Literarische Wanderungen - was kann man sich darunter vorstellen?

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5 Antworten

Ciao, ich darf aus "Google-Books" zu deinem Buche zitieren:

Balades concernants des auteurs vaudois: Nur noch Steine, immerfort Steine, mit Charles Ferdinand Ramuz' "Derborence" durchs Bergsturzgebiet der Diablerets (LiteraTour 6: Motélon-Derborence-Pas de Cheville-Solalex) / Michael T. Ganz (p. 95-105) ; Stöckelschuhe auf dem Eis, mit Coseys Bande dessinnée "A la recherche de Peter Pan" in Arolla (LiteraTour 9: Arolla-Tête du Tronc-Cabane des Aiguilles Rouges-Lac Bleu-Arolla) / Michael T. Ganz (p. 137-147) ; Eine Bande dessinée, die (fast) das Leben schrieb, mit Martin / de Moors "Le repaire du Loup" zum Wahrzeichen von St-Luc (LiteraTour 11: St-Luc-Hotel Weisshorn (per ski oder zu Fuss) / Beat Hächler (p. 163-173).

weiters stiess ich auf dies:

23 Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, darunter Daniel Anker, Usula Bauer, Jürg Frischknecht genauso wie Andreas Weissen und Urs Widmer begleiten uns auf den „LiteraTouren“ durch fast alle Täler und Regionen des Wallis und finden die Welt- Literaturspuren hinter Rainer Maria Rilke, Corinna Bille, Charles Ferdinand Ramuz und Maurice Chappaz, aber auch von Johann Wolfgang von Goethe, Max Frisch, Marc Twain und Carl Zuckmayer. Das ist mitunter und fast überwiegend höchst vergnüglich. Es ist vor allem literarisch und entspricht damit keineswegs den Klischees der üblichen Tourismus-Werbung. Auf den Kulturreisen und Kulturwanderungen vom Albulapaß bis Zermatt, vom Aletsch ins Lötschental, über die Furka ins Goms, aus dem Val d’Herens über den Großen St.Bernhard und den Simplon erleben wir einen kaum bekannten Teil europäischer Kultur- und Literaturgeschichte. Das ist spannend und lehrreich. Das ist überraschend und gewaltig angesichts der großen Gletscherberge und der sagenhaften Schauplätze ältester alpiner Kulte. (Fallweise angebrachte) Kritik an Extremformen des Tourismus wird nicht ausgespart, wie beispielsweise in der LiteraTour Nr. 17 von Zermatt auf den Gornergrat. „Der Ortsteil liefert mit dem Zubetonieren der letzten Vorgärten ein nicht zu übertreffendes Beispiel verdichteten Bauens. Der Wanderer tut deshalb gut daran, in Zermatt den roten Winkelmatten-Bus zu nehmen, die Augen zu schließen und sie erst an der Endstation wieder zu öffnen“ (S 248). Die diensthabenden Kellner und Geschäftsführer wissen zumeist (so wie anderswo ) am allerwenigsten von den Stationen der Kultur und vom Gourmet und den Feinheiten zu berichten. Noch desinteressierter und verbohrter scheinen die maßgeblichen Touristiker zu sein, die Promotoren der Zerstörung und wie es der französisch schreibende Autor Maurice Chappaz überaus treffend und pointiert formulierte, die „Zuhälter des ewigen Schnees“. Wir finden diesen Autor an maßgeblicher Stelle des Buches, gleich am Anfang, „leichtfüßig auf schwermütigen Wegen“. Ich besuche diesen inzwischen 90 Jahre alt gewordenen Autor bei allen Fahrten und Erkundungen in die Schweiz und dann legt er mir die neuesten seiner Publikationen vor, zumeist auf französisch, immer mit freundlicher Widmung versehen. Chappaz ist der kritischeste und der zugleich poetischeste Autor des gesamten Alpenraumes in der Auseinandersetzung mit hartem Tourismu und mit Ausverkauf.

