War schon mal wer in Nordkorea?

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2 Antworten

Ich habe das Land im Rahmen einer Leserreise einer großen deutschen Tageszeitung besucht. Aber ich bin sicher, daß es keine Rolle spielt, bei welchem Veranstalter Du so eine Reise buchst.

Die Hotels für Ausländer (alles gehobene Mittelklasse-Hotels, wo allerdings immer mal das warme Wasser ausgefallen ist) werden zugeteilt und die ausländischen Veranstalter haben da kaum Mitspracherecht bei der Auswahl. Vor Ort wird man ständig von 2-3 landeseigenen, meist sogar deutschsprachigen Guides begleitet, unsere waren sehr nett (aber man weiß nicht, wie weit sie auch Bewacher sind). Deutsche Reiseleiter haben da nichts zu sagen und  könnten auch nichts bewegen. Achten sollte man darauf, daß man (auch in Hotelzimmern oder Zügen) niemals etwas Negatives über das Land und auf keinen Fall irgendwelche Spötteleien über die Regierung von sich gibt.

Mitnehmen darf man keinerlei Zeitungen etc. (vor allem keine religiösen Druckwerke wie Bibel oder Koran etc) Aber auf so etwas wird von den Reise-Veranstaltern im Vorfeld hingewiesen.

Gefallen hat mir in Nord-Korea die herrliche Natur im Norden des Landes und die historischen Stätten in und um Kaesong. Erschreckend fand ich die Monumentalbauten der ausgefallenen Olympiade von 1988 mit den leerstehenden Gebäuden. Entsetzt war ich von den schlechten Lebensbedingungen der Einheimischen dort, soweit ich sie mitbekommen habe. Albern fand ich den Ausflug an die südliche Grenze, wo wir uns plötzlich Auge in Auge, nur von einem weißen Strich getrennt, mit süd-koreanischen und US-Soldaten wiederfanden - unnötig wie ein Kropf, dafür hätte ich gern noch länger Aufenthalt im Norden gehabt.

Nach der Reise habe ich etliche Monate gebraucht, bis ich alle Erfahrungen und Eindrücke verarbeitet hatte. Es war kein Urlaub, aber ein interessantes aber sehr deprimierendes Erlebnis.

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