Tagestour auf den Mont Blanc?

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7 Antworten

Hallo Paul19999,

gute Frage! Also wenn du da hoch willst, muss dir eines klar sein. Eine schnelle Tagestour ist das nicht, es sei denn du bist ein Extremsportler. Es gibt zwei gängige Varianten für den Normalweg:

  1. Du lässt dich hochfahren mit der Tramway du Mount Blanc zum Nid d'Aigle (2362 Meter) und läufst weiter bis zum Refuge Goûter auf 3835 Meter (siehe unten) oder weniger gängig, aber auch möglich zum Refuge de la Tête Rousse (3167m). Von hier aus beginnt dann der Gipfelsturm am frühen Morgen (ca. 3 - 4 Uhr) .Das klingt zwar auf den erst Blick in Ordnung - Diese Methode hat aber einen gravierenden Nachteil: Du bist nicht an die Höhe angepasst und die meisten Leute, die das machen, wachen in der Nacht mit stechenden Kopfschmerzen auf und müssen sofort nach unten. Nicht selten kommt da der Hubschrauber. Startet man von der niedrigeren Hütte auf 3167 Meter, hast du den Vorteil, dass du dich besser aklimatisierst (aber auch das ist hart und dauert bestimmt zwei Tage). Der Gipfelsturm an einem Stück dürfte dann aber zu heftig sein.

  2. Du gehst den Normalweg des Mount Blanc in Schritten und langsam nach oben. Das bedeutet von Chamonix aus den gesamten Weg selbst zum Refuge de Goûter hochzugehen. Dieser führt über das Bionassy Tal über den Nid d'Agile, dem Refuge de la Tête Rousse und dann dem Refuge de Goûter. Dafür brauchst du (die Akklimatisation eingerechnet) ca. 2-4 Tage. Am besten du schläfst immer tiefer als deine Tageshöhe. Alleine das ist schon psychologisch anstrengend. ;-)

Jetzt kommt aber das eigentliche Problem. Ja, es stimmt, dass der Mount Blanc technisch nicht sehr schwierig ist. ABER: Die Höhe und der damit verbundene Sauerstoffmangel lassen dich denken, wie ein älteres Kind. Deine Reaktionsfähigkeit geht erstaunlich runter und logisches Denken fällt schwer. Außerdem reicht eine Höhenanpassung auf 3000 Meter kaum aus. Die von dir erwähnten Skigebiete liegen selten höher. Erste Beeinträchtigungen merkst du erst ab 3800 Meter - 4200 Meter. Das ist ein riesen Unterschied.

Dann kommen noch andere Faktoren dazu. Warst du schon mal auf einem Gletscher? Kannst du mit Eispickel, Sicherung, Steigeisen umgehen? Hast du schon mal eine Hochtour hinter dir? Einen Gletscherkurs? Hast du die nötige Ausrüstung inkl. Seil etc.? Wie viele Personen kommen mit? Eine Zweierseilschaft geht zwar in der Theorie, ist aus Sicherungsgründen nicht sehr empfehlenswert.

Solltest du diese Voraussetzungen nicht erfüllen, kann ich dir nur empfehlen, mal einen Gletschergrundkurs und dann Fortgeschrittenenkurs zu machen. Da lernt man schon sehr viel.

Die bürokratischen Hindernisse sind dann am Ende das geringste Problem: Hütte buchen (vor allem die Refuge de Goûter). Ohne diese Hütte (die chronisch übervoll ist) hast du keine Chance und ohne Reservierung schicken die dich wieder runter. Wildcampieren ist verboten. ;-) Wie du siehst, die haben an alles gedacht. Das Reservierungssystem ist nicht ganz so einfach. Du findest es hier: http://refugedugouter.ffcam.fr/home.html?_lang=GB&_setlang=1 Reservierungen sind aber erst ab 2. Mai möglich und nur 30 Tage vor dem Wunschtermin.

Finanzieller Aspekt: Die Hütte kostet 70 Euro pro Nacht (pro Person) exklusive Essen, das auch sehr teuer ist. Ein Berführer kostet auch ein kleines Vermögen (mehrere hundert Euro). Und den bekommst du auch nur, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.

Falls du jetzt noch nicht abgeschreckt bist, wünsche ich dir eine schöne Tour, die du mit der richtigen Vorbereitung auf jeden Fall haben wirst!!!

liebe Grüße

Chris

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Kommentar von dorle48
06.02.2014, 14:54

Tolle Antwort !!!

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Wohin geht denn Eure Reise in die Alpen? Wenn Du bisher noch nicht bergsteigen warst (und es hört sich so an), würde ich mir vielleicht erstmal einen anderen Gipfel als Tagestour aussuchen. Ein Gletscher ist eine ganz andere Aufgabe als eine gletscherfreie Tour - schon allein von der Ausrüstung her. Wenn Du Klettertouren machen willst, wäre eine andere Art Berg zu wählen (die Eiger-Nordwand ist allerdings soweit ich weiß auch keine Tagesetappe). Es gibt auch Klettersteigtouren, das ist wieder was anderes.

Wie Dein Körper auf Höhe reagiert, muss nicht unbedingt mit Deiner Fitness zusammenhängen, auch der fitteste Körper muss sich an die Höhe gewöhnen.

