Wie sicher ist Mexiko?

6 Antworten

Hallo Turbohummel,

ich, der ich seit sechseinhalb Jahren im Land, in Mexiko, lebe (habe Familie) und über drei Jahre (ca. 50 Reisen insgesamt) als Reiseleiter in fast allen Winkeln unterwegs war - auch auf der landschaftlich einfach fantastischen Halbinsel Baja California, in Chihuahua und anderen "gefährlichen" Ecken -, muss Dir sagen, dass ich Pauschalurteile bzw. -verurteilungen wie die von "Eva18444" absolut nicht verstehen kann. (Peru hat ja übrigens auch berühmt-berüchtigte "Fallen" zu bieten - wie z.B. den Inkatrail...)

Ich möchte deshalb "Seehund", "bergamotte" und "allradfan" beipflichten: Es kommt immer darauf an, wo genau man sich AUFhält und wie man sich VERhält. Selbst Mexiko-Stadt (da habe ich eine von "bergamottes" Meinung abweichende Ansicht) braucht man nicht zu meiden; wenn man natürlich meint, innerhalb dieses Monstrums von einer Stadt in die besonders "untouristischen" Teile gehen zu müssen - am besten noch irgendwann abends oder so -, dann beschwört man eben Unheil herauf.

Und dass sich "fotografin" in einer dieser schmuddeligen Grenzstädte - wahrscheinlich Tijuana -, wo sich arme und kriminelle Menschen auf die reichen Touristen stürzen wie die Mücken, nicht wohl/sicher gefühlt hat, ist mehr als begreiflich. Dieses (Tijuana, Ciudad Juárez, Nuevo Laredo, ...) wären eher Städte, die man meiden oder nur als absolute Durchgangsstationen verwenden sollte. Wenn man aber bspw. von Tijuana aus - das in den letzten Jahren deutlich sicherer geworden ist - in die Halbinsel Baja California "einfällt", ist es schon wenige Kilometer danach vorbei mit den "dubiosen Gestalten" usw. und es folgen Natur, Natur, Natur und freundliche Mexikaner.

Es ist also keinesfalls so, dass man sich immer und überall in Mexiko vor der organisierten oder der Kleinkriminalität fürchten müsste. Mit Mextrotter, der ortsansässigen Incoming-Agentur, für die ich arbeite, sind seit 2006 Tausende von Urlaubern in ganz Mexiko, Guatemala und Belize unterwegs gewesen, und es gibt keine einzige erwähnenswerte Anekdote im Zusammenhang mit kriminellen Vorgängen.

Ich persönlich habe ja seit Ende 2006 als Reiseleiter gearbeitet (und werde dies in gewissem Umfang weiterhin tun), und das Einzige, was ich in dieser Hinsicht nennen kann, ist eine unbemerkt von der Stuhllehne weggeklaute Handtasche – sonst gar nichts!

Natürlich darf man sich andererseits nicht leichtsinnig verhalten. Lesen Sie doch parallel einfach einmal die – ungeschönte und realistische, aber vielleicht im einen oder anderen Punkt ein klein wenig zu undifferenzierte – Einschätzung des Auswärtigen Amtes und die dort empfohlenen – sehr sinnvollen – Sicherheitsmaßregeln: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Mexiko/Sicherheitshinweise.html#t2. Eine Reisewarnung oder auch nur die Empfehlung, nicht nach Mexiko zu reisen (wenn nicht unbedingt notwendig), spricht das Auswärtige Amt ja im Übrigen nicht aus.

Das auswärtige Amt macht es dabei wie einige Ärzte, die immer zur höchsten Vorsicht mahnen - immer schön Sonnencreme mit LSF 50 oder mehr verwenden, Malariaprophylaxe auch wenn das Risiko verschwindend gering ist, bloß keine Milchprodukte (nie!), ... - und dabei lieber übertreiben, damit nicht nachher irgendwer sagen könnte, man habe ihn nicht gewarnt. Deshalb sind die Darstellungen vielleicht ein wenig zu relativieren. Lies doch mal, was das AA zu Guatemala schreibt...

Fazit: Mexiko ist - auch für Individualreisende, für Backpacker - nicht grundsätzlich ein unsicheres Reiseland; man sollte es nur ein wenig wachsamer bereisen - das gilt mit Hinblick auf Kriminalität genauso wie auf hygienische Dinge, den Straßenverkehr usw.

