Oman: kann man selbst mit einem Allrad in den Bergen (z.B. Jebel Shams) fahren oder ist das zu gefährlich?

2 Antworten

Man kann auf beide Berge mit dem Allrad allein fahren. Die Straße auf den Jebel Akhdar darf man NUR mit Allrad fahren (wird vor dem eigentlichen Aufstieg durch Polizeiposten kontrolliert), auf den Jebel Shams ist es unbedingt empfehlenswert!

Beide Fahrten sind jedoch teilweise extrem steil und mit manchmal sehr engen Haarnadelkurven (und oft unberechenbarem Gegenverkehr). Die Auffahrt zum Jebel Akhdar ist komplett asphaltiert, zum Jebel Shams wird die Asphaltstraße etwa 5 km vor dem Plateau zur Piste. Beide Fahrten sind etwa 40km lang.

Beides sollten man nur selbst fahren, wenn man Allrad-Fahren in steilem Gelände (vor allem wg. der Abfahrten!) gewohnt ist. Vom Jebel Akhdar hinunter gibt es zwar viele gekieste Sonderbremsstrecken, trotzdem sind heiß gelaufene Bremsen kein Spaß!

Viel Spaß in meinem Lieblingsland!

Ok. Ich hab keine wirkliche Allrad-Erfahrung, bin aber oft schon steile Bergstrasse rauf und runter (ohne Allrad). Von daher kenn ich das Thema mit heißen Bremsen und dass man natürlich im wesentlichen die Motorbremse verwenden soll. Ich bin jetzt hin und hergerissen, ob ich mir das zutrauen soll. Die geführten Touren enthalten halt oft nicht das was wir uns vorstellen und sind auch sehr teuer,wenn man individuell plant.

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@christian615

Allrad-Fahrzeuge sind relativ teuer im Oman und normalerweise muß man sie immer in der Hauptstadtregion anmieten. In Nizwa gibt es meines Wissens noch keine Vermietstation - das wäre für Eure Zwecke gut!

Wenn Du Bergfahrten gewohnt bist, kannst Du das machen. Es gibt bei beiden Bergen immer wieder Parkplätze oder Ausweichen, wo man eine Weile stehen bleiben könnte. Die 4WDs haben auch oft eine Untersetzung, mit der fährt es sich auch bergab ziemlich sicher. Evtl. läßt Du Dir das bei der Übergabe nochmal im Einzelnen erklären.

Auf dem Jebel Akhdar aber auf dem Plateau bleiben, die Straßen nach Masirat, Saloot oder Al Ain sind etrem steil.

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@christian615

Ich war vor meiner Tour auch etwas skeptisch: Kann ich das? Kommt alles gut?
Würde sagen: Mach es! Reisen im Oman ist sehr problemlos. Die Leute sind hilfsbereit, die Touren durch die Berge ein Erlebnis und das Land wirklich sehenswert. Einfach nicht zu viel vornehmen – Zeit einkalkulieren und sich einen Plan B offenhalten, sollte man mal einen Rückzieher machen wollen. Wir waren jedenfalls begeistert, hatten keinerlei Probleme und die eigenständigen Touren genossen.

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@Roetli

Hallo Christian615,

ich würde die Fahrt durch das Wadi Bani Awf durch ein anderes Wadi ersetzen - diese Wadi-Fahrt wäre schon sehr herausfordernd für Euch! Eine sehr gute Alternative wäre für Euch als 'Einsteiger' die Fahrt Dayqa Dam - Wadi Dayqa - Wadi Suwayh - Dhabab. Entweder ein wunderschöne Tagesausflug von Muscat aus oder eine Stippvisite auf dem Weg nach Sur.

Auf der Autobahn Muscat - Sur ist die Abfahrt zum Dayqa Staudamm gut beschildert, oberhalb des Staudamms ist eine kleine Grünanlage (mit Toiletten und einem kleinen Lokal), wo man aauch ein Picknick einlegen kann. Bei der Weiterfahrt fährt man an einem kleinen, sehr gut erhaltenen Fort vorbei (leider kann man es nicht besichtigen), durchquert winzige Dörfer (bitte nicht zu neugierig dort sein - noch sind die Menschen nicht viele Touristen gewohnt) und eine ganz wunderbare abwechslungsreiche Landschaft. Es gibt nur ein steiles Teilstück auf der Strecke, man kann ins Wadi Suwayh hineinfahren und dort im Fluß und den Pools auch baden. Weiter Richtung Dhabab fährt man im Wadi Al Arbeieen bzw. quert es auch, das so gut wie immer Wasser führt, bis man nach einer hohen Felswand plötzlich am Meer (und der Autobahnauffahrt) ankommt. Sollten starke Regenfälle herrschen (was jedoch im November so gut wie nie vorkommt, aber wer weiß...), sollte man dieses Wadi meiden. Vorsichtshalber könntet Ihr am Dayqa-Staudamm nachfragen, dort findet sich immer jemand, der Englisch spricht.

