Touristen zahlen in armen Ländern mehr als Einheimische – ok oder Abzocke?

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Gute Frage. Für mich eine zweischneidige Sache. Einerseits ist der Grundgedanke legitim in armen Ländern von reichen Reisenden Geld abzuschöpfen. Und reich ist jeder, der die Reise dorthin bezahlen kann. Meist sind die Touristenpreise eh immer noch günstiger als die Preise im Herkunftsland.

In der Realität führt es aber zu einer Fehlallokation mit dem Ergebnis, dass Einheimische vom jeweiligen Angebot ausgeschlossen (z.B. Tische werden für Touristen freigehalten) oder in minderwertiger Qualität bedient werden.

Ich halte andere Wege wie (Flug-)hafensteuer, Visagebühren, wegen mir auch Hotelsteuer, für den geeigneteren Weg.

Innerhalb Europas gibt es keine Länder, die wirklich arm sind, da halte ich es für Abzocke.

Es ist ganz normal, daß Touristen im Ausland abgezockt werden. Am schlimmsten ist es meiner Meinung nach in Indien. Z.B. kosteten die Eintritspreise bei den Sehenswürdigkeiten für ausländisch Touristen bis 37,5 mal so viel wie für die Inder. Die Reisegruppen werden in Schmuckfabriken geführt. Ihnen wird mitgeteilt, daß die Preise dort staatlich kontrolierte Festpreise sind. Weiterhin sei der Preis, durch den geringen Arbeitslohn in Indien, wesentlich günstiger als in Deutschland. In Wirklichkeit sind die Preise total überhteuert und alles kostet ein vielfaches mehr als in Deutschland. Ähnlich ist es auch bei den Fabriken, welche die Edelsteineinlegearbeiten anbieten u.s.w. In den Raststätten kostet eine Packung Kekse 15 bis 30 mal soviel wie im normalen Handel. Das sind Gewinnspannen .... davon können wir nur träumen.

Ich denke das kommt sehr auf die Art des Gegenstandes an. Bei Lebensmitteln verlange ich immer bis zum Einheimischenpreis herunterzuhandeln. Ansonsten werden die anwohner beginnen nur noch für die Touristen zu produzieren und zu verkaufen und es treibt deren Preise in die Höhe. Bein Kunst wiederum zahle ich gerne ein wenig mehr. Ich achte einfach darauf, dass es wirklich aufwendige Handarbeit ist. Dann kaufe ich lieber wenige wirklich beeindruckende Gegenstände, zu einem fairen Preise als einen Haufen Touristenkitsch.

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