venedig und Besucher

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3 Antworten

Ciao - kein Problem!

Aber: eine gute Frage, die allerdings eigentlich seit beinahe 20 Jahren immer wieder (Dank WMF und unserem Ex-Bürgermeister Paolo Costa seit 1995) auftaucht.... Mit der Feststellung, dass hier in Venedig "täglich bis zu über 130.000 Besucher" - ja, im Carneval! -zu zählen sind.

Ja, das stimmt. allerdings vergisst Signa. Burham (WMF) zu realisieren, dass 180.000 ca. die Einwohnerzahl Venedigs im 16. Jahrhundert war. Unser Ex-Bürgermeister, Paolo Costa, ebenso wie Massimo Cacciari und unser jetziger Bürgermeister, Giorgio Orsoni, sehen natürlich das Dilemma, das gerade zur Carnevals-Zeit unsere Stadt heimsucht: Die Brücken werden überbeansprucht, müssen gesperrt werden, da Einsturzgefahr besteht, die Müllentsorgung kollabiert, da nur die Bewohner Venedigs (!!!) dafür und für die Renovierung einsturzgefährdeter Gebäude zahlen, und daher die Geldmittel knapp werden, wenn in Februar und im August die Anzahl der Herrschaften, die den Dreck aus unserer Stadt entfernen müssen, verdoppelt bis verdreifacht werden muss, und trotzdem - auch hier auf "Reisefragen" von "dauernder Rattenplage" und "stinkenden Kanälen" berichtet wird. Man könnte jetzt bis ins Detail abschwenken, das besagt, dass die wenigsten Bewohner hier zu McDonalds gehen und dann ihre Pappbecher und die Kartons in die Kanäle und auf die Strasse werfen, oder die Coca-cola- und Mineral-Wasser-Flaschen einfach fallen lassen, wir haben zu Hause Trinkwasser! - Ich darf ergänzend anfügen, dass wir hier heute noch knapp 57.000 Einwohner sind. Und von Rom de facto keine Unterstützungen erhalten. Die Besucher, die uns für 3-6 Stunden "heimsuchen" kosten mehr, als sie Gewinn bringen. (Und auch jene, die verzweifelt von sich geben, "Serenissima" bedeute "die Heitere", die Lustige, haben keine Ahnung: Uns ist das Lachen längst vergangen.)

Wir, die Einwohner, werden finanziell dadurch derartig belastet, dass viele aufgeben und von hinnen ziehen. (Die Rattengeschichten und die stinkenden Kanäle sind übrigens Berichte von Leuten, die keine Ahnung haben, und nur nachplappern) Vielleicht interessiert es auch, mal zu hören, dass ein normales Geschäftslokal hier in Venedig monatlich von ca. 9000 Euro Miete aufwärts kostet. (Weshalb laufend alteingesessene Firmen schliessen und sich von einem weiteren Prada, D&G, oder chinesischem Masken-verkauf ersetzen lassen "müssen" - siehe vor kurzem unser allseits beliebtes Buchgeschäft "Libreria Goldoni" (http://www.libreriamo.it/?Goldoni) auch hier - ein Lederwarengeschäft, ersatzweise.

Zurück zum Thema: Zählkarten - absolut nicht vollziehbar, ergo: Keine Angst! (Obwohl generell gesehen für uns Bewohner manchmal etwas weniger Touristen etwas mehr brächten: etwas mehr Lebensqualität.)

Warum?

Beispiel: Die wenigsten Menschen, die hier in der Stadt arbeiten, leben auch hier - Brauchen auch sie eine Genehmigung, in die Stadt zu dürfen? Was, wenn das "Kontingent" erschöpft ist, dürfen sie dann nicht zur Arbeit gehen?

Ich lebe seit über 20 Jahren hier in Venedig. Die Kinder leben in Padua, Treviso, in Österreich, Deutschland und den USA.

Und das ist - für den "Normalvenezianer" absolut Usus. Sprich: Müssen nun unsere Kinder, wenn sie uns besuchen, einen "Besuchsantrag" stellen?

Leben wir Venezianer im Gefängnis? - und: Wer will es kontrollieren, und wie... und: sollen wir Bewohner dafür auch noch zahlen? Wir haben schon genügend "Ausweise für Einwohner" ... noch einer dazu?

Es würde weiters zu einer absolut ungerechten Angelegenheit auslaufen: will man am Ponte della Libertà einen "Grenzposten" aufstellen, der dann - fiktiv - 4 Kinder "einlässt" zu den Eltern aber sagt: Scusa, Sie können erst übermorgen rein..... oder wird ein Wissenschafter, ein Autor, der eine Vorlesung halten will, abgewiesen, er möge nächste Woche nochmal "vorbeischauen"? - Also - alles rhetorisch, nichts zu befürchten!

Wichtig wäre, eine Lösung für den "Faschingsauflauf" und den August zu finden. Damit wäre bereits das Hauptwerk getan. Solange aber unser Bürgermeister immer noch für eine U-Bahn von Mestre auf den Markus-Platz plädiert, wird sich sowieso nichts ändern!

Somit wird die Lösung des Problems wohl nochmals 20 Jahre brauchen.

LG Tintoretto

P.S. - bloss nicht in der San Marco parken - erstens kostet es nicht 25 sondern 30 Euro/Tag, zweitens gibt es Parkplätze um 8 Euro für 24 Stunden. Wer mehr zahlt, ist selbst schuld - vorher auf alle Fälle auch beim Hotel fragen, es gibt viele, die Gutscheine haben!... ;-)

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Kommentar von aretino
14.11.2013, 15:30

danke, hab schon gelesen, du warst mal hier angemeldet.

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Bisher sind diese Zählkarten für Venedig noch nicht eingeführt worden. Genießt euren Urlaub dort, eine tolle Stadt! Gute Reise!

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Keine Panik-

Bislang ist das nur eine Idee - die mehr oder weniger kontrovers diskutiert wird.

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Kommentar von Birgit73
28.10.2013, 17:37

Keine Sorge, bis jetzt kann man mit dem Auto auf Venedig fahren, parken kann man gleich bei der Einfahrt, in der Garage San Marco, ca. 25 € pro Tag.

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