Wo sind in Kanada Ureinwohnerdörfer rekonstruiert und inhaltsreich aufgemacht?

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3 Antworten

Da gibt es einige:

  • in British Columbia befindet sich in Hazelton am Skeena River das Museumsdorf K'san der Gitksan Indianer. Sehenswert sind dort besonders die Gebäude, die auf einer Führung mit einheimischen Guides zugänglich sind. Darin lernt man viel über die Potlatches, das sind Feste, in denen man sozialen Rang gewinnen oder verlieren konnte. Dem Museum ist eine Schnitzerschule angeschlossen, in der den heimischen Stammesmitgliedern das traditionelle Schnitzen beigebracht wird. Sie stellen zum Beispiel Totempfähle, Kanus oder Masken her.

  • in Midland, Ontario lohnt sich ein Besuch in der ehemaligen Missionsstation Sainte-Marie among the Hurons. Dort handelt es sich zwar nicht um ein reines First Nation Museum, aber es könnte trotzdem für Dich interessant sein, denn dort wird gezeigt, wie Jesuiten und Huronen in der Zeit des ersten Kontaktes zwischen beiden Gruppen zusammen lebten. Im Ort gibt es außerdem ein "reines" First Nation Museum, das allerdings meiner Ansicht nach weniger interessant ist, weil darin die Unterschiede der beiden hier aufeinandertreffenden Kulturen nicht angesprochen werden.

  • kein Dorf im eigentlichen Sinne, aber wissenschaftlich sehr fundiert und anschaulich präsentiert das Museum of Civilization in Ottawa die Kulturen der Nordwestküsten Indianer. Die Ausstellung ist in der Form eines Palisadendorfes an der Nordwestküste aufgebaut, so dass man auch ein wenig den Eindruck hat, durch ein traditionelles Dorf zu gehen - wenn auch mit Museumsvitrinen ausgestattet.

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Ich kann nur zu den Ostprovinzen was sagen. Dort gibt es noch zahlreiche Reservationen, da leben die Indianer (ich hab jetzt mal keine Angst vor dem Gebrauch des politisch unkorrekten Wortes ;-)) natürlich eigentlich in festen Häusern, aber für die Touristen sind die ursprünglichen Behausungen nachgebaut. Viele Reservationen bieten so ein "Museumsdorf" als Touristenattraktion an. Dabei geht es natürlich nicht nur um die Vermittlung der Kultur, die möchten auch mit dem Verkauf von Souvenirs und vor allem Ahornsirup was verdienen. Der Ahornsirup ist teurer als im Supermarkt. Bei den Souvenirs bin ich mir nicht sicher, ob sie handgefertigt waren. Die Leute waren aber nett, auskunftsfreudig, haben traditionelle Kleidung getragen und man muß für sich selbst entscheiden, ob einem das jetzt zu sehr Folklore ist, oder ob man das so akzeptieren kann, daß sich hier Kultur und Kommerz vermischen. Man sollte auch nicht mit allzu übertriebenem Respekt an all das herangehen. Auch First Nation People sind ganz normale Leute. Originalzitat einer Micmac-Indianerin, mit der ich mich im Kouchibouguac-Nationalpark unterhalten habe: Mir geht das auf den Geist, daß wir in Hollywood immer so mystisch dargestellt werden. ;-)) Wenn man es wissenschaftlich und ganz ernst haben will, muß man ins Museum gehen, zum Beispiel in Ottawa. Da gibt es ganze Dorfnachbauten und gewaltige Specksteinschnitzereien. Kontakt zu den Menschen hat man dann dort aber nicht.

Gruß,

Sannemann

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Wieso Dorf-Nachbauten? Nicht mehr viele, dafür gibt es sie in echt. Und man nennt sie nicht Ureinwohner, sondern First Nations People..

Ich freue mich mal auf die Antworten der Community Mitglieder die viel ,unkitschigen und wissensschaftlichen Fleiss in Deine Frage stecken.

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oberholzer 01.09.2012, 12:47

Wissenschaftlich: Wikipedia. Vor Ort Museum of Anthrolopgy/Vancouver

Kitschig: Dorf im Stanley Park mit Touristenshow.

Ehre und Respekt: Tausende Totempfähle in Westkanada.

First Nations Gathering: Jeweils Monat Juli.

Ansonsten siehe First Nation Siedlungen: Derelikte Häuser und viele Schrottautos.

Tipi Zelte vereinzelt auf Caravan Grounds.

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