Meine Freundin

3 Antworten

Mit Verlaub: Ich glaube von der Story kein Wort. Noch nicht mal einen Buchstaben.

Wieviel Geld willst Du Dir denn noch abschwatzen lassen??? Soooo naiv kann man doch nicht sein!!! Vergiss die " Freundin" ganz schnell, wenn Du ihr das Geld auch noch überweist, hat sie Dich nämlich auch gaaanz schnell vergessen.

Hallo,

für mich klingt diese Geschichte überhaupt nicht glaubwürdig, aber nun zu Fakten (ich vermute, dass Du jetzt total durcheinander bist und die Meinungen „die Geschichte ist nicht wahr“ nicht ausreichen).

Ich habe im russischen Internet nach ähnlichen Geschichten gesucht und diese Infos gefunden:

Der Versuch der Ausfuhr aus Russland (oder Einfuhr nach Russland) von einigen starken Schmerzmitteln ohne Rezept kann laut dem Russischen Strafgesetzbuch, Artikel 229, Teil 1 (Zollschmuggelei) folgende Folgen haben:

  1. Variante: Freiheitsstrafe 3 – 7 Jahre inkl. bestimmte Strafe oder ohne Strafe (d.h. es stimmt nicht, was Deine Freundin geschrieben hat: „Strafe zahlen ODER 7 Jahre Gefängnis“.)

ODER 2. Variante: ohne Strafe, dafür Freiheitsbeschränkung bis 1 Jahr oder auch ohne Freiheitsbeschränkung.

Falls man anbei keine Dokumente für ein Arzneimittel hat, kann man sie später dem Gericht vorlegen.

Wenn man Arzneimittel für den persönlichen Bedarf gekauft hat, ist es höchstwahrscheinlich, dass das Strafverfahren eingestellt wird. In solchen Fällen unterliegt man administrativer Verantwortung und muss eine Strafe (doppelter Preis für das Arzneimittel) bezahlen und das Arzneimittel wird beschlagnahmt.

Das alles entscheidet aber das Gericht, nicht der Zoll!!!

Und es klingt überhaupt nicht glaubwürdig:

  1. dass Deine Freundin den Flughafen nicht verlassen darf (wenn sie schreibt „so werde ich mich in den Zollpunkt jetzt begeben“, bedeutet es, dass sie sich auf dem Flughafen frei bewegen kann. Ich war mehrmals auf allen Moskauer Flughäfen, dort darf jeder rein- und rausgehen).

  2. dass ihr die Sachen und alle Papiere weggenommen wurden (wie gesagt, in solchen Fällen hat nur das Gericht hat das Recht über das Schicksal des Betroffenen zu entscheiden, der Zoll stellt nur den Gesetzesverstoß fest).

  3. dass der Zoll ihr einen Strafbeleg gegeben hat:

- Der Zoll hat in diesem Fall kein Recht Belege für Strafen zu geben. - Woher diese Summe 4300 Euro? Im Artikel 229, Teil 1 stehen 2 Varianten der Strafe, 4300 Euro passen nicht dazu. - Woher diese Frist für die Bezahlung der Strafe – 13 Tage? Über die Summe und die Frist entscheidet das Gericht.

Eine Kopie der Strafe in elektronischer Form kann man leicht selber machen, auch mit Stempel. In Russland kann man (leider) ziemlich einfach jeden beliebigen Stempel kaufen / bestellen lassen.

Falls Du immer noch denkst, dass diese Geschichte wahr ist, bitte Deine Freundin folgende Infos zu schicken (wenn sie will, dass Du ihr hilfst, wird es für sie überhaupt kein Problem sein):

  1. Das Wichtigste: Protokoll der Durchsuchung des Gepäcks (wenn das Gepäck durchsucht werden soll – in Anwesenheit oder in Abwesenheit des Besitzers – wird unbedingt ein Protokoll in 2 Exemplaren ausgestellt, davon 1 Exemplar wird an den Besitzer des Gepäcks übergeben)

  2. Die Daten ihres russischen Passes und ihres Reisepasses (Nr., Ausstellungsdatum- und Ort, Ausstellungsbehörde), Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnadresse, Telefonnummer, Handynummer; Vor-, Vaters- und Nachname in Russisch/mit lateinischen Buchstaben.

