Was verändert Menschen beim Traveln?

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5 Antworten

Die Änderung des Blickwinkels, die neuen Eindrücke, Begegnungen mit anderen Kulturen und deren Menschen. Das alles baut sich in das eigene Weltbild ein. Man wächst am Reisen, weil die neuen Erfahrungen so in dieser Dichte und Eindrücklichkeit zu Hause nicht gemacht werden können. Mehr Offenheit, mehr Zugehen auf andere, sich nicht selber so wichtig nehmen, Aufbruchstimmung aus Tagträumen und Lethargie, Inspiration durch die Eindrücke... Da kommt viel zusammmen. Und das beeinflusst.

Das ist es übrigens, was für mich Reisen ausmacht. Drinstecken mit Haut und Haar und Gefühl. Weil sonst könnte man sich ja Reiseberichte anschauen von der heimatlichen Couch. Und das ist es, warum ich immer individuell reise, nie mit Reisegruppe. Näher an den Menschen, näher am Land. Reisen mit allen Sinnen. Wunderbare Erlebnisse und ganz viele Eindrücke.

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Ich hätte es nicht treffender formulieren können! Kompliment !!!!

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Wenn du eine Weile von zu Hause weg bist - und ich meine damit mindestens 6 Monate - dann hast du einen ganz anderen Blick auf dein bisheriges Leben. Du kannst es kaum fassen, dass du dich mal über das Rauchverbot aufgeregt hast, wenn du siehst in welchem Elend andere Menschen leben. Wenn dir bewusst wird wie sehr du einem Kind in der dritten Welt schon mit einem Euro helfen kannst, dann schämst du dich für deine kleinen Probleme die dir das Leben zu Hause schwer gemacht haben. Wenn du offen für solche Dinge bist, kommst du als völlig neuer Mensch zurück.

Das, was den Menschen ausmacht und was die Kindheit so wundervoll macht, ist das Staunen und Fragen. Wenn Du Dich in Deinem "normalen" Leben soweit eingetrottet hast, dann gibt es nichts mehr, das Dich in Staunen versetzt, nichts Unbekanntes, bei dem Du in einen Wasserfall von Fragen ausbrichst. Die Menschen, mit denen Du Dich umgibst, haben ähnliche Ansichten, ähnliche Erfahrungen und Erlebnisse und ein ähnliches Leben.

Anders beim Reisen: Du wirst mit einer Tonne neuer Eindrücke überschüttet, Dein Weltbild gerät positiv aus den Fugen, Deine Gedankenströme befinden sich wieder im Fluss. Ständig wirst Du mit Neuem konfrontiert, ständig gleichst Du dies mit Bekanntem ab und kommst das ein oder andere Mal vielleicht zu der Ansicht, dass Du bisher in Deiner kleinen Welt die Dinge etwas zu wichtig genommen hast, während Du anderen, entscheiderenden, Dingen viel zu wenig Raum gegeben hast.

Auf Reisen lernst Du wieder zu Staunen und zu Fragen - und das verändert. :-)

Die anderen haben ja schon viel geschrieben und ich kann allem nur zustimmen.

Ich denke, dass Reisen eine große Chance sind. Hier, in seinem Alltag, in seinem Trott vergisst man oft, was einem eigentlich wichtig ist, wer man eigentlich ist und was man eigentlich vom Leben will. Man schwimmt in einem gleichmäßigen Strom mit allen anderen mit und funktioniert eben. Dabei läuft man aber manchmal auch Gefahr sich selbst zu verlieren.

Reisen ermöglicht einem einen Abstand zu seinem bisherigen Leben und dem Alltag, der sonst kaum möglich ist. Erst bei längeren Reisen, wenn man mal wirklich alles hinter sich lässt und nicht nur 2 Wochen von der Arbeit ausspannt, hat man die Chance, sein Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Man kann sich darauf besinnen, was man eigentlich will und wer man eigentlich sein will, ob die Arbeit wirklich an erster Stelle stehen sollte oder ob man seine Prioritäten nicht vielleicht doch neu sortieren will.

Ich denke, auch das verändert die Leute auf Reisen, dass sie ihr Leben neu überdenken und dann gegebenenfalls auch neu ordnen und sich auf tiefere Werte besinnen.

Weit abseits der Touristenströme und in Nichttouristenländern auf einfachste Weise und mit wenig Geld traveln brachte mir: 1. Ich sehe die Welt und mein Leben ganz anders und positiver. 2. Ich rege mich über Kleinigkeiten nicht mehr auf. 3. Ich bekomme Respekt vor den "Einheimischen" und schätze gerade die einfachen und armen Menschen. Und und. Ein Erlebnis zum Schluß: Es war in Catania (I) auf einer Sparkasse. Es war gerade Rentenauszahlungstag. Vor und hinter mir am Schalter meist Witwen die Ihre Monatsrente von 50 € abholten. Ich tauschte 500 € um. Die Frauen machten mir erfurchtsvoll Platz. Beim Verlassen der Bank schämte ich mich. MfG

Vielen Dank für die vielen Antworten! Es läuft wohl schlussendlich auf den Unterschied zwischen Lernen aus Wissen und Lernen auf Erfahrung hinaus, kann das sein? Etwas erfahren ist doch nicht das gleiche wie etwas mit dem Kopf verstehen...obwohl es keinen messbaren Zusatzgewinn an Informationen gibt! Ich meine, ob ich in einem Buch lese, dass der Stamm X freundlich ist oder ob ich hinfahre und erfahre, dass der Stamm X freundlich ist, macht auf der Wissensbasis keinen Unterschied! Vielleicht finde auch nur ich das seltsam... Ich danke euch ejdenfalls für den regen Austausch!

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@Inselhopper15

Erfahren ist was ganz anderes als Lernen durch Wissen (z.B. Bücher). Erfahren trägt schließlich auch zur Wissenserweiterung und zur persönlichen Reife bei. Durch "Erfahren" entsteht eine "rational nicht erklärbare "Wissenserweiterung". Hören wir hiermit auf, denn das gehört nicht in dieses Bord. MfG Leider: Ich bin kein Psychologe.

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