Trinkgeld im Restaurants in Italien?

8 Antworten

Nachdem ich ohnehin fürs Coperto-Service zahlen muss, zahle ich eigentlich fast nie Trinkgeld. 

Und mir wäre bislang auch nie aufgefallen, dass das üblich ist. Nicht zuletzt auch, weil man in den meisten italienischen Lokalen an der Kassa bezahlt.

In Italien ist das Trinkgeld weniger  üblich, es sei denn, man ist in Regionen unterwegs, die bevorzugt von deutschen Touristen frequentiert werden. Zum Zahlen der Rechnung geht man üblicherweise mit dem "conto" zur Kasse und zahlt dort. Oftmals ist direkt bei der Kasse ein "Sparschwein" aufgestellt, in das man bei gutem Service eine "mancia" einstecken kann. Das Zahlen am Tisch wird meist in Restaurants der Oberklasse praktiziert. Der Zusatz "Servizio" kommt noch aus der guten alten Zeit, als für das Bedienungspersonal noch keine Tarifverträge bestanden. Es muss auf der Speisekarte vermerkt sein und wird, zumindest in der Lombardei, nicht mehr angewandt. So etwas gab es auch mal in Deutschland, bevor die Mehrwertsteuer eingeführt wurde. Ich würde bei einer Rechnung mit der Position "Servizio" kein Trinkgeld mehr geben. 

Aus deiner Antwort: "Ich würde bei einer Rechnung mit der Position "Servizio" kein Trinkgeld mehr geben". Nun gut, jeder, wie er mag. Ich find's komisch so ganz ohne Trinkgeld zu gehen. Mag ja so bisschen "Deutsch" sein, aber wenn ich mit dem Personal zufrieden war, warum nicht. Es ist und bleibt eine freiwillige Leistung... Und.. das Bezahlen am Tisch = Oberklasse.. hmm, bin ja viel in Italien unterwegs, da haben sich so manche Osterie oder Ristoranti dann doch auf die "Touristen" eingestellt, das ist trotz Sparschwein an der Theke durchaus möglich (ich persönlich finde das Bezahlen an der Theke unmöglich, grad wenn man noch Servizio zahlen muss, für was dann eigentlich?)

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eigentlich ist das ganz einfach, nur eben nicht in Deutschland: "servizio compreso" bedeutet, das Trinkgeld ist bereits eingeschlossen. Ein weiteres "Zuback" wäre eher beleidigend, da es vom Personal als "Almosen" verstanden wird, und der "Italiener" an und für sich seinen Stolz hat. Wenn man schon möchte, kann man am Teller einen oder zwei Euro "liegenlassen". In "kostengünstigeren" Lokalen kann es sein, dass man von einem Muslim serviert bekommt. Er würde ein "Trinkgeld" aus religiösen Gründen sogar als Diffamierung, Beleidigung empfinden. Mein Tipp: Wenn man sich nicht sicher ist, freut sich jeder, wenn man ihm sagt, dass man seinen Service gut fand, und das Lokal gerne weiterempfiehlt. "Geld" ist den meisten gar nicht so wichtig.

Alsoooo, das sehe ich anders. 

Jeder der im Hotel- oder Geststättengewerbe arbeitet, freut sich über ein Zubrot, das er/sie freundlich für geleistete Dienste, sprich Service, erhält. Zumal die Gehälter gerade in diesem Bereich (je nach Land) meist niedrig bis sehr niedrig sind. 

Auch Menschen mit moslemischem Hintergrund machen hier keine Ausnahme. So unsere Erfahrung, gerade in den Emirate u.m.

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@ManiH

Danke für deine Ansicht -es tut mir leid, ich dachte, die Anfrage beschränke sich auf Italien und nicht auf die Emirate. (Zum Thema Italien darf ich äussern, dass ich mit einem Kellner in Venedig dieses Thema ansprach und er meinte, das "Trinkgeld" auf dem Unterteller würde ihm als besondere "freundliche Leistung einem Kuden gegenüber" ein Zeugnis geben. 

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@Salzburgerin

an Mani H - zum Thema Trinkgeld an Muselmanen: Ich habe mit einem gesprochen, der mir erklärte, dass laut Koran das Entgegennehmen von Geld "über der Leistung einer Arbeit" als "Geschenk" für seine Familie angenommen werden kann, wenn der "Geber" jedoch in einer "ihm gegenüber einwandfrei höheren Position anzunehmen ist" als eine "Bestechung seiner Familie" zu Gunsten des Gebers angenommen werden kann, darf, muss. Schwer zu verstehen.  Aber -ich denke: es gibt zwei Ansichten - die eine: Es gibt Moslems, die Trinkgeld annehmen... (es gibt auch "Taufschein-Katholiken") - und gibt Muslims, deren religiöse Einstellung man akzeptieren kann/mag/soll... Liebe Grüsse, Brian.

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