Wie gefährlich ist es, mit dem Fahrrad alleine durch die USA zu fahren?

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Die USA sind ein auf den Autoverkehr ausgerichtetes Land, es ist nicht so wie in Deutschland, dass man Fahrradwege ohne Ende vorfindet. Was die Städte anbetrifft, hat dein amerikanischer Freund sicherlich Recht. Es gibt gefährliche Viertel und die Amerikaner fahren grundsätzlich mit geschlossenen Fenstern und verschlossenem Auto, damit ihnen nichts passieren kann. Diesen Schutz hast du auf dem Fahrrad nicht. Außerdem muss man schon sehr ortskundig sein, um zu wissen, welche Straßen man gefahrlos befahren kann und welche nicht. Wir sind selbst schon des öfteren in "gefährliche" Gegenden geraten, da der Wechsel ungefährliche-gefährliche Gegend oft abrupt erfolgt. Mir ist bei meinem letzten USA-Besuch auch aufgefallen, dass die Armut stark zugenommen hat und es viel mehr Obdachlose bzw. dubiose Gestalten auf den Straßen gibt. Wo wirklich viel Fahrrad gefahren wird, ist in den US-Bundessstaaten Oregon und Washington, da könnte ich mir eine Fahrradtour problemloser vorstellen als im dicht besiedelten Osten.

Für gefährlicher als in Europa erachte ich eine Fahrradtour in den Staaten nicht. Nur als viel unpraktischer. Kaum jemand fährt dort mit seinem Fahrrad und eine Tour mit Satteltaschen wird dir einige verwunderte Blicke bescheren. Die Fahrradwege sind dementsprechend schlecht ausgebaut und "idyllische" Routen eher für Fußgänger angelegt. Obwohl neue Wege gehen spannend sein kann, empfehle ich wegen der "Verkehrssicherheit" nach bekannten Routen Ausschau zu halten.

In NYC würde ich nicht Fahrrad fahren - mehr wegen des Verkehrs und des unglaublich schlechten Straßenzustandes und nicht wegen der Gefahr des Überfallen- oder Beklaut-Werdens! Das kann Dir als Fußgänger auch passieren, wenn Du in die verkehrte Gegend kommst - ist mir allerdings bei zahlreichen Besuchen dort auch noch nie passiert!

Aber außerhalb New York und vor allem im Hudson Valley und in den Neu-Englandstaaten kann das eine tolle Sache sein! Gerade dort gibt es Unmengen von kleinen Landstraßen, die nicht sehr befahren sind und durch unglaublich schöne Landschaften führen! Und die Menschen dort finden Fahrradfahrer, noch dazu mit Satteltaschen und eindeutig auf längerer Tour, "absolutely fabulous" und sind äußerst hilfsbereit und gastfreundlich denen gegenüber!

Also, dem Rat von Maxilinde folgen und vielleicht noch jemand Gleichgesinnten finden (ist auch äußerst hilfreich als seelischer Beistand für Reifen- und andere Pannen, die unterwegs passieren können), die Tour erst außerhalb des Stadtgebietes von NYC starten und Dich mit entsprechenden Straßenkarten gut vorbereiten - dann kann das DER Urlaub Deines Lebens werden!

Vielleicht noch ein Tipp am Rande: Möglichst oft SERVAS-, CouchSurfing- oder Hospitality-Club-Gastgeber zum Übernachten ansteuern - da hast Du stets gleich Ortskundige, die Dir viele gute Tipps geben und Dir im Notfall auch mal weiterhelfen können!

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