Mit dem Auto durch Marokko, was muss man über Straßen und Wege wissen?

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3 Antworten

Und noch ein Tipp zu dem, was da schon so alles steht. Du siehst evtl. öfter mal einen einheimischen Wagen mit einer Panne am Wegesrand stehen. Wundere Dich nicht, dass kein anderer Einheimischer hält und hilft. Wenn Du anhalten solltest, wird man Dir erklären, dass das Auto kaputt ist und es ganz toll wäre, wenn Du einen der Beifahrer mit in die nächste Stadt nimmst (die ist nie weit weg). Dort wirst Du, zum Dank für die Hilfsbereitschaft eingeladen zu einem Tee. Das passiert zu Deiner Überraschung in einem Teppichgeschäft ... ;-)

Im nördlichen Marokko sind die Strassen durchweg gut befahrbar, wenn auch nicht gerade bundesrepublikanischem Standard entsprechend, aber wenn Du etwa mehr in den Süden Richtung Sahara fährst, dann könntest Du Dich schon mal festfahren und wenn Du dann allein unterwegs wärst und niemanden zum Rausziehen dabei hättest, dann wäre das eine blöde Situation.

Auch technische Probleme müsstest Du dort allein lösen, also Werkzeug und Ersatzteile dabei haben, wenn Du weiterkommen willst.

Ich möchte den Beiträgen noch hinzufügen, dass ich Autofahren in Fes, Meknes und Casablanca nicht als besonders stressig empfunden habe, das war alles machbar. Marrakesch hingegen war die Hölle, da Mofas, Fahrräder, Esel, Pferdekutschen und Autos bunt durcheinander fuhren. Hier ist es vielleicht besser am Stadtrand zu parken und dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt hineinzufahren, wenn man das nicht abkann. Zudem hatten wir die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn der Beifahrer keine aufgeschlagene Karte auf dem Schoss hat (direkt in den Städten), da einige "Marketingprofis" sich uns auf dem Mofa angeschlossen hatten, neben uns fuhren, permanent an die Scheibe klopften, um uns ein Hostel aufzudrängen oder uns irgendwo hin zu helfen (einer hatte sich sogar eine Zeitlang am Spiegel festgehalten, das war recht gefährlich, da wir zusätzlich zum Verkehr noch auf ihn aufpassen mussten und ihn nicht loswurden). Als wir aufgehört haben, in den Städten auf eine große Karte zu schauen, war Schluss damit. Ich würde mir zudem von der Autovermietung eine Nummer geben lassen, die man im Pannenfall anrufen kann. Außerdem sind wir an abgelegenen Orten, die wir mit Auto besucht haben, angesprochen worden, ob wir Leute irgendwo hin fahren (auch mit dramatischen Geschichten), als wir abgelehnt haben, sind die etwas unwirsch geworden. Ich kann nicht genau sagen, ob das nun harmlos war oder nicht. An den Ampeln standen auch überall die "Scheibenwischer". Wenn man nicht an jeder Ampel die Scheiben geputzt haben möchte, sollte man frühzeitig eingreifen. Beim Parken tauchen auch oft (auf eigentlich kostenfreien Parkplätzen) Personen auf, die das Auto persönlich beschützen möchten. Frag lieber nicht, was es kostet, sondern gib einen kleineren Betrag und warte die Reaktion ab. Wir hatten die Erfahrung gemacht, dass Fragen (am ersten Tag) dazu führt, dass Parken pro Stunde 10 Euro kostet, ohne Fragen 1 Euro für mehrere Stunden. Viel Spass in Marokko. Die Landschaft ist traumhaft, an das "Marketing" muss man sich vielleicht ein bißchen gewöhnen.

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