Wie viel merkt man als normaler Tourist von den Drogenkriegen in Mexiko?

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3 Antworten

Hallo Semper5,

ich lebe seit acht Jahren in Mexiko - die ersten vier Jahre davon in Mexico-City, die letzten vier in Cholula bei Puebla -, habe Familie, keinen Bodyguard und fahre einen ungepanzerten Wagen... Seit fünf Jahren arbeite ich im Tourismus (als Reiseleiter und im Verkauf) und möchte Dir deshalb einfach einmal eine kleine Statistik aus dem Gebiet meiner Arbeit zur Betrachtung vorlegen:

Mit der Incoming-Agentur, für die ich tätig bin, sind seit Ende 2006 weit über 10.000 - vor allem deutschsprachige - Reisende unterwegs gewesen, in Kleingruppen, mit Privatguide oder auch ganz alleine, d.h. als Selbstfahrer oder per Linienbusse. Die Routen dieser Reisenden umfassten nicht nur den Südosten (= Mexico-City, Puebla, Oaxaca, Chiapas und Yukatan), sondern quasi alle Regionen Mexikos (mit Ausnahme des touristisch weniger interessanten Nordostens), einschließlich des "gefürchteten" Nordens (v.a. Baja California und Kupfercanyon (Chihuahua)), und auch in Guatemala sind immer wieder Kunden von uns unterwegs.

Die einzigen kriminellen Vorkommnisse, die mir seitens all dieser Kunden zu Ohren gekommen sind bzw. die ich als Reiseleiter selbst miterlebt habe, sind e i n (in einer Ziffer: 1) Überfall auf ein Mietauto und e i n Handtaschenklau gewesen; ergänzend die näheren Umstände: Der Überfall fand in einer etwas abgelegenen Gegend im Gebirge im Bundesstaat Guerrero statt, erbeutet wurde lediglich ein bisschen Geld; die Handtasche wurde unbemerkt (ohne Gewalt oder so) von der Lehne des Stuhls der Dame in einem Restaurant in La Paz (Baja California) weggeklaut.

Ich denke, dass diese Zahl(en) - 10.000(+) ist schließlich kein "Pappenstiel" - für Mexiko als relativ sicheres Reiseland spricht/sprechen. Diese vielen Mexikoreisenden haben den Drogenkrieg und die allgemeine Kriminalität allenfalls wie die Nicht-Reisenden daheim mitgekriegt: am Fernseher.

Muchos saludos de Cholula, México

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Davon wirst Du als "Normaltourist" (hoffentlich nichts bis) wenig mitbekommen. Die Auseinandersetzungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf den Norden an der Grenze zu den USA. Aber auch völlig ungeachtet der Drogen ist die Sicherheitslage nicht nur in Mexico City verschärft. Auch Acapulco oder Monterrey waren schon "sicherer". Ansonsten empfiehlt sich eben dringend die Beachtung der üblichen Sicherheitshinweise bezüglich Wertsachen etc.

Dass man sich auf nichts einlässt,was auch nur entfernt mit Drogen zu tun hat, dürfte selbstverständlich sein. Aber auch "einfache" Taschendiebe werden raffinierter. Das Ausrauben von Fahrgästen durch deren "Taxifahrer", die natürlich keine echten Taxifahrer sind, hat zugenommen. Das alles ist aber keine mexikanische Spezialität, sondern einem Bekannten von mir am hellichten Tag z. B. in Djakarta untergekommen. Deshalb Taxen nicht anhalten, sondern bestellen.

Ansonsten keine Panik: Mexico ist immer noch ein tolles Urlaubsland. Aber man sollte eben wissen wo man ist und sich informieren, was sich auch am Urlaubsort so tut. Und auch Polizisten sind dort nicht unbedingt Engelein, die sich als Freund und Helfer empfehlen. Auch das Gegenteil wird oft genug berichtet.

Ich ging mal irgendwo in ein Viertel, von dem DRINGEND abgeraten wurde. Das habe ich aber erst hinterher erfahren. Und passiert ist Nulkommanichts. Man muss es aber nicht provozieren. Dessen ungeachtet: Den einzigen Überfall meines Lebens hatte ich vor Jahren- in Hamburg. In einem "sicheren" Viertel.

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Seehund 18.11.2011, 21:45

Ich bin dummerweise auch im recht sicheren Bolivien überfallen worden, habe aber u.a. in Kolumbien und Mexico mehrere, bis auf die Unterhose entkleidete menschen aus dem Busch gezogen- wo sie von Kriminellen zurückgelassen wurden.

LG

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Hallo,

direkt in den drogenkrieg wirst Du ausserhalb des Nordens wohl nicht involviert werden.

Allerdings ist die gesamte Situation heute leider so wie früher in Kolumbien.

Durch den "Drogenkrieg", vergleichbar einem Bürgerkrieg, sind die Ordnungskräfte sehr stark eingebunden, was man auch in anderen Landesteilen merkt. Die Kriminalität ist, abgesehen von ferienanlagen, somit landesweit angestiegen und Mexico ist zu einem heissen Pflaster geworden. Besonders Individualreisende sollten wissen, wann sie sich wo aufhalten können.

LG

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