Lima/Peru - wer hat Infos zum Auswandern / Berufssuche / (über-)leben

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3 Antworten

Also bei der Arbeitslosenquote in Lima (und da sind jede Menge gut ausgebildeter Limenos darunter) würde es fast an ein Wunder grenzen, wenn Du da erfolgreich sein würdest! Ich habe einige Menschen dort kennen gelernt, die neben ihrer Muttersprache Spanisch noch perfekt Englisch und Deutsch sprechen (von der abgeschlossenen Universitätsausbildung mal ganz abgesehen!) - und die sich mit Hin-und-Wieder-Jobs mühsam über Wasser halten! Das ist auch einer der Gründe, daß immer wieder Peruaner versuchen, hier in Europa zumindest für eine gewisse Zeit arbeiten und leben zu können!

Außerdem halte ich es für komplett unvernünftig, sich für so eine Entscheidung so unter Zeitdruck zu setzen! Wenn überhaupt, würde ich erst einmal für 4-6 Wochen dorthin fahren, um überhaupt einen Eindruck von der Stadt und vom Land zu bekommen und danach entscheiden, ob es für längere Zeit und zur Familengründung der richtige Ort wäre! Außerdem kannst Du in dieser Zeit vor Ort schon mal eruieren, wie Deine Job-Chancen so aussehen - sich persönlich irgendwo bekannt zu machen ist m.E. der einzige Weg, dort eine Anstellung zu finden. Ich denke, eine Bewerbungen aus dem 'reichen Deutschland/Europa' wird kaum jemand so richtig ernst nehmen! Nicht zuletzt kannst Du dann auch feststellen, wie Dir der (fast) ständige Nebel in Lima bekommen würde...

Lima hat eine sehr gemischte Bevölkerungsstruktur - es sind nicht 'weiter draußen' die armen Viertel, die sind überall auch direkt neben denen der Reichen! In einer 9 Mio Metropolregion läßt sich das wohl auch garnicht vermeiden! Selbst einige Straßenzüge in und zwischen den Vierteln der Superreichen (Miraflores und San Isidro) und schon gar im Zentrum sind mit Vorsicht zu begehen (zumindest bei Dunkelheit!). Gute Kindergärten und Schulen gibt es auch nur für gutes Geld - es geht eben nicht nur darum, Kinder in die Welt zu setzen, es kommen gerade in Südamerika damit große finanzielle Verpflichtungen auf einen zu, wenn man denen einen einigermaßen vernünftigen Start ins Leben ermöglichen möchte!

Wenn ich deine ausführliche Fragestellung hier so lese, dann finde ich, dass du dir die Frage: "Klappt nach Lima auswandern und überleben oder klappt es nicht?" eigentlich schon selbst mehr als deutlich beantwortet hast...

Wie solltest du unter all den schwierigen Bedingungen und deinen nicht gerade perfekten Voraussetzungen auch nur halbwegs qualifizierte Arbeit finden und eine Familie ernähren können? An Wunder und Tagträume sollte man mit 44 doch wirklich nicht mehr glauben und dem hohen Risiko und der immernsen Verantwortung, die man mit so einer "Aktion" auf sich laden würde, ins Auge sehen.

Bitte nichts für ungut, gerade dann, wenn dich die Liebe antreibt, doch jeder gesunde Menschenverstand erkennt, dass dein Vorhaben einfach zum Scheitern verurteilt ist.

Mach dich und auch sonst niemanden unglücklich und suche nach einer anderen Lösung. Ich finde dein Vorhaben unrealistisch und unvernünftig.

Vielen Dank,

Roetli, Seehund, Lotusteich, dass ich direkt am ersten Tag so ausführliche Antworten erhalten habe.

Und alle (leider) mit der gleichen Empfehlung besser nicht dorthin zu gehen. Ich wäre gerne in ein wärmeres, weniger regnerisches und schneeloses Gebiet gegangen und hätte die Chance, weil meine Verlobte dort wohnt und arbeitet.

Visum bräuchte ich nicht für hin, und raus müsste ich wohl auch nicht, weil wir sowieso heiraten. Wir kennen uns schon über 2 Jahre und wollten letztens schon hier heiraten.