Höchst empfehlenswert (als weiterführende Anregung zu diesem Buch) ist zudem der kundige Alpenkulturkenner und Walliser Sagenerzähler Andreas Weissen in Brig. Wir erfahren von der Gletscher-Leiche (vergleichbar dem Ötzi?) und von schrecklichen Naturkatastrophen, von der Teufelsaustreibung am Diablerets, von der Taufe toter Kinder, von Schalensteinen und einer untergegangenen Stadt unter dem Gletscher. Wir folgen dem geheimnisvollen Totenzug über die Gletscher und erfahren von schlimmen, von verheerenden Lawinenkatastrophen, aber auch von feinen Gourmet-Stationen, von der Musik des Wallis und den großen Berggeschichten seit den ersten Stunden des Alpinismus.

Wie in allen Büchern der Serie „Literarische Wanderungen“ ist auch diesem Buch zum „Weiterlesen“ eine umfangreiche Liste an weiterführender Literatur beigegeben, von Anthologien und Übersichten zur Walliser Literatur und weiteren Werken „zu den durchwanderten Regionen“, aufgeteilt nach „Wallis allgemein“, „Rhonetal allgemein“, „Oberwallis“ und „Unterwallis“, mitsamt den ergänzenden Hinweisen auf Ausflugs- und Wanderführer, mit Hinweisen auf Buchhandlungen und auf Bibliotheken im Wallis.

http://www.cultura.at/alpenakademie/rezensionen.htm

Vielleicht hilft es dir ein wenig!

LG

Das genannte Buch kenne ich nicht, aber zumindest literarische Stadtführungen gibt es schon lange. Ich kenne Leute, die Paristouren unter einem literarischen Motto gemacht haben, speziell war das hier "Eine Liebe von Swann" von Proust, die haben dann da alle im Roman vorkommenden Orte besucht und waren ganz hingerissen. Ich selbst hab sowas mal in Oxford mitgemacht, da waren das Thema aber eher die Schriftsteller und ihre Wirkungsorte, hier Tolkien, C.S. Lewis und Carroll. Als Wanderungen wird es das also sicher auch geben, stelle ich mir sehr schön und spannend vor, wenn man wirklich einen Bezug zu dem Buch hat.

Hallo Indiga,

hä? Wahrscheinlich verstehe ich die Frage nicht richtig, aber was soll man sich schon unter literarischen wandern vorstellen??? Da latscht Du die Städte, Orte, Gegenden ab - entweder geführt oder alleine mit Buch in der Hand/Rucksack. Bei ersterem werden Dir alle "historischen/bekannten Plätze" erzählt, bei zweitem hälst Du ein Buch in der Hand und liest die Sachen nach.

Kurz: Herr Ganz und Herr Strebel sind mit ihrem Werk natürlich nicht alleine auf dieser Welt! Es gibt zu vielen Städten, Landschaften auf dieser Erde entsprechende Bücher. Einfach mal in die Buchhandlung gehen und ein bißchen stöbern, welche Region Dich interessiert!:-)

Berühmt geworden ist auch Theodor Fontane durch seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", welche er in 5 Bänden beschrieben hat.... Er führt die Leser durch Landschaften und Orte in der Mark , zu Schlössern und Klöstern, und er stellt ihnen die Bewohner derselben und ihre Geschichte(n) vor....von denen einige auch als literarische Personen wiederzufinden sind ..."Effie Briest " zum Beispiel .....

Dazu fällt mir nur Heinrich Heines Harzreise ein. Den Wanderwg kannst du heute noch bestaunen wenn du die Ilsefälle hinauf zum Brocken über die Bremer Schutzhütte wanderst.

Schon oft hinweg gespült und immer wieder liebevoll hergerichtet ist der Heinrich Heineweg mit kleinem Denkmal wenn du links der Ilse hinauf gehst.

(Andere lit. Wanderungen sagen mir nicht soviel)

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