Wer kennt Marrakesch

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Ich kenne Marrakesch ganz gut. An sich habe ich in Marrakesch nur gute Erfahrungen gemacht. Ich bin alleine als Frau dorthin gereist, was ich im Nachhinein vielleicht nicht hätte tun sollen. Das nervigste waren halt die Männer, die mich ununterbrochen angesprochen haben. Ich bin eigentlich ein sehr, sehr entspannter und gelassener Mensch, aber wenn man ununterbrochen angesprochen wird und man eigentlich nur seine Ruhe haben will, dann kann man schon mal lauter werden. In Marrakesch muss man eigentlich kein Kopftuch tragen, habe mich dann letztendlich doch entschieden eines zu tragen, um in Ruhe gelassen zu werden. Um die Stadt kennenzulernen reichen drei Tage vollkommen aus, es sei denn ihr wollt von dort aus den toubcal hochwandern. Dann würde ich euch eine Woche empfehlen. Also "aggressive" Moslems habe ich dort nicht getroffen, im Gegenteil, die waren eigentlich sehr interessiert und haben auch sehr viele Fragen zum Christentum gestellt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dort jemals wegen meiner Religion beschimpf wurde. Das ist mir nur ein einziges Mal in Ägypten passiert. Wenn du Menschen fotografieren möchtest, dann frage sie lieber erst. Gib den Leuten dann ein bisschen baqschisch, die freuen sich. Ich habe mit dem Fotografieren keine Probleme gehabt. Du darfst halt keine Polizisten, keine Brücken und Bahnhöfe fotografieren. Nahrung kannst du überall in den kleinen Tante Emma Lädchen kaufen oder ansonsten auf dem großen Marktplatz Djama el-Fna. Verhungern wirst du dort sicherlich nicht, da es an jeder Ecke kleine Imbissläden gibt. Du kannst auch zu den Marjane-Supermärkten fahren, jedoch sind die weiter draußen. Es gibt dort alles, was es in deutschen Supermärkten auch gibt. Ziehe am besten luftige Kleidung an. Wenn du eine Frau bist, dann vermeide freizügige Kleidung.

Ich kenne den Norden Marokkos, Tanger, Tetouan, etc. Marrakesch leider nur aus Erzählungen: Was mir aber alle bestätigt haben, dass die Touristen-Belästigung durch aufdringliche „Guides“ im Norden, v.a. in Tanger viel weiter verbreitet ist als in Marrakesch, Rabat oder Casablanca.

Zum Fotografieren: Wenn man sich als Fotograf respektvoll verhält und den Leuten nicht gerade in die Suppenschüssel reinfotografiert, dann sollte es damit auch keine Probleme geben. Beim Fotografieren von Menschen hab ich mir halt vorher immer deren Erlaubnis eingeholt. Die allermeisten hatten da nichts dagegen: Manche haben sich sogar gefreut und waren stolz, dass man sie fotografieren will. Natürlich haben sie dann auch nichts gegen eine kleine, freiwillige „Aufmerksamkeit“ einzuwenden... In Tanger kann es allerdings schnell passieren, dass die kleine, freiwillige „Aufmerksamkeit“ mitunter recht wortgewaltig eingefordert wird... Wenn man länger dort ist, kennt man dieses Spiel aber und lässt sich von solchen „Verhandlungen“ nicht irritieren.

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