Welche Route würdest du Wählen?

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3 Antworten

Ich würde von Pucón aus nach Puerto Montt mit dem Bus fahren und von dort mit der Navimag-Fähre durch die Fjorde nach Puerto Natales (mit Walsichtungen). Dann weiter mit dem Bus nach El Calafate in Argentinien (lange Busreise/tolles Erlebnis! Wenn möglich aber Semi Cama buchen). Von El Calafate aus könnt Ihr mit öffentlichem Bus zum Perito Moreno gletscher fahren und Wanderwege gibt es dort in der Gegend genügend. Eine ganz gute Unterkunft wäre dort das Hostel Del Glaciar Libertador, zu Fuß etwa 15 Min. vom busbahnhof entfernt, es gibt aber auch einen Shuttle.

Dann evtl. eine Rundfahrt durch die Provinz Santa Cruz in Patagonien und wieder zurück nach westen Richtung Perito Moreno, diesmal den Ort und nicht den Gletscher. Von dort ist es nicht mehr soooo weit nach El Chaltén - mit dem Fitz Roy und anderen habt Ihr da Berge vom Feinsten und auch wieder Gletscher!

Bei 2-3 Wochen Sprachschule und dem o.g. mehr oder weniger ausschließlichen "Natur-Programm" wären da schon mal 2 Monate nicht zu knapp berechnet.

Für die restlichen drei Monate kann ich Euch Salta im Norden Argentiniens mit der vielfältigen Umgebung dort ans Herz legen. Für mich als absoluter Eisenbahn-Fan war natürlich eine Fahrt mit dem 'Tren de las nubes' unbedingt nötig - es gibt aber in Salta auch Touren mit Geländebus, die eine ähnlich Fahrt anbieten! Es geht bis über 4000m Höhe, die Busse fahren auch einen großen Salzsee an und über Purmamarca zurück nach Salta. Von Salta wäre es nicht weit nach Bolivien - ein traumhaftes Land, noch ziemlich ursprünglich und (gott sei dank oder leider) noch nicht so richtige vom Tourismus entdeckt! Natur von Hochgebirgen und Hochebenen bis zu Regenwäldern und allem dazwischen - nur schön! Es gibt aber über Natur hinaus (Salar de Uyuni z.B.) auch noch ein paar wunderbare historische Stätten, die sich im hinblick auf die wechselvolle Geschichte ganz Südamerikas unbedingt lohnen (Tarija, Potosí, Sucre, Cochabamba und natürlich die Hauptstadt La Paz u.a.). Von La Paz gibt es günstige Flüge quer über die 5- und 6-Tausender nach Rurrenabaque, dem Tor zum Dschungel! Ich war im Serere-Camp für 5 Tage, ein Traum - nochmal etwa 2 Std. mit dem Boot weiter und dann noch eine Stunde zu Fuß. Aber das war dann Regenwald pur, mit allem was dazu gehört - und eins der schönsten Erlebnisse während meiner langen Reise!

Bolivien ist im Hinblick auf Eure Reisekasse unschlagbar günstig - vielleicht nicht zu verachten!

Zurück nach La Paz und von dort per Bus zum Titicaca-See und dann über die Grenze nach Peru! Ein Land, ebenso randvoll mit Geschichte und Natur! Da wäre Puno am Titicacasee mit seinen Dörfern schwimmenden Inseln, natürlich Machu Picchu und Cusco und allem dazwischen! Arequipa, Lima, Chiclayo etc. etc. etc.!

Für beide genannten Länder würde ich mir Infomaterial in Eurer örtlichen Bibliothek holen und dann entscheiden, was Ihr sehen, besteigen, bereisen der sonst machen wollt!

Inlandsflüge in Peru und Bolivien sind entgegen sonst in Süd-Amerika sehr günstig! Bei Reisen dort die Höhe nicht unterschätzen, die manchmal den einen oder anderen zusätzlichen Tag nötig machen kann! Bei Busfahrten vor allem in Peru auf örtliche aktuelle Warnungen hören.

