Mit Bussen durch Malawi reisen?

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3 Antworten

Guten Morgen, Wassermelone! Es gibt in allen größeren und auch in manchen kleineren Städten Malawis Bus-Bahnhöfe (bus stations). Dort fahren zweierlei Arten von Transportmitteln ab: einmal die sogenannten "stage coaches". Dies sind von staatlichen, bzw. staatlich lizensierten Busunternehmen betriebene Buslinien. Größere Busse mit nominell ca. 50 Plätzen und entsprechenden Gepäckträgern auf dem Dach. Wie die Vorredner schon sagten, verkehren die nach einem Fahrplan, der eher schmückendes Beiwerk als feste Orientierung sind. Wenn der Bus voll ist, fährt er ab. Wobei "voll" in Malawi ein recht dehnbarer Begriff ist; es ist immer noch Platz für eine Kleinfamile mit Ziege und einem Sack Mais egal, ob nun 50 oder 75 Personen sich bereits im Bus befinden. Dann gibt es Kleinbusse, meist asiatischer Herkunft, die auch kleinere Orte anfahren und auf Zuruf der Fahrgäste anhalten. In der Windschutzscheibe haben sie meist ein Pappschild mit der Angabe des Zielortes, der wird unter Umständen auf kleinen Nebenstraßen erreicht. Auch hier ist die Anzahl der Passagiere stark schwankend, Du wirst Dich wundern, wieviele Leute in so einen Kleinbus passen. Übrigens ist ein unter Touristen besonders beliebtes Motiv ein solcher Bus, der vom Malawi-See herkommt: an den Außenspiegeln baumeln frisch gefangene Fische. Und schließlich gibt es noch das, was auf Chewa "Matola" heißt: die freie Vereinbarung eines Fahrpreises mit Fahrern, die dorthin fahren, wo man selber hin will. Auch die trifft man an der bus station, aber auch an den zentralen Ausfallstraßen der Orte. Dann sitzt man auf der Ladefläche eines Pickups oder auch Lastwagens zusammen mit vielen anderen und deren umfänglichen Gepäcks. Nach unseren Begriffen "gefährlich" ist jede der drei Transportmöglichkeiten. TÜV und ähnliches sind in Malawi unbekannt; solange ein Auto fährt, kann man damit auch Leute transportieren. In allen drei Varianten lernt man Land und Leute kennen, dazu auch kulinarische Besonderheiten, denn die Mitfahrer/innen lassen es sich nicht nehmen, den "Muzungu", die oder den weißen Nachbarn/in mit allerlei Köstlichkeiten zu versorgen. Und man kommt auf diese Weise vor allem mit den beiden letztgenannten in Gegenden, die kaum ein Reiseführer beschreibt. Es hängt also davon ab, wie abenteuerlustig man ist und welchen Zeitplan man für die Malawireise zur Verfügung hat. Mietautos werden am Flughafen in Lilongwe und Blantyre angeboten; in beiden Städten gibt es auch im Stadtzentrum entsprechende Firmen. Aber auch hier bitte keine europäischen Maßstäbe anlegen!

Der Busverkehr ist "ostafrikatypisch", wie allradfan schon geschrieben hat. Da wird alles transportiert. Feste Zeiten für die Überlandbusse gibt es allerdings sehr wohl. Nicht, dass sie immer eingehalten werden (können), aber die Abfahrtszeiten an den Ausgangstationen sind auf jeden Fall fix. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in der Gegend sind die Busse zudem einigermaßen schnell unterwegs. Zu den Fernbussen kommen die Minibusse, die jedem größeren Ort anfahren. Hier gibt es allerdings keine Zeiten. Der kommt oder kommt nicht. Ein Problem ist der Zustand der Straßen, in der Regenzeit (Winter) sind die oft in schlechtem Zustand. Dann kann es dauern ...

Und: eine wichtige Verbindung ist das Postschiff auf dem Malawisee. Fährt aber nur einmal wöchentlich.

Hallo wassermelone, sicher gibt es in Malawi Busverbindungen. Es ist halt manchmal sehr voll, mit allerlei Mensch und Tier was da halt so alles mit muss. Du kannst in der Hauptstadt Lilongwe zum Bsp. nach Kasungu, oder von Nkhamenya vom Distrikt Kasungu nach Nkhata-Bay. Musst dich halt vor Ort etwas durchfragen, da es keine festen Zeiten wie bei uns gibt. Aber ansonsten ist das alles vollkommen einfach, wobei die Menschen in Malawi sehr offen sind und dich sofort ansprechen und dir weiterhelfen. Es kommt halt nicht so oft vor das Urlauber in den Busen sitzen.

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