Vulkanführung auf der Vulkaninsel Stromboli?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe in der Tat mal den Stromboli geführt durch einen Vulkanologen erstiegen - ist allerdings 30 Jahre her im Rahmen einer Studentenexkursion. Das ist wohl nicht, was Du meinst.

Der Aufstieg dauert etwa drei (schweisstreibende) Stunden und ist mit durchschnittlicher Wanderausrüstung zu machen. So einen Quatsch wie Helme gab es damals noch nicht, was sollen die auch helfen?

Der schönste Blick auf die Lavafontänen vom Gipfel ist in der Dämmerung, wobei mir die Morgendämmerung (übernachten am Gipfel war damals noch möglich) fast noch besser gefiel. Und natürlich das Feuerwerk nachts. Tagsüber überstrahlt das helle Tageslicht das Glühen der Lava.

Tageszeit der Tour wäre mir wichtiger als vulkanologische Begleitung. Das Wichtigste kann man nachlesen. GuggstDuHier: http://www.schweizerbart.de/publications/detail/artno/011006930

Die Helme helfen, wenn der Vulkan kleinere Lavabomben ausspuckt.

Mich hat sowas mal knapp verfehlt (nicht am Stromboli), selbst wenn so ein Ding nur 50g wiegt, ist es kein Spaß mehr, so etwas mit 200 km/h an den Kopf zu bekommen.

Naja, vor 30 Jahren waren ja selbst noch Motorradhelme etwas neues. Wenn der Vulkan ruhig ist, braucht man sie vielleicht nicht so sehr, in den letzten Jahren war es aber nicht so ruhig- dafür gibts dann auch etwas zu sehen. Auf geführten Touren besteht ohnehin Helmpflicht.

Beim Aufstieg würde ich den Helm gegen einen breitkrempigen Hut tauschen.

LG

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@Seehund

Die Ausbruchstätigkeit war damals mehrfach (drei bis fünf) Eruptionen pro Stunde. Durch die schöne Regelmässigkeit baute sich nie grösserer Druck auf, so dass die Eruptionen immer etwa gleich stark waren. So viel anders dürfte das heute auch nicht aussehen. Mehr Wumm hat der Vulkan nur, wenn er vorher Tage/Wochen/Moante nicht gespuckt hat.

Der Aufstieg geht ohnehin nicht in die Nähe der Ausbruchsstellen, und man ist auch nie unterhalb dieser auf der Sciara del Fuoco. Dort kommt man gar nicht hin, auch nicht unabsichtlich, die ist unpassierbar.

Wenn eine Lavabombe trifft, die sind schneller als 200 km/h, durchschlägt sie jeden Helm. Dann noch die glühende Lava, die das Plastik auf die Kopfhaut brennt - nee, dann lieber gleich Volltreffer. Die kleinen Brocken fliegen nicht so weit, dass man in ihre Nähe kommt.

Und nach einem Ausbruch schnell mal näher dranzugehen, und sich an einem glühenden Lavabrocken die Zigarette anzustecken - das hat uns der Prof auch damals schon verboten.

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@AnhaltER1960

Schön, dass Du so einen guten Überblick über 30 Jahre vulkanische Aktivität hast. Helme haben schon geholfen.

Wo ist eigentlich das Problem, wenn es darum geht, auch nur die primitivsten Sicherheitsregeln zu beachten?

Habe früher selbst als Guide gearbeitet, eine Antwort auf diese Frage habe ich bis heute nicht.

LG

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@Seehund

Na, hoffentlich haben diese Helme mehr Lavabomben abgehalten, als sie Hitzeschkäge beim Aufstieg produziert haben :-)

Primitivste Sicherheitsregel ist immer noch: Abstand halten zur Gefahrenquelle. Ansonsten habe ich nicht gegen Sicherheitsmassnahmen, auch nicht primitive. Aber ich habe etwas gegen unsinnigen Pseudo-Sicherheitsaktionismus.

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Danke

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