Testweise rüber geht nicht, habe für mehrmals hin und her kein Geld für die Flüge. Und wenn ich zurück wäre, hier auch keine Arbeit mehr.

Alternativ muss sie hierher kommen, obwohl ich lieber weg wollte.

Die Illusion, dass wir beide dann später z.B. nach Spanien aussiedeln könnten, muss ich mir wohl auch abschminken, denn dort haben wir keinen, der schon dort seine Heimat hat, so als Starthilfe. Beide aus dem Nichts ins spanische Nichts würde auch sehr schwer. Und die Spanier haben auch zu wenig Arbeit für alle. Na dann wohl hierbleiben und Schüttelfrost kriegen ...

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@Vercingetorix

Nachtrag an euch drei: Alle Antworten waren "hilfreichste Antwort".

Wart ihr alle schonmal in Lima / für längere Zeit dort gelebt ?

Gruß, Vercingetorix

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@Vercingetorix

Hallo Vercingetorix, Kompliment erst mal, dass du die "Kritik" hier als konstruktiv aufnimmst, ist nicht selbstverständlich! Nein, ich war noch nie in Lima, ich kenne nur eine Peruanerin, die seit Jahren in D lebt. Nicht ohne Grund... Sie kommt auch aus Lima und würde unter anderem aus den von dir genannten Gründen nicht wieder zurück wollen, Heimat hin oder her. Ich wünsche dir alles Gute und drücke dir die Daumen, dass du eine Lösung findest! LG Lotusteich

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@Lotusteich

Hallo,

ich habe mehrere Jahre in Südamerika gelebt/gearbeitet und war auch länger in Lima. Ich drücke dir auch die Daumen.

LG

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Hallo,

ich glaube, dass Du dir Illusionen machst. das fängt schon mit dem Thema Visum an. Ein Touristenvisum- kein Problem, aber dann? Immer illegal durch Ausreise verlängern? ist teuer und fällt irgendwann auf.

Du brauchst ein Businessvisum und die entsprechende Arbeitserlaubnis, schon andere Forumsmitglieder haben Lima verlassen, weil genau das zu teuer war. Einfach so kannst Du nicht arbeiten.

Was sind deine beruflichen Qualifikationen- wenn Du an Toruismus denkst, dann sind die Räume dort doch ziemlich eng. also prichst Du etwas spanisch. Ansonsten gilt- mit englisch kommst Du eben nicht durch. deine Kenntnisse sollten fließend sein.

Das Du im Internet keine Infos über die Berufsschanchen von Normalmenschen findest, das kommt nicht von ungefähr. Ja- die Arbeitslosigkeit ist hoch und ob Du als Drucker (voll ausgebildet?) gegen die einheimischen Strukturen bestehen kannst- ich weiss es nicht, allgemein ist so etwas schwierig.

Deutschspachige generiert das Goetheinstitut, die können dann natürlich auch fließend spanisch.

Lima ist übrigens ein gefährliches Pflaster (auch tagsüber im historischen Zentrum), dass Du als "Gringo" kein Geld in der Tasche hast, glaubt dir kein Mensch.

Also denke nochmal drüber nach, sonst kommst Du unter die Räder! Die dauerhafte und geregelte Ernährung einer Familie ist auch für ca. 80% der Peruaner ein Problem, gerade im nicht sehr günstigen Lima.

LG

Hallo Seehund, ich habe jetzt mehrere Antworten (und alle eindeutig der gleichen Meinung) sodass ich wirklich traurig, meinen Traum vom wärmeren trockeneren Ausland begrabe. Ich habe nun meine Verlobte in Skype gebeten, den nötigen Deutschkurs zu absolvieren und im Frühsommer hierher zu kommen.

Eine Frage noch, wenn Du einige Jahre in Südamerika gelebt und gearbeitet hast, was war für Dich der Grund nicht dort zu bleiben? Ist es nicht schön dort? Oder überwiegen berufliche finanzielle Ursachen, dass du zurückkamst?

Wenn diese Frage zu persönlich ist, dann natürlich nicht drauf antworten.

Gruß, Vercingetorix

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