Kolumbien wäre vielleicht auch noch schön - kenne ich leider nicht, muß aber traumhaft sein und inzwischen auch wieder relativ sicher! Vielleicht auch der Norden von Chile! Brasilien würde ich, abgesehen von den Gefahren, die hier im forum geschildert wurden, schon aus Sprachgründen bei dieser Reise außen vor lassen - und es ist kein billiges Reiseland! 1200€ (das hatte bzw. habe ich auch etwa pro Monat) sind nicht soooo viel!

Aber Buenos Aires und unmittelbare Umgebung und die Iguazu Wasserfälle würde ja auch noch ein wenig Zeit brauchen - aber das alles ist nur meine eigene Meinung und (wunderschöne!!!) Erfahrung! In meinem blog www.grannyontour.wordpress.com findet Ihr Fotos und im Text versteckt auch Hinweise auf (meist sehr günstige) Übernachtungsmöglichkeiten!

Der rest von Südamerika läuft Euch nicht weg und ich bin überzeugt, daß Ihr bestimmt nochmal dorthin reisen möchtet!!!

Hatte ich vergessen - ich habe übrigens in meinen 4 Monaten Süd-Amerika keine negativen Erfahrungen gemacht! Außer, daß mir von einer findigen Taschendieb-Bande im Ostertrubel in La Paz mein Fotoapparat gestohlen wurde - das hätte mir aber daheim in München vor dem Glockenspiel am Marienplatz auch passieren können... Ich war allerdings nie alleine nachts in den Städten unterwegs, habe immer nur die etwas teureren Busse genommen und habe auf die Busreise von Cusco nach Arequipa schweren Herzens verzichtet, weil mir von einigen Einheimischen gerade zu meiner Reisezeit vehement abgeraten wurde!

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Wau, bin beeindruckt, vielen Dank für deine tolle Antwort, ich geh das mal alles durch!

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@AtzeKolben

Nochmal eine Ergänzung! Ob 'Android' und 'Tabloid' für Südamerika wirklich eine so gute Idee sind? Das macht nur Appetit bei den Langfingern (und die gibt es auch reihenweise unter Deinen Mitbewohnern in den Hostels etc.)! Neben Fotoausrüstung (das würde ich mir bei mehreren Monaten in Süd-Amerika auch überlegen und lieber auf eine anständige kleine Digital-Camera ausweichen) wären das zusätzliche Dinge, auf die Du ständig ein Auge haben müßtest! Aber das nur so am Rande...

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@AtzeKolben

DH! Tolle Antwort Roetli, da möchte man doch gleich hinreisen, oder am besten schon dort sein.

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Pucon ist an sich schon traumhaft schön, es gibt in dieser Stadt unendlich viele Möglichkeiten der Aktivitäten:

-Vulcane besteigen = Villarica
-für Rafting herschen dort paradiesische Zustände -Den "Cruce de los Lagos" lege ich dir ans Herz, das ist eine traumhafte Seenroute, bei der du von Chile (Puerto Varas) unterschiedliche Seen per Katamaran bis nach Argentinien (Bariloche) durchquerst.

weiter südlich kannst du dann nach Cohiyaque fliegen (Navimag hatte jemand auch erwähnt, ist aber kein besonders günstiger Spass, fliegen ist um welten billiger, falls die Kasse es nicht hergibt). In Cohiyaque befindet sich der Qeuelat Nationalpark mit seinem hängendem Gletscher und seinem riesigen gemässigten Regenwald. Sowas hast du in deinem ganzen Leben nicht gesehen, unglablich ursprünglich und rein.

Ganz im Süden (Weiterflug nach Punta Arenas) lege ich dir einen Besuch im Torres del Paine Nationalpark Nahe. Dieser Nationalpark ist quasi ein MUSS für Chile Besucher, das Paine Massiv bietet ein unvergleichliches und formtechnisch bizarres Bergpanorama, welches ohne zu übertreiben weltweit einzigartig ist. (google mal nach Torres del Paine...)

Danach kannst du von dort die Grenze zum Perito Moreno Gletscher überqueren, und der Route von Roetli folgen.

Ich würde mir bei Tam einen American Airpass kaufen und die Reisezeit ausschließlich in Peru und Bolivien verbringen. Dort spart ihr so viel Geld, denn Argentinien und Chile sind sehr teuer.

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