Wohin auf den Spuren von Hemingway in Paris?

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3 Antworten

Hemingway bewegte sich – abgesehen von der späteren “Ritz”-Periode – in seinen Pariser Jahren, den “Goldenen Zwanziger Jahren” oder “années folles” hauptsächlich im Quartier Latin (V. Bezirk), in Saint-Germain-des-Près (VI. Bezirk) und am Montparnasse (XIV. Bezirk).

Er wohnte zeitweilig (1922) mit Hadley in der rue du Cardinal Lemoine (N° 74) und mietete zusätzlich ein Zimmer in der rue Descartes (N° 39). Von dort bummelte er mit Vergnügen über den Lebensmittelmarkt der rue Mouffetard, wenn er nicht mit leerem Magen am Panthéon vorbei in Richtung Jardin du Luxembourg schlenderte, wo er heimlich mit Zwillen Tauben erlegte, um sich die nächste Mahlzeit zu sichern, zuweilen auch das Musée du Luxembourg (rue de Vaugirard) aufsuchte.

Er liebte die Avenue de l'Observatoire und den von Carpeaux geschaffenen Brunnen der vier Kontinente am Ende dieser Strasse. Gleich dahinter wohnte er 1924 mit Hadley und ihrem gemeinsamen kleinen Sohn über einer Sägemühle in der rue des Petits Champs (N° 113). In derselben Strasse (N° 70) lebte damals auch Ezra Pound. Hemingway liess sich oft und gerne auf der Terrasse der benachbarten Closerie des Lilas (171 Boulevard du Montparnasse) nieder. Dort knabberte er, mit Blick auf das Standbild des Marschall Neys, mut- und erfolglos an seinem Bleistift, bis Gertrude Stein (27 rue de Fleurus) ihn ermutigte den Journalismus aufzugeben und sich der Literatur zu widmen. Was ihm (unter anderem) zum Erfolg verhalf.

Er betrank sich, gemeinsam mit Ezra Pound und anderen Vertretern der “lost generation”, später auch mit Scott Fitzgerald in den Künstlerkneipen und Bistros am Boulevard du Montparnasse, in der Coupole, der Rotonde, dem Dome (N° 108) und dem Select oder in jenen der rue Delambre: der Dingo Bar (N° 10) und dem Café Falstaff (N° 14). Jenseits des Montparnasse-Friedhofs (Boulevard Edgar Quinet) stellte in der rue Froidevaux (N° 69, oder N° 60?) Gerald Murphy Hemingway nach dessen Trennung von Hadley im August 1926 vorübergehend sein Appartement zur Verfügung.

Später zog Hemingway mit Pauline Pfeiffer in die rue Férou bei der Kiche Saint-Sulpice, unweit von Sylvia Beach’s Buchladen Shakespeare and Company (12 rue de l’Odéon) und der gegenübergelegenen Maison des amis du livre von Adrienne Monnier, die Hemingway regelmässig ansteuerte. Bei der Befreiung von Paris (1944) war Sylvia Beach’s Laden sein erstes Ziel, das zweite die heute nach ihm benannte Bar im Hotel Ritz.

In den genannten Bars und Cafés, heute teilweise feine Restaurants, kann man sich noch niederlassen. Die Buchhandlung Shakespeare und Company ist in die rue de la Bucherie am Ufer der Seine umgezogen. Es ist nicht mehr dieselbe, aber sie ist durchaus sehenswert. Entlang der Quais stöberte Hemingway seinerzeit bei den Bouquinisten. Die Wohnhäuser sind ausschliesslich von der Strasse aus zu betrachten.

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Da habe ich genau den richtigen Film für dich ;-) "Midnight in Paris" von Woody Allen - unbedingt vorher ansehen - da kommt Hemingway auch drin vor - der Film wird dir gefallen - du wirst Paris lieben!

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Ich empfehle Dir vorher unbedingt sein Werk "Paris, ein Fest fürs Leben" zu lesen, das wird Dich einstimmen und enthält auch so einige Adressen!

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