Was ist das Sebstverständnis von Backpacker? Wie sehen sie sich selbst? Als Kosmopoliten?

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5 Antworten

Darf ich auch antworten, obwohl ich niemals ein "richtiger" Backpacker war?

Ich bin zwar früher auch spontan mit äußerst schmalem Geldbeutel verreist, jedoch nicht wochen- und monatelang mit dem Rucksack durch die Welt gezogen. Damals war das schmale Budget der Hauptgrund für das einfache Reisen, und ich habe es schon auch genossen. Vor allem das Gefühl von Spontaneität, Unabhängigkeit, Freiheit, das man durch diese Reiseart gewinnen kann, mag schon einzigartig sein. Und natürlich ist das Erleben oft ein Anderes, Intensiveres als als bei zwei Wochen im Hotelbunker.

Diejenigen, die nicht nur aus finanziellen gründen backpacken und durch das Backpacken jedoch ein "Zeichen setzen" wollen und diese Reiseart als bewusste Abgrenzung zu allen anderen, eher "verachtenswerten" Reisenden sehen, gibt es schon auch. Die sich tatsächlich als die besseren Reisenden betrachten, sich durchaus kosmopolitisch sehen und eine gewisse Grundarroganz an den Tag legen. Leider oftmals ohne Gehalt, wie ich schon kenne lernen durfte. ""Alleine mit einem Rucksack um die Welt reisen - viele bewundern das", meint die Ethnologin Jana Binder in ihrer "Ethnographie über Backpacker" und fügt hinzu: "Am meisten aber bewundern die Rucksacktouristen sich selbst."" (http://wap.stern.de/op/stern/de/ct/-X/detail/lifestyle/Kolumne-Wenn-Backpacker-H%FChnern/607514/)

Ohne hier irgendwelche Backpacker angreifen zu wollen! Doch diese "Ideologie" gibt es nun mal auch, und die muss ich dann belächeln. :-)

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Wahrscheinlich ist bei mir nicht viel mehr als die Lust auf ein authentisches, nicht so sehr vom Tourismus geprägtes Erleben des Reiselandes dahinter.

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In jungen Jahren, noch ohne Familie, war ich auch mal Backpacker. Aber der einzige Grund aus dem ich mit einem Rucksack losgezogen bin war eigentlich viel von der Welt zu sehen, viel zu erfahren. Ohne dabei ein bestimmtest Bild erfüllen zu wollen. Als Kosmopolit habe ich mich selbst nie gesehen sondern eher als Mensch der auf seinen Reisen Erfahrungen sammeln will. Zudem hat das Reisen mit wenig Gepäck enorme praktische Vorteile. Ich kann mir nicht vorstellen so eine Reise zu machen mit einem großen Koffer auf Rollen den ich mit der einen Hand ziehe, in der anderen Hand mein Beauty Case und einer schicken Handtasche. Heute sehen meine Reisen ganz anders aus, allein schon weil ich keine Lust mehr habe einen Rucksack zu schleppen, nur ein paar Schuhe dabei zu haben und ich es mir leisten kann mehr Kleidung dabei zu haben als das was ich am Leib trage. Aber trotzdem, meine Zeit als Backpacker möchte ich nicht missen, das waren die schönsten, abenteulichsten Reisen auf denen ich unendliche viele Menschen kennengelernt habe.

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snowy 07.03.2011, 15:17

Seehund hat das alles schon sehr gut beschrieben :-)

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Ich glaube auch nicht, dass man sich als Backpacker irgendwie "sieht". Es ist halt die beste Reiseart für junge Leute. In erster Linie weil es wenig kostet und weil man viele andere jüngere Leute kennenlernt. Ich glaube das sind so die 2 Hauptpunkte, warum ich im Zweifelsfall lieber 4 Wochen Backpacken gehe anstatt 2 Wochen ins Hotel irgendwo hin.. Man erlebt einfach mehr. Ich glaube, wenn man älter ist, legt man vielleicht einfach mehr Wert auf Entspannung im Urlaub als auf "Abenteuer". Und der Vorteil ist eben auch noch: als Backpacker ist man ja meistens unterwegs in dem Land. Man sieht also deutlich mehr, als wenn man nur an einem Ort im Hotel/Ferienwohnung usw ist und ist flexibler darin, wann man wo hingeht, weil kein Programm oder ähnliches besteht (zB Abendessen um 7..)

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Seehund 07.03.2011, 14:55

Als frühmittelalter Mensch sehe ich das (noch) anders ;-)

LG

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Hallo,

naja- ist ja eigentlich kein Umfrageforum. Kann hier nur für mich selbst sprechen. Mit einem Rucksack ist das individuelle Reisen einfacher, denn er ist gut zu tragen und man hat die Hände frei. Wenn man dann noch die landestypischen Verkehrmittel benutzt, kommt man auch in entlegene Gebiete, sollte sich dabei aber auch der Verantwortung gegenüber sich selbst und den Bereisten bewusst sein. Man ist nicht in das Korsett eines Pauschalangebotes gezwängt, spart Geld, muss jedoch bzgl. Landeskunde und Fremdsprachenkenntnissen fit sein. Es kommt leichter zu Kontakten mit den Bereisten und Mitreisenden und man kann sich auch spontan für etwas anderes entscheiden als für das, was man sich vorher gedacht hat.

Eine spezielle "Ideologie" oder ein spezielles Image ist für mich persönlich damit aber nicht verbunden, ich bin auch in beruflichen Zusammenhängen mit dem Rucksack unterwegs gewesen.

LG

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