  3. Flugnummer Moskau – Köln am 16.03., Fluggesellschaft, Flughafen, Nummer des Flugtickets (man kann evtl. herausstellen, ob diese Person überhaupt ein Ticket für diesen Flug hatte).

  4. Telefonnummer und Name des zuständigen Zollbeamten.

  5. Name des Schmerzmittels.

  6. Angaben zur Apotheke, wo das Schmerzmittel gekauft wurde (wie heißt die Apotheke, Adresse).

  7. Auf welchem Moskauer Flughafen und wo dort genau befindet sich im Moment Deine Freundin.

Schreib ihr, dass Du diese Infos brauchst, um sie an den Anwalt zu geben.

Falls sie Dir diese Infos sendet (man kann ja alles ausdenken), teile sie uns mit. Viele Infos davon kann man überprüfen.

Wollte gar nicht so viel schreiben, aber da solche Geschichte hier im Forum nicht zum ersten Mal ist,…

Die beste Antwort auf diese Frage, DH!!! @ Hausmann1960: Petersburg hat den Stern verdient!

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@bube44

Gute Antwort und klasse, dass Du Dir für so`nen Quatsch soviel Zeit für die Antwort genommen hast!

Ich glaube ein Freund deren Freundin am Zoll festgehalten wird, hat aneres zu tun, als durch irgendwelche Foren zu turnen! Aber ist doch witzig, wieviel Leute darauf geantwortet haben und sich scheinbar die Zeit genommen haben, diese Storry quer zu lesen (inkl. mir)...:-)

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@moglisreisen

Danke, bube44 und moglisreisen :) Dachte zuerst, dass ich nur schreibe, dass es Quatsch ist. Hab dann aber im Internet gelesen, dass die Ausfuhr aus Russland / Einfuhr nach Russland von einigen starken Schmerzmitteln ohne Rezept wirklich ernste Folgen haben kann. Die Sicherheitsmaßnahmen an russischen Flughäfen wurden nämlich in den letzten Jahren verstärkt. Wenn man starke Arzneimittel mit z.B. Psychopharmaka drin hat, soll man die Zollerklärung ausfüllen und durch den roten Korridor gehen (egal, ob man nach Russland kommt oder von Russland ins Ausland fliegt). Und man muss unbedingt ein Rezept oder ein Gesundheitszeugnis oder einen Auszug aus der Krankengeschichte haben. Dann passiert nichts.

Das kann eigentlich jeden betreffen, denn auch wenn ein Arzneimittel im Ausland ohne Rezept verkauft wird, kann es sein, dass es in Russland auf der Liste von starken Arzneimitteln steht, die beim Zoll angemeldet werden sollen. Also lieber alles vor der Reise prüfen.

Dass es ernst werden kann, zeigt eine wahre Geschichte einer Russin, die im Dezember 2010 aus Berlin nach Moskau kam und für ihr starkes Arzneimittel kein Rezept mithatte. Ihr Gepäck wurde in Anwesenheit von Zeugen durchsucht, ein Protokoll ausgestellt, das Arzneimittel wurde von Fachleuten geprüft, nach einigen Stunden wurde das Ermittlungsverfahren eingeleitet, der Frau wurde ein Staatsanwalt zur Verfügung gestellt und sie wurde ins Gericht gebracht, danach zum Flughafen, hat ihre Sachen und Dokumente bekommen und durfte nach Hause. Sie hat dann die nötigen Dokumente für das Arzneimittel vorgelegt. Das Gerichtsverfahren wurde im Mai 2011 eingestellt. Wer Russisch kann, mehr Infos hier: kp.ru/daily/25637/801675/

Ich habe im Internet nur diese einzige Geschichte zum Thema gefunden. Sie zeigt, dass die Freundin von Hausmann1960 alles ausgedacht hat und von ihm einfach Geld will. Der Strafbeleg, den Hausmann1960 unter http://www.reisefrage.net/frage/zollbescheinigung hochgeladen hat, beweist endgültig, dass man ihn zu betrügen versucht. Wenn er den Fakten nicht glaubt, da kann keiner ihn vor dem Verlust von 4300 Euro abhalten…

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