Malariagefahr in Kenia?

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Soooo....jetzt muss ich als Afrika-Fachmann auch noch einiges los werden:

  1. Eine Impfung gegen Malaria gibt es nicht!

  2. In Kenia besteht in gewissen Landesteilen ein hohes bis sehr hohes Malariarisiko, dazu zählt insbesondere die Gegend um den Viktoriasee und die Küsten. Aufgrund der Höhenlage von Nairobi (rund 1650 m über NN) ist das Risiko dort erheblich geringer (allerdings nur das Malariarisiko, weil Nairobi ansonsten eine sehr gefährliche Stadt ist). Auch in anderen Höhenlagen (i.d.R. über 2500 m) kannst du von keinem Risiko mehr ausgehen.

Was Kenia - wie praktisch ganz Ostafrika - ausmacht ist, dass die vorherrschende Malariaart die "Malaria tropica" ist, die bei nicht immunisierten Europäer meist sehr schwere, wenn nicht sogar tödliche, Krankheitsverläufe hat.

  1. Das beste Mittel zum Schutz vor Stichen oder Bissen durch Insekten ist natürlich die lange Kleidung vorzugsweise in einer hellen Farbe und ein gesundes Maß an Vorsicht auch bei deinen Mitreisenden. Man sieht die Tiere ja oft schon fliegen oder dann sitzen. In der Nacht unter einem Moskitonetz zu schlafen versteht sich von selbst!

Bei den Sprays empfehle ich dir lokale Repellents zu verwenden. Auch bei uns gibt es einige gute Mittel zu kaufen, wie Insect-free, no-bite usw. Du kannst auch mehrere kombinieren...


Empfohlen für die Repellents ist ein gewisser Anteil an Diethyltoluamid (abgekürzt "DEET"), das in vielen gängigen Insektenschutzmitteln - die auch bei uns in Deutschland erhältlich sind - enthalten. Beispiel wäre "Autan Family", "Autan Tropical", "OFF" und das von Lotusteich ´bevorzugte "Nobite".

DEET wurde übrigens 1948 von der US-Armee entwickelt, die es auch in Südostasien einsetzte.

Es kann zwar Allergien auslösen, aber in gefährdeten Gebieten hat der Schutz vor Malaria und anderen von Mücken übertragenen Krankheiten Vorrang.


  1. Zur chemischen Prophylaxe wegen Malaria gibt es kaum eine Alternative zu "Malarone". "Lariam" ist bei weitem nicht so gut wirksam und schlechter verträglich. Malarone nur als Standby-Medikament mitzunehmen würde ich dir nur dann empfehlen, wenn du in kurzen Abständen immer wieder in Malaria-Hochinfektionsgebiete reist, weil Malarone nur 28 Tage eingenommen werden soll (manche Tropenmediziner sprechen allerdings von bis zu 3 Monaten, in den USA sogar 6 Monate). Malarone ist übrigens - entgegen den Behauptungen vieler - recht gut verträglich. Malarone kostet in Deutschland rund 55 Euro für die 12er-Packung, wenn du sie in den Niederlanden bestellst ca. 35 Euro.

  2. Andere Impfungen solltest du nicht nicht vergessen: Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch Pertussis, Mumps, Masern/Röteln (MMR) und Influenza. Zusätzlich als Reiseimpfungen Hepatitis A und B und Typhus, möglicherweise auch Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut.

Alle meine Antworten bezüglich Medikamente sind bitte nur als Anhalt zu verstehen und entsprechen der Beratung, die mir zuteil wurde (ich reise derzeit beruflich alle paar Wochen in Malaria-Hochinfektionsgebiete).

Also mal vorab, eine Impfung gegen Malaria gibt es nicht. Das Risiko besteht schon in Kenia. Wir werden in zwei Wochen hinfliegen und haben uns gegen die Malariaprophylaxe entschieden. Die Entscheidung muss aber jeder für sich selbst treffen. Da einen Rat zu geben ist schwer. Wir werden uns in der Dämmerung (denn nur dann fliegen die Moskitos, die Malaria übertragen) lange Sachen anziehen und mit Deet 40 Plus einsprühen. Deet 40 Plus ist ein Anti-Mücken-Spray welches super helfen soll. Die Frage ist ja auch, wo genau ihr hingeht. In Nairobi z.B. ist die Malaria-Gefahr eher niedrig einzuschätzen.

Mit Malaria kennen sich die Ärzte in Kenia besser aus als in Deutschland. Wir fahren schon 16 Jahre nach Kenia. Wichtig ist der Ort und der Zeitraum von meinem Aufenthalt in Kenia. Wenn ich in der Trockenzeit fahre, dann gibt es keine Mücken.

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