Spray auf Interkontinentalflügen - schädlich?

2 Antworten

Falls Pyrethroide verwendet werden, meist um die Verschleppung evtl. malariainfizierter Mücken zu verhindern, kann dies zu allergischen Reaktionen bei dafür empfindlichen Personen führen. Die Substanz, aus der Pflanze "Chrysanthemum pyrethrum" gewonnen, ist aber insgesamt nicht so schlimm, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethroide (brauchbarer Wikipedia-Artikel)

Gegen die Schweingrippe werden keine Insektizide verwendet, das würde nämlich nix helfen ;-)

Es ist allerdings so, dass in vielen Ländern eine Desinfektion und Abtötung von eventuellen Krankheitsüberträgern (Insekten) vorgeschrieben ist. Diese Regelung kann man als Passagier schlecht umgehen. In der Regel wird so gesprüht, dass die ganze Kabine von diesem Nebel erfasst wird, allerdings wird nicht auf den Menschen gesprüht. Bei einmaliger Anwendung ist die Gefahr für den einzelnen Fluggast vernachlässigbar. Schlimmer sieht es für die Besatzungen aus, die dieser Behandlung fast täglich ausgesetzt sind. In manchen Ländern wird auch vor dem Einsteigen der Passagiere gesprüht, sodass die Gefahr für die Fluggäste niedriger ist. Weiterhin muss man bemerken, dass in die Lüftung eines Flugzeuges sowieso rein theoretisch giftige Stoffe gelangen können (vor einiger Zeit gab es eine Diskussion zum Thema TCP). Aber auch hier ist die Gefahr für den einzelnen Reisenden gering. Erst Hardcore-Vielflieger und Besatzungen könnten schädliche Stoffe in genügend großen Dosen aufnehmen. Trotzdem guten Flug!

In der Regel wird die Kabine gegen Insekten besprüht, während kein Passagier an Bord ist. Man kann es manchmal riechen, wenn man als einer der Ersten ins Flugzeug kommt. Es ist ähnlich einem normalen Insektenspray - nicht gut, aber auch nicht schädlich.

Bei zwei Inlandsflügen in Indien mit Jet Airways wurden Chemikalien in der Kabine versprüht, während die Passagiere auf ihren Sitzen saßen. In beiden Fällen haben sich bei unmittelbar nach dem Flug Halsschmerzen für 1-2 Tage und sowie eine Verschleimung meiner Nase und Nasennebenhöhlen für die Dauer von 5 bzw. 10 Tagen entwickelt. Die Symptome im Bereich der Nase waren sehr unangenehm.

Ich halte es für möglich, dass viele Flugzeugreisende andere Symptome, wie etwa Kopfschmerzen, irrtümlich dem Jetlag zuordnen.

Und ich warne dringend davor, das Versprühen von Insektiziden als für den Menschen harmlos hinzustellen, nur weil Wissenschaftler bisher keinen Nachweis über eine Gefährdung erbringen konnten. Die Befürworter des Einsatzes von giftigen Chemikalien haben schon immer ihr Handeln damit begründet, dass dies dem Menschen nutzen würde. Die Wahrheit ist in vielen Fällen, wie etwa beim Asbest, erst nach Jahrzehnten der Anwendung ins Licht gekommen. Da waren aber schon viele Menschen an den Folgen des Gebrauchs qualvoll gestorben.

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