Ich lade Dich herzlich nach Mexiko ein, Turbohummel!

Hallo, ich bin Mexikaner und ich könnte Ihnen eine objektivere Sicht als das, was Sie lesen in den Medien.

Mexiko ist ein relativ sicheres Land, bestreiten nicht, dass wir "hot spots", wo die Lage ist ernst (Ciudad Juarez, Tijuana, Chihuahua, etc.). Wir haben immer noch die niedrigsten Mordraten von Brasilien (25,2) und Südafrika (37), in unserem "Krieg gegen Drogen" ist die mordrate 14 (14 Tötungsdelikte pro 100 000 einwohner). Sie können überprüfen in http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_homicide_rate.

Die touristischen Gebieten sind in der Regel sicherer als andere Regionen. Mexico City ist die größte und reichste Stadt in Lateinamerika und hat als solche Bereiche mit extremen Luxus und Armut. Alexander Von Humboldt erkannte die Großartigkeit von Mexiko-Stadt als "Stadt der Paläste". Die Stadt ist voll von Museen (circa 100), Theater, Parks (z. B. Chapultepec Park), Schlössern und anderen Sehenswürdigkeiten. Allerdings gibt ja es Bereiche mit hohem Risiko. Ebenso hat die Stadt ein Heer von Polizei (80.000).

Mexiko ist eine surreale lande, hat einen immensen Reichtum, sondern eine sehr schlechte Verteilung. Drogenhändler und Kriminalität sind eine Geißel und ein Hindernis für mein Volk und ich nicht die Gefahr zu minimieren, jedoch kann ich nicht ignorieren sie das schlechte Image zu geben, um mein Land.

Richtet nicht ein Buch nach seinem Einband.

Guten tag aus Mexiko Stadt

PS: Mein Deutsch ist schlecht bitte vergib Syntaxfehler

Liebe Turbohummel, ich bin seit 20 Jahren mit Gruppen unterwegs, war auch schon oft in Mex, würde aber Mex jetzt meiden, da sehr viel mehr vorort passiert, als wir je erfahren. Mein Partner, der seit vielen Jahren in Mex City lebt, möchte sein Büro auflassen und nach Argentinien gehen. Es herrschen ein Bandenkriege und die Regierung selbst ist auch arg zerstritten, so dass man von dieser Seite nicht viel erwarten kann. Wollte 2011 Baja California anbieten, habe dieses Vorhaben verschoben, da auch hier Diebstahl und Morde an der Tagesordnung sind. Es gibt so viel schönes in Südamerika, Peru CHILE Argentinien usw. Alles Gute Eva

Mexiko Stadt - Gefahr

Hallo zusammen Ich habe schon diverse Artikel zur Sicherheit in Mexico DF gelesen. Trotzdem muss ich diese Frage nochmals in den Umlauf bringen. Ich möchte Anfangs Februar nach MX-City reisen. Der Anlass dazu ist es eine Bekanntschaft zu treffen. Nun sind meine Eltern extrem besorgt und denken, dass ich nicht lebendig zurückkehren möchte. Auch die Reisehinweise des zuständigen Amtes sind nicht sehr beruhingend. Also ich würde alleine dorthin reisen (bin männlich, 21 Jahre), ich habe keine Spanischkentnisse. Ich würde sehr wahrscheinlich im Hyatt Regency mein Zimmer buchen, da dies eine internationale Hotelkette ist. Der Transport Flughafen-Hotel würde ich durch das Hotel beziehen und nicht mit einem normalen Taxi machen. Desweiteren befürchten meine Eltern, dass mir mein Schweizerpass auch zum Verhängniss werden könnte (Vorurteil - Reiche Schweizer :S). Ich würde meine Uhr und sonstigen Wertsachen auch zu Hause lassen. Auch würde ich nicht mit extrem viel Geld im Portmonait herumlaufen, ich weiss jedoch nicht was da viel ist? Ich dachte so an 1000 Pesos, nicht mehr Bares dabei. Was meint Ihr? Wie kann ich meine Eltern beruhigen bezüglich Sicherheit? Wie sind Eure persönlichen Erfahrungen?

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