Ehrlich gesagt, würde ich an Deiner Stelle mal ein bisschen auf den Seiten des Deutschen Alpenvereins lesen, vielleicht auch die ein oder andere Tourenbeschreibung (findest Du dort). Du kannst auch in Deinem Urlaubsziel beim Tourismusbüro nach Bergführern fragen und diese schonmal vorab kontaktieren. Das sind Fachmänner, sie werden dafür bezahlt und können Dir entsprechende Touren anbieten/vorschlagen. Und wenn Du niemanden kennst, der sich etwas besser als Du in den Bergen auskennt, würde ich unbedingt einen Bergführer nehmen.

Viel Spaß!

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In Chamonix gibt es mehrere Bergführer, die das anbieten. Stiefel, Steigeisen etc. kann man bekommen. Allerdings ist eine Tagestour nicht machbar. Du musst mit mindestens einer Hüttenübernachtung rechnen und von dort, wegen der Schnee und Eisverhältnisse, gegen zwei oder drei Uhr am frühen Morgen aufbrechen, um, je nach Route, innerhalb einer Seilschaft bei Tagesanbruch auf dem Gipfel zu sein.

Es ist keine Klettertour, sondern eine Wandertour mit einigen kräftigen "Hüpfern" am Seil über Gletscherspalten.

Dabei ist eine sportliche Kondition natürlich nicht schlecht. Größte Schwierigkeit ist allerdings die dünne Luft, die ab 4.000m Ungeübten schon sehr zu schaffen machen kann. 4.600m sind schon ordentlich. Mit Sicherheit bist Du in der Höhe auch noch nicht Ski gefahren ;)

Darüber hinaus ist mit starkem Wind zu rechnen, der selbst bei sonst guter Witterung ganz ordentlich an die Substanz gehen kann. Bei meiner ersten Tour wurde ich z. B. mehrfach einfach umgeworfen, ohne mich (selbst breitbeinig!) dagegen wehren zu können und habe dabei anständig Schnee geschluckt. Das war anstrengender als der "Rest" der Tour.

Klettertouren gibt es in der Region natürlich auch. Aber das sind nicht die "Normalrouten" zum Gipfel. Ansonsten "Berg heil" und viel Spass.

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Ich würde erst mal mit dem Breithorn bei Zermatt anfangen; der "leichteste" 4000er der Alpen;allerdings auch mit Bergführer.

http://www.zermattportal.de/viertausender+zermatt/breithorn/

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Kommentar von Wimelima
07.02.2014, 17:42

Ich dachte, der leichteste 4000er ist das Allalinhorn?

Nicht zu schwierig ist auch der Gran Paradiso, aber auch nicht ohne Hüttenübernachtung machbar.

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Hallo Paul,

wenn Du nicht schon ein super-fitter Bergsportler mit viel Erfahrung und Spitzenkondition bist: Keine Chance.

Der Normalweg auf den MB ist nicht so schwer, aber Du musst eine Hüttenübernachtung auf der Gouterhütte einkalkulieren.

Als Tagestour ist der Vorgipfel Mont Blanc du Tacul (ca. 4200 m) von der Aiguille du Midi-Seilbahn aus gut machbar. Der Gipfel hat auch keine größeren Schwierigkeiten, und man muss mit Gegenanstieg ca. 1000 Hm überwinden (was bei dieser Höhe wesentlich anstrengender ist als man meint)

Der Preis für die Einzelführung liegt so um die 300 Euro, am besten lässt Du Dir von einem Führerbüro in Chamonix einen Führer vermitteln.

Ausrüstung (Pickel, Gurt und Steigeisen) kannst Du dort in Geschäften leihen, aber Du solltest natürlich steigeisenfeste Schuhe haben.

Viel Spaß!

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Bei solchen Fragen stehen mir die Haare zu Berge ob der Blauäugigkeit! Schon der Höhenunterschied von den Orten am Fuße des Montblanc zum Gipfel erfordert mehrere Tage Gewöhnung! Das ist doch nicht zu vergleichen mit 'hochliften, aussteigen, runterfahren,...' beim Skifahren! 'Körperlich fit' reicht nicht, bergsteigerisches Können und realistische Selbsteinschätzung sind für so einen Berg unbedingt nötig! Ansonsten freut sich nicht mal die Bergwacht über das lohnende Geschäft, Dich da (tot oder lebendig) wieder heraus zu holen!

Geh zu einer der Kletterparks, die es überall gibt - das ist dann die richtige Herausforderung für Dich!

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Kommentar von tauss
06.02.2014, 16:39

Mit der entsprechenden Eingewöhnung vor Ort ist der Mt. Blanc für einen sportlichen jungen Mann (natürlich auch Frau) mit Führer und Gruppe gut "machbar". Ich verstand den Fragesteller ja auch so, dass es sich um einen Bergurlaub handelt, wo man sich auf anderen Bergen schon mal akklimatisieren kann.

Alle Hinweise, dass das keine zu unterschätzende Tagestour für "nebenher" ist, sind allerdings (nicht nur bei diesem Berg) völlig berechtigt.

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Erst an den Alpenverein in D + CH wenden, dann erst -bei sehr guter Kondition- entscheiden. Tages-Ski fahren können in > 2000m Höhe mit Liften sagt nichts aus.

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