Was war euer traurigstes Reiseerlebnis?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In meinem ersten kanadischen Winter war ich auf der Strecke von Kamloops nach Clearwater. Auf der Fahrt dahin hat ein Kunden den Termin kurzfritsig abgesagt, dann dachte ich mir, OK, nun bist DU schon fast dort also warum faherst du nicht in den Wells Gray Nationalpark und schaust dir den Helmken Fall an.

In Clearwater muss man dann vom Highway in die Einfahrt des Parks abbiegen, und von dort sind es dann knapp 40 km bis zum Fall. Das wusste ic hdamals nicht. AM Anfang is tdie Strasse super ausgebaut, nach so ca 20 km merkte ich das ich keinen Handyempfang mehr hatte was solls, es war blauer Himmel, sehr kalt (so -10Grad ca) und ic hwar guter Dinge. Dann wurde die Landschaft immer einsamer, die Strasse schmaler und dann zur Schotterpiste. Egal, Ich hab nen Jeep Mit Allrad V8, 4,6L Hubraum was solls. Weiter...

Die Gravelroad war sehr verschneit, aber noch gut befahrbar und ich kam schlieslich nach fast 1 Stunden fahrzeit am Helmenken Fall an. (Angehangt ein Sommerbild vom Fall. Im Winter ist dort wo der Fall auf das wasser trifft ein gigantischer Eisdom, sieht aus wie ein Riesen Alien Ei :) Das war dann gegen 2:30 mittags. Schneehoehe abseits der Strasse so an die 1-1,5m. Ich bin dann zur Aussichtsplattform gelaufen und hab die Aussicht genossen.

Als es mir dann zu kalt wurde bin ich zuruck ins mein Auto und bin losgefahren. Das war gegen 3:30pm. Ich bin keine 50 m gefahren als ploetzlich das Auto unaufhaltsam nach rechts rutschte von der Strasse weg. Ich dachte nur :Schei$$e.... und mit einem Schlag ware ndie beiden rechten Raeder von der Strasse und ich bin so tie im schnee versunken dass mein Jeep mit den Achsen auf der Boeschung aufsass. Ok, heute weiss ich wie ich mir helfen kann aber hey jeder lernt auf die harte Tour. Als ich so da sass und versuchte wieder aus dieser misslichen Lage ruaszukommmen; mit jedem Verusch rutschte der Jeep mehr Richtung Schnee und ich wollte nicht mit allen raedern im Schnee stecken. Also die rechte seite was quasi Schnee unter und die Linke seit war auf der Eisglatten Fahrbahn. Neigen des Wagens nach rechts war so stark dass ich mich nur auf dem Fahrersitz halten konnte wenn ich den Ellenbogen aus dem Fenster streckte und mich einhackte :) Erst dann viel mir auf, dass ich die Ganze Zeit kein Auto mehr gesehen hatte Auf der Fahrt hier hoch nicht, in der Stunde am Wasserfall nicht und auch jetzt nicht. Da daemmerte es mir: Dieter, DU sitzt richtig in der Scheisse! Auf 20 km kein Handyempfang, keine Sau hierdraussen um Dir eventuell zu helfen. Ab ca 4 Uhr mittags beginnt die Daemmerung und um 5 ist es absolute Nacht. Und die Tempraturen gehen dann sehr schnell nach unten, wobei ich mich fragte wieviel mehr nach unten gehts denn wenn wir bei -10 Grad anfangen :)

Mir war es nicht sehr nach lachen zumute. Ich hatte eine Schaufel im Auto (Plastik Oo, genau). ALso hab ich angefange nSchnee zu schippen. Obwohl es einam dan nwarm wird und man sogar ins schwitzen kommt, ist das nicht sehr angenehmn wenns draussn so kalt ist. Ic hwar nur Froh, dass ich in Clearwater noch getankt hatte so dachte ich wahr ich doch nicht ganz so uebel drann

Das Ende vom Lied wahr, ich habe meine erste Nacht im kanadischen Winter draussen verbracht. Und man glaubt gar nich twas so ein V8 selbst im Standgas und bei nur halbstuendigem Betrieb zum aufwarmen so an Sprit schluckt. Ich hatte mehr als eine nHalben Tank in der nacht verbraten. Am Anfang war ich sehr sparsam aber eine Halbe stunde aufwaermen war in gefuhlten 10 minuten wirder auf 0 grad. Hab schnee auf de Heizung geschmolzen damit ich was su trinken hatte. und am naechsten morgen (zum Glueck hat es in der Nacht nicht geschneit) kam zum Glueck gegen ca 10 Uhr Ein freundlicher Kanadier vorbei, der eine METALLschaufel dabei hatte und auch Streusand (hab ich jetzt auch immer dabei) und gemeinsam konnten wir meine Karre aus dem Schnee rauskriegen. Hab Ihn dann noch zum Essen eingeladen und wir sind heute noch in Kontakt.

Dieses Erlebnis hat mir die Augen geoeffnet wie schnell man hier in eine absolut gefahrliche Lage nkommen kann. Haette ich nicht getankt waere ich womoeglich da oben erfroren oder auf dem 20 km Marsch bis ich wieder Handy empfang gehabt haette.

Ich habe meine Lehren daraus gezogen und wuerde diese Fehler heute nicht nochmal machen.

Aber hey, das ist Kanada,eh :) Ich weiss nicht ob as traurig ist, aber es war fuer mich schon eine art Grenzerfahrung.

Gruesse aus BC Dieter

Helmken Fall im Sommer - (Reise, Fernreise, Erlebnis)

In der Tat: Kanada lehrt Respekt vor der Natur.

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@tauss

Suuuuuuuuuuuuuper, erzähl uns mehr Geschichten :-)

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@Endless

Vielen Dank für alle Antworten, die Auswahl war sehr schwierig!

LG

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Winterfotos zum Helmcken Fall siehe gaaanz unten am Ende der Posts :) Danke fuer die gute Bewertung :)

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Ich machte vor vier Jahren mit meinem damals 17jährigen Sohn eine Südwest-USA Rundreise. Wir standen gerade am Grand Canyon und liessen den gewaltigen Eindruck auf uns wirken als mein Handy klingelte - mein Mann rief aus Deutschland an und teilte uns mit dass eine Freundin unseres Sohnes gestorben ist, sie war Anfang 20. Zwar ging es ihr schon nicht gut als wir die Reise antraten, trotzdem hatten wir eigentlich nicht damit gerechnet. Kommt uns immer wieder in den Sinn wenn wir vom Grand Canyon sprechen.

eigentlich war es ein trauriges UND ein schönes Erlebnis.:

wir waren im Sommerurlaub in Zermatt und mir sind krankheitsbedingt alle Haare ausgefallen,soweit die traurige Seite...ich war dann bei einer wunderbaren Coiffeuse (so heisst das in der Schweiz), sie hat mir so geholfen und sich so liebevoll um mich gekümmert,daß es mir gleich wieder besser ging.Meine Haare sind schon lange wieder nachgewachsen,aber jedesmal wenn wir in Zermatt sind besuche ich sie ,nicht nur zum "Haare machen".Ich habe überhaupt -gerade in dieser Zeit- ganz wundervolle Menschen in der Schweiz kennen gelernt.

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