Wie hoch ist eine realistische Vermittlungsgebühr im Reisebüro für eine Individualreise nach Schottland?

6 Antworten

Welchen Sinn macht es eine schon vorüberlegte Reise bei einem "Individualreiseveranstalter" zu buchen, noch dazu wir jetzt nicht von z.B. Südamerika reden sondern von Schottland.

Bucht den günstigsten Flug den ihr finden könnt, bucht den günstigsten Mietwagen (inkl. Versicherung ohne Beschränkungen!) den ihr finden könnt, und dann fahrt dort hin wo euch eure Lust und Laune - und das Wetter - hinverschlägt. Wenn ihr nicht gerade in der Hauptreisezeit Juli + August unterwegs seit, ist es quasi unmöglich, KEIN freies B&B zu finden. Meine Frau und ich hatten zumindest noch nie das Problem. Klar kann mal das erste oder auch zweite B&B schon belegt sein, aber im Regelfall sind die sogar behilflich, ein freies zu finden.

Spart euch also diese 700,- € bzw. gebt die für was sinnvolleres aus, z.b. Souveniers oder Eintrittsgelder für die vielen besichtigungswerten Properties.

Noch ein Tipp bzw. Ratschlag aus eigener Schottland-Erfahrung (im Wahrsten Sinne des Wortes). Je nachdem wie viel Zeit ihr insgesamt für die Reise habt, überlegt euch, ob ihr nicht mit dem eigenen Auto nach Schottland reisen wollt! Sicherlich sind das ein paar Kilometer und man muss 2 Extra-Tage einplanen (je nach Wohnort), aber es hat verdammt viele Vorteile: man fährt im unbekannten Linksverkehr wenigstens mit dem eigenen, bekannten Auto, muss sich also nicht auch noch an ein unbekanntes Auto mit unbekanntem Fahrgefühl gewöhnen (rechts sitzen und fahren = ganz anderer Blickwinkel; mit links Schalten etc.); man ist gepäckmäßig nicht eingeschränkt, was v.a. für das ein oder andere Souvenier von Vorteil sein kann.

Und wenn doch Flug + Mietwagen, empfehle ich - zumindest beim ersten mal - ein wenig mehr Geld auszugeben und ein Auto mit Automatikgetriebe zu nehmen, dann muss man sich wenigstens nicht mit der Schalterei auseinander setzen.  

Hi Thomas,

ganz schwieriges Thema. Früher war es so, dass die Veranstalter in den Hotels in GB orgentliche Raten bekamen (also günstiger wie im Hotel direkt). Darauf wurde der Gewinn und das Veranstalterrisiko sowie diverse Versicherungen (Insolvenz-, Veranstalterhaftpflicht) draufgeschlagen und unterm Strich war man immer noch günstiger als bei Buchung direkt im Hotel.

Heute meinen die Hotels (speziell im Norden Europas) den Stein der Weisen gefunden zu haben und vermarkten sich zunehmend im Netz. Sie glauben dass es sinnvoller ist, Ihr Marketingbudget in Hotelportale und Online-Werbung zu stecken als in Provisionen von Reiseveranstaltern und Reisebüros. Das führt dazu, dass die Reisebranche anders kalkulieren muss. Nur wie soll man das machen: Einerseits erwartet der Kunde top ausgebildete Verkäufer mit viel Ortskenntnis und Fachwissen, einen Ansprechparter für Notfälle, eine Insolvenzversicherung, eine Veranstalter-Haftpflicht die auch die Verkehrssicherungspflicht abdeckt (wenn Du über eine zu niedrige Balkonbrüstung fällst, ist der Veranstalter in der Haftung), Zahlung in Deutschland, schön aufgemachte Reiseunterlagen und deutsches Pauschalreiserecht, wenn mal etwas schief geht. Andererseits sind die Raten für den Veranstalter fast gleich hoch wie online. 

Schlußendlich nimmt der Kunde dann das Angebot des Veranstalters, dröselt alle Einzelpreise auf und staunt, dass er das doch alles online viel billiger bekommt. Dabei wird meist großzügig darüber hinweggesehen, dass man das Angebot gar nicht nachrechnen könnte, hätte man es nicht durch den Arbeitseinsatz des Veranstalters überhaupt erst in die Hände bekommen. Und die Leistungen sind halt auch nicht vergleichbar.

Fair wäre, wenn der Veranstalter sein Angebot nur gegen eine Bearbeitungsgebühr an den Kunden abgeben würde. Aber das ist in Deutschland nicht oder nur sehr schwer durchsetzbar.

bye

Rolf

Ja, in der Tat. Ein schwieriges Thema. Mein Fehler war ganz klar, dass ich vorher nicht nach der Servicegebühr und den damit verbundenen Leistungen gefragt habe. Hätte ich im Vorhinein davon gewusst, hätte ich von einer Reiseangebotserstellung Abstand genommen.

Die Dienstleistung, die der Anbieter liefert, geht schon über dem eines normalen Reisebüros mit Pauschalreisen hinaus. Die Zusatzinformationen für die Reise oder die Autoroute sind schön und auch nützlich, für UNS aber nicht so wichtig.
Ich glaube es lag an der falschen Vorstellung der gewünschten Dienstleistung. Für die gebotene Dienstleistung mag dieser Betrag vielleicht auch okay sein. Allerdings verstehe ich nicht eine "pro Person-Pauschale".
Die Reiseinformationen werden einmal für die Reise erstellt und nicht für jede Person. So  hätte ich einen prozentualen Anteil (auf die gesamte Reise) für besser empfunden. Bei einem Reisepreis von 1250,- p.P. waren mir die Zusatzkosten von 300,- p.P. einfach zu hoch.

Wir haben nun unsere Reise selber zusammengestellt und gebucht. Dabei haben wir darauf geachtet, dass wir nicht die Reise und Hotels/B&B 1:1 kopieren. Das hätte ich für unfair gehalten.
In Summe hat sich nun unserer Reisepreis noch mal deutlich reduziert. (etwas über 1000,- Euro pro Person).
Eine Gebühr für die Angebotserstellung (welche bei Reiseabschluss verrechnet wird) halte ich auch für sinnvoll!

Gruß aus Dortmund,
Thomas

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... wenn Ihr die Route sowieso schon ausgearbeitet habt, warum bucht Ihr dann nicht auch selbst ?

Alternative wäre noch, sich bei der Ankunft einen Mietwagen zu nehmen und dann einfach loszufahren. Bed and Breakfast findet sich fast immer, in der Hauptsaison allerdings besser 1-2 Tage im Voraus zu reservieren.

Oder auch ein Wohnmobil mieten, die Straßen sind gut, an den Linksverkehr gewöhnt man sich auch recht schnell.

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