf das Reiseprogramm , weniger auf Shoppingmöglichkeiten, auf die Getränkepreise in den Hotels, Animationen "schlichter" Art o.ä. ankommt....diese Reisen sind für mich Kultur-und Bildungsreisen .....

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Kommentar von Roetli
12.07.2013, 11:45

Hallo Emschergirl - Du hast in einigen Punkten sicherlich recht! Aber schon "nicht mehr als 29 Teiln." wären für mich ein Graus! Um den kompetenten Reiseleiter überhaupt verstehen zu können, muß man sich dann ja um die 'besten Plätze' drängeln. 'Sehr kompetent' sind sie leider auch nicht immer - selbst wenn man einen Universitätsabschluß in einem Fachgebiet hat (aber kaum auf Land und Leute eingehen möchte, wie ich das mal bei einer Reisegruppe im Oman mitbekommen habe, oder seine 'Schäfchen' auch als solche behandelt), heißt das noch nicht, daß dieser Mensch auch ein guter Reiseleiter sein muß. Aber das alles ist ja nicht auf Studiosus beschränkt - es gibt andere Anbieter, die noch teurer sind, bei denen es ähnlich ist.

Die wenige Freizeit würde speziell ich für alles andere als für 'Shopping-Möglichkeiten' oder 'Animationen schlichter Art' nutzen :-)

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Studiosus Reisen hat ein sehr hohes Preis-Leistungsverhältnis und wegen des besonderen Bildungsanspruchs, auch sehr viele Lehrer als Reisende für kulturell sehr interessante Länder.

Wie ich von einer befreundeten Rektorin einer Schule weis, hat sie nur einmal an solch einer Reise teilgenommen, weil ihr die ewigen Diskussionen der Mitreisenden mit dem Reiseleiter, ob es sich nun um das Jahr 1785 oder 1788 handelte, zuviel wurden. Sie meinte es Glaube da jeder es besser als der Reiseleiter zu wissen und das nerve sehr.

Und wie Roetli schon schrieb, diese Klientel fühlt sich als Bildungsbürger zu höherem berufen.

Auch Eigeninitiative bleibt da außen vor und es bleibt eine gewisses Eingebundensein in die Gruppe und ein starres Abspulen des Reiseprogramms.

Es gibt auch andere Reiseanbieter, die auch nicht ungebildetere Reiseleiter haben, das Programm wird lockerer gehandhabt und es bleibt auch mal Raum für eigene Interessen.

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