Was gibt es in Halle an der Saale?

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6 Antworten

Was zu DDR-Zeiten ein Nachteil war, dass die Stadt vergleichsweise wenig Kriegsschäden abbekommen hatte, ist erst jetzt Vorteil. Die sozialistischen Baukombinate hatten es nicht so mit Altbausanierung und der neue Mensch konnte eh nur in Platte grossgezogen werden mit Komplexstützpunkt und fein abgezählt eine Grossgaststätte HO pro Bauabschnitt. So entstand Halle-Neustadt als, auch verwaltungsmässig, eigene Stadt neben der vor sich hingammelnden Altstadt ("Ruinen schaffen ohne Waffen"). Für einige Blöcke zu spät, für Viele gerade noch rechtzeitig, kam die Wende und damit die Sanierung. So hat Halle eine, mittlerweile auch durch reichlich Läden, belebte historische Innenstadt. Und die vergleichsweise engen, verwinkelten Strassen wie zB die Grosse Ulrichstrasse mit Strassenbahn und kaum Platz noch für Fussgänger, strahlen eine bermerkenswerte Urbanität aus. Einfach mal im Zentrum und an der Saale flanieren. Keine Stadt dieser Grösse hat den WK II so gut überstanden !

Kirchengeschichtlich hat Halle einiges an Bausubstanz zu bieten, der Kardinal Albrecht von Brandenburg (der es mit dem Ablasshandel so dicke trieb, dass sich Luther auf den Plan gerufen fühlte), hatte sich verewigt. Eindrucksvoll ist ferner das Gebäudeensemble der Franckeschen Stiftungen, frühes Beispiel für humanistische Bildung.

An Museen lohnen das Geiseltalmuseum mit schönen Fossilienfunden aus den umgebenden Braunkohletagebauen und das Museum für Frühgeschichte mit der Himmelsscheibe von Nebra, einem sehr frühen astronomischen Kalender und grossartigem Artefakt aus der Bronzezeit sowie immer wieder spannenden Wechselausstellungen. Die Oper taugt was, da gibt es immer wieder kreative, aber nicht krawallmässig auf modern gebürstete Aufführungen. Händelfestspiele wurden schon erwähnt, lohnend vor Allem die Open-Air-Konzerte in der Galgenbergschlucht.

Noch was zum Ausgehen: Das Enchillada am Universitätsring ist eine gut geführte Cocktailbar mit Texmexküche, in einer mit viel Teak und Mahagoni ausgestatteten ehemaligen Bankschalterhalle.

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War mehrfach (eher dienstlich) dort und es hat mir eigentlich immer gut gefallen. Lang ist's her und eine besondere Erinnerung:

Zur Wendezeit machte ich im Geschwindigkeitsrausch meine erste und letzte Trabbi - Fahrt zwischen Halle und Halle - Neustadt.

Letztere besticht durch Plattenbauten. Erstere ist hübsch. Halle gehört zu den Städten, die man seit der Wende bis heute kaum wieder erkennt. Die Stadt hat einen intakten historischen Stadtkern, der sehr schön renoviert wurde. Es gibt richtig nette Gassen und interessante Winkel, auch entlang des Flusses. Stadtführungen lohnen sich durchaus und werden angeboten. Nach sonstigen Interessen einfach googeln. Es gibt einiges zu sehen- bis hin zu einem Straßenbahnmuseum.

Den besten Blick auf die Stadt hast Du übrigens von der Marktkirche. Dort soll schon Luther runtergeschaut haben. Ich schaute "nur" im Beisein der damaligen Oberbürgermeisterin runter, die sich über die Entwicklung "ihrer" Stadt sehr stolz zeigte. Zu recht, wie ich fand, bei allen Problemen, die alte DDR- Städte so haben oder hatten.

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Um die auf sehr hohem geistigen Niveau geführte Diskussion im Forum "reisefrage.net Die Reiseratgeber" zu "bereichern" ,eine kurze Bemerkung. "DDR-Bürgermeister" in Halle kenne ich zum Glück auch nicht.Die Namen der demokratisch gewählten Bürgermeister seit 1990 2xCDU,2x SPD,seit 2012 parteilos kann man bei Interesse im Internet nachlesen.Es wäre schön gewesen,wenn Sie etwas zum Thema geschrieben hätten. "Emschergirl" hat einiges dazu geschrieben.Es sprengt wirklich den Rahmen ,alles darzulegen.Halle hatte das Glück am Ende des 2.Weltkrieges nicht großflächig zerstört zu werden. Ein durchgängig schönes Altstadtbild wird durch allerdings durch viele ungeklärte Eigentumsfragen behindert,viele Eigentümer haben ihr Eigentum zurückbekommen und nun kein Geld oder Lust die Häuser zu renovieren. Trotzdem sind viele Straßenzüge schon in einem guten Zustand.Viele kulturelle Einrichtungen bieten "Kultur auf hohem Niveau".Das älteste deutsche Variete das "Steintor-Variete" ist dafür ein Beispiel.Auch die älteste deutsche Schokoladenfabrik "Halloren" enrwickelt sich langsam zu einem Touristenmagnet,Die Händelfestspiele ergänzt mit einer modernen Variante bringen viele Gäste nach Halle.Man könnte die Aufzählung fortsetzen also nach Halle/Saale kommen und überzeugen Grüße aus Halle aitutaki

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Kommentar von tauss
18.03.2013, 22:58

Glücklicherweise wurden diese dümmlichen Anmerkungen eines "Gastes" zum Thema Halle zwischenzeitlich gelöscht.

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Mit Sicherheit nicht die hilfreichste Antwort, aber leipzig ist um die Ecke und da gibt es auch viel anzuschauen, wenn es einem in Halle zu langweilig werden sollte.

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Es gäbe über Halle an der Saale doch eine ganze Menge zu sagen ..(.würde hier evt. zu umfangreich werden)

Google doch einfach 'mal :

  • Halle /Saale > Geschichte

und dann ganz speziell ( nur z.B.!!) nach

-Halloren

-Georg Friedrich Händel

-Franckesche Stiftungen

-Burg Giebichenstein .....

und du wirst bestimmt manches entdecken, das dich neugierig auf diese ostdeutsche Großstadt machen wird !

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Kommentar von annabel
17.03.2013, 19:46

Ich denke , dass mit "Halloren " nicht nur die bekannte Hallenser Schokoladenfabrik (diese ziemlich süßen "Hallorenkugeln "werden dort hergestellt!!!) gemeint ist ; diese Firma leitete ihren Namem von

der Bezeichnung der Mitglieder der Ende des15. Jahrhunderts gegründeten "Bruderschaft der Salzwirker" , der "H a l l o r e n ", ab.

Diese verkochten in großen Pfannen die Sole zu Salz . Halle an der Saale ist eine bedeutende S a l z s t a d t .

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