Spezialitäten, die man in der Bretagne kosten muss?

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3 Antworten

Als Sarah Wiener in Ihrer Serie über die französische Küche auch die Bretagne vorstellte, da waren wir erst gespannt. Und dann masslos enttäuscht ! Sie zeigte ein typisches Touristenrestaurant an der Küste von Pléneuf-val-andré ohne jeglichen Charme. Wie das Restaurant, so die Küche, man präsentierte Muscheln ( ein Rezept was nicht gerade DAS typische für die Bretagne ist), angemacht in Sahne ( die stammte aus der Normandie, wahrscheinlich weil es in der Bretagne keine Kühe gibt) und dann verriet die Patrone auch noch, dass sie die typischen bretonischen Austern gar nicht mag. Wenn man an die bretonische Küche denkt, dann fallen einem zuerst Crêpes und Galettes ein. Die einen sind süss und die anderen aus Buchweizenmehl sind die pikante Alternative. Fisch und Krustentiere setzt man auf der bretonischen Tafel voraus und denkt an den homard à la armoricaine. Aber Algen, dass diese in der bretonischen Küche Verwendung finden – getrocknet oder frisch, dass kennt man schon weniger. Was aber sind: far breton, kouign amann oder kig ha farz ?

Far Breton ist eigentlich eine süsse Nachspeise, ein Auflauf. Den far breton gibt es zum Beispiel in der Region Léon nicht nur mit Pflaumen, sondern mit blé noir, Milch und Ruhm und da nennt er sich pouloudig. Eine pikante Version kommt von der Ile-d’Ouessant – farz gwad, mit Schweineblut

kouign amann ist ein gehaltvoller Kuchen, der aber nicht zu fettig und nicht zu süss ist, dennoch eine Kalorienbombe.

kig har farz kommt aus dem Léon und ist ein typischer ländlicher Eintopf mit Kohl, Karotten, aber auch Rhabarber, Schweinefleisch und geräucherte Würste

oder Guichen, Galettes und Palettes

Cidre kennt man als das bretonische Nationalgetränk. Aber was trinkt der Bretone zum Apéro – Paris oder Whisky ? Nein – Guichen ! Hydromel oder ganz einfach Honigwein bzw. Met. Angenehm zu trinken, wenn man seine Grenzen kennt und seine Wirkung nicht unterschätzt.

Nicht alle Galettes haben mit den Buchweizencrêpes zu tun sondern sind auch feine Bisquit, eine Spezialität aus Pont-Aven, Fouesnant u.a.

Palettes sind Biscuit aus Mürbeteig, die meist parallel zu den Galettes hergestellt werden, ein Spezialität aus Pleyben

Das bekannteste Produkt des Morbihan ist dagegen eine Andouille, die Andouille de Guéméné. Während die aus Vire ( Ille-et-Vilaine), wie eine « richtige » Wurst aussieht, erinnert die aus Guéméné eher an einen Baumkuchen, denn sie besteht aus übereinandergezogenen Därmen. Bevor Sie die Nase rümpfen, empfehle ich Ihnen, dieses traditionnelle Produkt einmal auszuprobieren. Dazu aus eigener Erfahrung die Empfehlungen. Die Andouille de Guéméné isst man traditionnell zubereitet in einem Restaurant oder einer Ferme Auberge.

Und bei den Austern natürlich als erstes die „Huîtres de Cancale“, die Austern aus Cancale.

Es gibt natürlich auch noch mehr:

Es gibt sie überall in den Supermärkten zu kaufen, die Craquelins – ein handtellergrosses Gebäck in der Form einer Untertasse - ein traditionnelles Gebäck aus Saint-Malo ist.

Cidre Die Ferme des Landes liegt zwischen Saint-Cast und Matignon und seit vielen Jahren produziert Jehan Levefre einen guten Cidre ( für den er schon mehrere Preise gewonnen hat), passend dazu selbstverständlich auch einen Apfelsaft. Und dann braut er auch noch zwei bretonische Biere.

Bier Etwas ausserhalb von Minihy-Trégueir in Kervenec liegt die Brasserie artisanale du Trégor, in der ein exzellentes bretonisches Bier gebraut wird : Dremmwell.

Auf einem alten Bauernhof in Trégonguen hat die Brasserie de Pouldreuzic ihr Domizil und produziert ein lokales Bier – Penhors. Nach der Besichtigung kann es verkostet werden.

Wesentlich grösser ist die im Jahre 1985 gegründete Brasserie Coreff, deren Biere es in vielen Supermärkten der Bretagne gibt. Das Bier von Coreff enteht auf der Tradition des Guinness, des englischen Bieres und des Bieres der belgischen Klöster. Es ist ein bitter, nicht gefiltert und nicht pasteurisiert. Es gibt die Sorten ambrée historique, brune, blanche, roussée und blonde.

Whisky Ob man ihn bei einer Blindverkostung von einem guten schottischen Single Malt unterscheiden kann, das kann ruhig bezweifelt werden. Wer einmal der Whisky breton der Distillerie Warenghem gekostet hat, wird das nachvollziehen können. Ebenfalls sehr gut ist der Eau de Vie de Cidre.

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Kommentar von moglisreisen
03.09.2011, 17:48

Ich bin platt, was man auf so eine Frage antworten kann! Super!:-)

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Kommentar von narva
05.09.2011, 16:34

Wow, das nenn ich mal ne Antwort! Da ist ein Bretagnefan am Werk gewesen!

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In der Bretagne werden insbesondere diese Produkte hergestellt, du bekommst sie also meist aus 1. Hand am Markt etc., was natürlich besonder schön ist.

  • Cidre / Calvados
  • eine Art Honigwein "Chouchen"
  • Far Breton: ein Eierkuchen mit Backpflaumen, der ein bisschen wie Pudding schmeckt :)
  • dann natürlich so allerhand Meerestier. In der Bretagne besonders beliebt: der berühmte bretonische Hummer, die kleineren Langoustines (ich würd mal Mini-Hummer dazu sagen), Austern (die sich die Franzosen bei Ebbe selbst zusammensammeln) und Jakobsmuscheln.
  • eine Alternative zu den süßen Crêpes: herzhaft gefühlte Galettes aus Buchweizenmehl
  • und nicht sehr exotisch, aber in Nordfrankreich Standard: gesalzene Butter, die sogar zum Backen verwendet wird
  • überhaupt Fleur de Sel, das is sehr günstig zu kaufen gibt. Daraus werden aus leckere Salz-Karamell-Bonbons gemacht.

Hoffe ich konnte helfen. Lass es dir schmecken! :)

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Kommentar von foxycharly
02.09.2011, 17:44

ohgott, sorry für das schlechte Deutsch - ich war wohl mit den Gedanken schon in Frankreich!

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Ja, die frischen Austern dürfen nicht fehlen! Schmecken nirgends so gut wie dort, frisch am Hafen.

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