Was genau wird denn beim Totenkult in Südamerika gemacht?

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2 Antworten

Hallo,

nur eine Ergänzung, den mexikanischen Totenkult wirst Du in Südamerika nicht vorfinden.

Ansonsten haben alle südamerikanischen Völker ihren traditionellen Totenkult, sowohl die Inka als auch die später eingewanderten Christen. das ist ein eigenes Thema.

Bekannt sind die (Kinder)mumien, die von den Inka auf hohe Berggipfel verbracht wurden. Die herrscher der Inka bauten sich grundsätzlich einen neuen Palast, weil der alte Bau weiterhin dem Vorgänger diente. Insgesamt wurde also nicht wirklich an einen irdischen Tod geglaubt. mumien wurden immer wieder aufgesucht und um Rat gefragt. Trotz der Christianisierung ist dieser Glaube heute nicht verschwunden. Entsprechendes wurde auch bei "Normalmenschen" praktiziert. Heute ist es sehr schwierig, dergleichen zu erleben, da sich die Nachfahren der Inka der Sichtweisen aussenstehender Menschen bewusst sind und "abblocken".

Der Kult z.B. bei Pachamamafesten der Aymara ist kein spezifischer Totenkult, sondern findet unter Einbeziehung der Vorfahren statt.

LG

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hallo Carl Christoph, interessante Frage finde ich, deshalb habe ich auch sofort gegooglet was es mit dem Totenkult in Südamerika aufsich hat. Hier eine ziemlich gute Erklärung von Wikipedia, sorry das ich jetzt copy/paste mache aber ich finde ich kann es nicht besser erklären: "Día de los Muertos, das mexikanische Totenfest am 2. November, ist neben dem Fest der Jungfrau von Guadalupe am 12. Dezember, das bedeutendste Fest Mexikos. Dem Glauben nach besuchen in der Nacht vom 1. auf den 2. November die Seelen der Verstorbenen die Lebenden. Aus diesem Grunde ist dieser Tag, anders wie z.B. in Deutschland, kein Trauertag sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen. In den Geschäften und auf den Märkten werden schon Wochen vor dem 2. November Skelette aus Draht oder Pappmaché, künstliche Totenköpfe in allen Formen und Farben, Abbildungen der berühmten " Calavera Catrina", Marzipansärge und "calaveras de dulce" (Totenköpfe aus Zuckerguss) angeboten. In den Familien laufen die Vorbereitung „zum Besuch der Verstorbenen“ auf Hochtouren. Damit sie den Verstorbenen einen feierlichen Empfang bereiten können, werden die Gräber mit Blumen und Kerzen geschmückt, die Häuser auf Hochglanz gebracht, Opferaltäre, die sogenannten "ofrendas", in den Häusern errichtet und ein spezielles Brot, das „Pan de muertos“ (Totenbrot), welches es nur an diesem Tag zu essen gibt, gebacken. Der Heimweg für die Verstorbenen wird mit Blumen gekennzeichnet. Um zu vermeiden, dass sich die Verstorbenen auf dem Weg nach Hause verirren oder versehentlich zu einem falschen Opferaltar gelangen, werden auf dem Weg vom Friedhof bis zum jeweiligen Wohnhaus gelbe Cempasúchil –Blüten, - in der Indiosprache Nahuatl "Blumen der 400 Blüten" - gestreut. Im überlieferten Glauben geht man davon aus, das Verstorbene die Farbe gelb am besten erkennen können.

Nachdem in der Nacht auf den 2. November die Seelen der Verstorbenen im Haus empfangen wurden, findet anschließend der Abschied von den Toten auf den Friedhöfen und an den Gräbern statt. Es werden mitgebrachte Speisen gegessen, getrunken, musiziert, getanzt und die Verstorbenen bis zum nächsten Jahr, dem nächsten Día de los Muertos, verabschiedet.

Día de los Muertos wird je nach Region, und ob Stadt oder Land, auf verschiedene Weise gefeiert. Bekannt für ihre besonderen Feste zur Totennacht sind Milpa Alta und Mixquic (in der Nähe von Mexiko-Stadt ), Villa de Etla bei Oaxaca und ganz besonders Janítzio auf der gleichnamigen Insel im Patzcuaro-See in Michoacán. Bei der berühmten Totennacht in Janítzio begleiten Totenglocken die Feierlichkeiten" Quelle: http://www.mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=D%C3%ADadelos_Muertos

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