Wovon leben die Menschen in Aserbaidschan?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich war sehr häufig beruflich in Aserbaidschan. Das Land ist überhaupt nicht "schwer" zu bereisen.

Die Ölwirtschaft wurde bereits erwähnt. Diese führte auch in der Bauwirtschaft zu einem Boom und Beschäftigungsaufbau. Die Arbeitslosenquote ist so weit unter dem Durchschnitt der Nachbarländer. Es gibt neben dem Öl auch weitere Bodenschätze. Ansonsten finden die Leute Jobs in Dienstleitungen aller Art, Handwerk, der öffentliche Bereich. Auf dem Land dominiert weiterhin die (klein-)bäuerliche Landwirtschaft, auch Weinbau etc. mit dem deutsche Siedler begonnen hatten. Dies ist die Besonderheit des islamischen Landes.

Die Altstadt von Baku ist sehr schön (UNESCO- Weltkulturerbe). Es gibt einen sehr mediterranen Flair, Promenaden am Meer und lebhaftes Treiben am Abend in vielen netten Restaurants, Bars und Cafes. Es ist aber häufig sehr windig ("Stadt der Winde"). Der Wind ist zwar nicht kalt, aber nicht jeder mag es. Im Sommer ist das Klima feucht-heiß, was ich wiederum nicht mag.

Landschaftlich ist der (Kleine) Kaukasus von beeindruckender Schönheit. Ausgangspunkt ist die Stadt Ganja imNordwesten. Nördlich von Baku (rd. 200 km entfernt) gibt es sehr schöne Strände und Badeorte. z. B. die Nabran- Strände und das Städtchen Khudat. In der Umgebung Baku selbst wollte ich nicht unbedingt baden. Da bemerkt man auch einige Hinterlassenschaften der Ölindustrie.

Südlich von Baku gibt es eine interessante Vulkanlandschaft mit Höhlen und prähistorischen interessanten Höhlenmalereien. Historisch interessant sind die Ruinen der Stadt Qabala aus dem 3. Jhd.

Viele deutsche Touristen (so viele gibt es nicht) interessieren sich für das ehemals deutsche Helenendorf. Das ist ein Ausflug in eine wirklich schöne Gegend.

Besuchenswert sind auch die Städte Scheki und Schumaka. Auch hier wird die alte Geschichte dieser früh besiedelten Region deutlich. Insgesamt ist Aserbaidschan also durchaus ein interessantes Reiseland für Leute, die mal ausgetretene Touristenpfade verlassen wollen. Hier bietet sich, für eine Rundreise, natürlich auch die Kombination mit Georgien und Armenien an.

Die hässliche Seite des Landes bekommt man nicht so wirklich nicht: Es herrscht, wie in vielen solcher Staaten, eine unangenehme korrupte Clique um den derzeitigen Präsidenten Aliyew, der das Amt bereits von seinem Vater "geerbt" hat. Mit dem Polizeistaat kam ich in Berührung, als ein früherer Praktikant von mir willkürlich nach einer inszenierten Schlägerei verhaftet wurde. Auch unbequeme Journalisten sind in keiner komfortablen Situation. Da ist man bei allem Ärger hierzulande froh, nicht mit einer willkürlichen Justiz und einem willkürlichen Polizeiapparat zu tun zu haben.

@ daniG: Ja, das habe ich auch schon öfter gelesen, aber wovon leben die Menschen - doch nicht nur von dem Erdöl und Erdgas. Ackerbau, Viehzucht, Bauarbeiter ... was auch immer ... ?

Und warum ist das Land schwer zu bereisen? (Habe ich auch schon mal gelesen, aber den Grund dafür nicht...)

Das Land ist überhaupt nicht schwer zu bereisen.... Das Einzige, was mich stört, ist der Polizeistaat und eine korrupte Führung, wovon der "normale" Reisende nichts mitbekommt.

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