Wie wichtig ist eurer Meinung nach heutzutage ein Auslandsjahr für Studenten?

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4 Antworten

Ich finde, dass Auslandserfahrungen ganz wichtig sind. Ich habe noch während meiner Schulzeit versucht so viele Auslandserfahrungen wie möglich zu sammeln. Mit 18 bin ich den Sommerferien nach Marokko um Land, Leute, Kultur und Sprache kennenzulernen. Das war meiner Meinung nach keine Zeitverschwendung, denn ich bin nicht nur durch das Land gereist, sondern habe mich sozusagen weitergebildet. Nach dem Abitur habe ich gleich angefangen zu studieren und habe dann aber ganz viele Auslands-Praktika während des Studiums gemacht. Ich habe somit Reisen mit Berufserfahrung kombiniert. Stressig fand ich es nicht, denn ich hatte immer genug Zeit fürs Reisen. Auch nach dem Studium ging es für ein Praktikum ins Ausland. An den Wochenenden hatte ich immer genug Zeit ein wenig vom Land zu sehen. Als stressig habe ich es nicht empfunden. Mein Auslandsjahr habe ich im Sudan gemacht und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn eine Kultur, eine Religion und die Sprachen kann man nicht nur aus Büchern lernen, sondern man muss live dabei sein. Also für mein Studium war das ganz wichtig. Ein Auslandsjahr war zwar nicht vorgeschrieben, aber ich wollte unbedingt eines machen, um das Land, über das ich so viel an der Uni gelesen habe, kennenzulernen.

Leider fordern heutzutage immer mehr Arbeitgeber von den Bewerbern Auslandserfahrung. Den Eindruck hatte ich zumindest bei meinen Vorstellungsgesprächen. Deshalb finde ich es umso wichtiger Auslandspraktika zu absolvieren. Den Abiturienten kann ich empfehlen Work & Travel oder Au Pair zu machen. Sie können in ihrem Lebenslauf etwas vorzeigen und gleichzeitig Auslandserfahrung sammeln und reisen.

Klar, Auslandserfahrung ist wichtig, aber nicht ausschließlich für den Lebenslauf, sondern für sich selbst!

Ein Jahr im Ausland egal ob für Aupair oder Work&Travel nach dem Abi ist bei einem (G8) 18-Jährigen mit Sicherheit keine vertrödelte Zeit. Vielmehr hilft es vielen, die vielleicht noch nicht ganz so erwachsen, gefestigt und entschlossen sind, sich auf ein bestimmtes Studium festzulegen, sich alleine zurechtzufinden und Kraft zu sammeln, das Studium ehrgeizig in Angriff zu nehmen (Ja, so ein Bachelor-Studium ist anstrengend!). Und trotzdem werden sie innerhalb von 4-5 Jahren Bachelor + Master schaffen. Mit 24 zu alt für den Berufseinstieg?

Ich habe noch keinen Personalchef erlebt, der ein Jahr Work&Travel/Aupair als vergeudete, faule Zeit betrachtet hätte. Eher senkt es das Risiko, dass man später irgendwann ein Sabatical braucht, um mal so richtig Abenteuer zu erleben und die Welt zu sehen.

Auch Auslandspraktika und Erasmus sind eine tolle Sache, allerdings darf man nicht vergessen, dass die Unis selbst den Studenten oftmals das (internationale) Leben schwer machen. Von wegen anrechenbar und finanziell unterstützt! Man muss vor Studiumbeginn diese Sachen schon genau klären und sich auch über die Möglichkeit eines Urlaubssemesters (für ein Praktikum) informieren, falls in der Studienordnung kein Pflichtpraktikum vorgesehen ist.

Wenn man als Eltern also die finanziellen Mittel hat, sollte man den Kindern ihre selbst gewählten Auslandsaufenthalte so gut es geht unterstützen - im Idealfall natürlich mehrere. Wichtig ist in erster Linie, dass man überhaupt im Ausland war, Sprachen beherrscht und Anpassungsfähigkeit beweisen kann - die Verknüpfung mit einem Praktikum ist praktisch, spart Zeit, ist aber karrieretechnisch nicht notwendig, um ein "sinnvolles Auslandssemester" zu rechtfertigen!

moglisreisen 18.07.2012, 18:14

Schöne Antwort!:-)

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Roetli 18.07.2012, 21:11
@moglisreisen

Finde ich auch - und wenn man mit Work&Travel oder Au Pair seinen Auslandsaufenthalt größtenteils finanziert, geben die (meisten) Eltern auch gern einen Zuschuß!

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Ein Auslandsjahr zwischen Abitur und Studium wäre sicher die am wenigsten empfehlenswerte Variante, aber ein fachspezifisches Auslandspraktikum während des Studiums oder auch ein Auslandssemester, bei dem die im Ausland erbrachten Studienleistungen dank Credit Points ja meist voll anerkannt werden, sind schon sehr sinnvolle "Investitionen" und kosten keine zusätzliche Zeit.

Hallo,

es gibt zwei sinnvolle Möglichkeiten:

  • Entweder ein fachgebundenes (Entwicklungshilfe)Projekt wie mit Weltwärts, dass sich im Lebenslauf immer gut macht (wobei man auch Berufspläne einarbeiten kann)

  • Oder ein Auslandssemester bzw. Auslandspraktikum über die Universität. Dabei kommt es auch das Fach an- für einen Juristen ist das z.B. nicht sooo ausschlaggebend.

Ein Auslandspraktikum muss nicht unbedingt in Stress ausarten, ein "sabbatical" würde ich persönlich nicht unbedingt finanzieren wollen.

LG

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