Falls Ihr diese Tour auf dem Weg nach Sur machen möchtet, könntet Ihr, statt auf die Autobahn, auch auf der Küstenstraße weiterfahren. Auf der erreicht Ihr bald einen weißsandigen Strand, wo man auch gut baden könnte.

Die Tour ist mit google.maps oder Scout auf dem Smartphone gut zu fahren!

Vielleicht habt Ihr ja danach Lust, Euch an das Wadi bani Awf zu wagen?!

Ihr solltet aber auch mindestens eine Nacht in der Sandwüste, der Ramlat Al Wahiba, einplanen. Ich bevorzuge dort das noch sehr authentische 'Nomadic Desert Camp'. Dort könntet Ihr auch einmal eine Fahrt durch Sand ausprobieren - eskortiert von Mitgliedern der Beduinenfamilie, denen das Camp gehört!

Ich werde auch ab 15.November wieder im Lande sein - vielleicht treffen wir uns dort :-)

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@Roetli

Do/Fr/Sa solltet Ihr für Wadi-Fahrten möglichst vermeiden, weil dann die Jugend Omans auch dort unterwegs ist und deren Fahrstil ist oft auch 'herausfordernd' :-)

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Meine persönliche Erfahrung:

Jebel Akhdar problemlos, da alles asphaltiert und sehr breit. Schauen, dass Bremsen nicht überhitzen – ist wohl auch eher ein jahreszeitlich bedingtes Problem.

Jebel Shams eignet sich meines Erachtens gut als Einstieg ins Allradfahren – zumindest die Hauptroute. Die Piste ist nicht besonders lang, das Gelände nicht besonders ausgesetzt, die Strasse nicht besonders steil – und sollte doch mal was passieren, ist Hilfe meist nicht weit (kommt ja auch immer mal wieder ein Auto vorbei). Die Rundstrecke auf dem Jebel Shams sind wir nicht gefahren. Die sieht etwas herausfordernder aus.

Herausfordernder ist sicherlich die Fahrt durchs Wadi Bani Awf, nach Bilad Sayt und weiter über den Pass nach Al Hamra. Sehr schön und eindrücklich. Aber die Piste ist oft sehr schmal, teilweise sehr steil, immer wieder ausgesetzt (quer durch die Felswand mit tiefem Abgrund), aber grundsätzlich in gutem Zustand. Erfahrung mit unasphaltierten Bergstrassen und gute Nerven sind auf dieser Route hilfreich. Hier sind weniger andere Fahrzeuge unterwegs und die Piste ist deutlich länger – aber Hilfe sollte auch hier bei Gelegenheit auftauchen, sollte mal was passieren.

Grundsätzlich gilt: reichlich Zeit einkalkulieren. Man sollte ein Rad wechseln können. Und auch Wasser und Essen dabei haben für ein paar Stunden in der Hitze. Wichtig auch: das Kleingedruckte sämtlicher Autovermieter im Oman verbietet Fahrten auf unasphaltierten Strassen. Diese Vertragsklausel wird zwar von allen ignoriert und allenfalls kann man auf den heimischen Reisevermittler Rückgriff nehmen – aber bei Unfällen gibt es sicherlich Ärger.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Und noch ein Nachtrag als besonderer Tipp für Individualreisende: Verpflegung in den abgeschiedenen Bergregionen ist ein Problem – es gibt kaum irgendwo Restaurants und schon gar nichts Gemütliches, höchstens mal ein Hotel oder ein billiges Kaffeehaus. Mein Tipp: sich in einem grösseren Ort ein hübsches Picknick kaufen und dann unterwegs in den Bergen an einer hübschen Stelle rasten. Abends im Hotel gibt es dann ja wieder das obligate Buffet.

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@albinfo

Mit allen Allrad-Fahrzeugen im Oman konnte ich in den letzten 15 Jahren auf unasphaltierten Straßen fahren (das betraf Fahrzeuge der üblichen internationalen wie auch der nationalen Anbieter) - ganz offiziell! Manchmal/Selten war nur keine Extra-Versicherung gegen Reifen- und/oder Glasschäden möglich. Warum sollte man sich denn ein (teures) Allrad-Fahrzeug mieten, wenn man damit nur auf Asphaltstraßen fahren darf?

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