Kann man als Gehbehinderter getrost an einer Studienreise teilnehmen?

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5 Antworten

Seine leichte Behinderung wird in einer "normalen" Studienreise wahrschienlich nicht weiter ins Gewicht fallen. Während der Führungen wird ohnehin immer wieder für Erklärungen und Besichtigungen Halt gemacht. Falls Dein Onkel viel langsamer wäre als die Gruppe kann er ja dem Reiseleiter sagen, dass er nicht für jede Erklärung warten muss bis er nachgekommen ist ...

Ich habe schon etliche Studienreisen gemacht (und meistens war ich bei der jüngeren Hälfe dabei). Ich kann berichten, dass die Teilnehmer der (nicht gerade billigen) Studienreisen in der Regel so viel (Herzens-)Bildung und Anstand hatten dass es den Meisten eine Selbstverständlichkeit war auf Schwächere und Langsamere Rücksicht zu nehmen. Auf der letzten Reise (Vietnam/Kambodscha) hatten wir einen 83-jährigen Architekten dabei, der nicht mehr besonders gut zu Fuß war. Er hat von sich aus das "normale" Programm gekürzt. Wenn es ihm zu anstrengend erschien, ist er manchmal früher zum Bus zurückgekehrt oder ist gar gleich für eine Pause sitzen geblieben. Auf hohen, steilen Treppen hatte er stets den Reiseleiter und einen von den anderen Teilnehmern an seiner Seite (manchmal kam er bedenklich ins Schwanken ...).

Du kannst Deinen Onkel dazu ermutigen sich seinen Reisetraum zu erfüllen.

Er kann ja vor der Buchung noch mal bei Marco Polo anrufen und mit den Sachbearbeitern für sein Reiseziel direkt Rücksprache halten. Sie können ihm sicher genauere Auskünfte darüber geben wie weit/viel dabei zu laufen sein wird.

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Ich fand es unangenehm als ich nach einer Bein-OP (nicht mehr an Krücken) auf Reisen ging und mit der Gruppe nicht so stramm mithalten konnte. Ich war dann einfach das "Schlusslicht" obwohl alle sehr hilfsbereit und verständnisvoll waren, keine Frage, aber ich hab meine Gruppe auch hin und wieder mal "verloren", die dann auf mich warten mussten, wenn sie überhaupt bemerkt haben, dass ich fehlte. Schlimm wird's halt wenn man zB. enge, hohe, schmale Treppen steigen muss, dann bleibt man halt besser auch mal draussen und lässt sich was entgehen. Schlösser usw. haben halt keinen Lift, werden aber von Studienreisen gerne viel und oft angeboten. Ausserdem sollte man dem Reiseveranstalter melden, dass man nicht so schnell ist und dass das Hotelzimmer in so einem Falle nicht unbedingt in der hintersten Ecke des Hotels vergeben werden sollte.

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moglisreisen 23.03.2013, 19:54

Hmmm..., dann bekommt man ne Ahnung davon, wieviel Selbstbewußtsein erst ein Gehbehinderter haben muss! lg

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Das hängt nun wirklich von der Art der Reise ab. Ist man vlel in Museen oder dergl. müsste das ohne Problem möglich sein. Da gibt es ja auch oft Gehilfen oder einen Rollstuhl für Gehbehinderte. Stolpert man stundenlang durch antike Ruinen ist es sicher schwieriger.

Ich kann aber nur sagen, auch schon mit einer Rollstuhlfahrerin in der Gruppe z. B. Ephesus und Pergamon besichtigt zu haben. Zu letzterem Ziel führt jetzt eine Seilbahn hoch und die ganze Gruppe hat der jungen Dame im Rollstuhl fast schon rührend geholfen und deren Begleiter (wohl der Vater) entlastet. Auch das "Einsteigen" in den Bus war mit Hilfe von 1 - 2 Männern neben dem Fahrer nie ein Problem. Das Gewicht Ihres Onkels kenne ich natürlich nicht ;)

Die Frage kann also letztlich nur der Reiseveranstalter nach jeweiligem Programmablauf beantworten. Letztlich hängt es aber auch vom Sozialverhalten der Reisegruppe ab.

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Wenn es eine richtige Studienreise ist, wird da schon ein gewisses Programm abgerissen. Ich habe vor ein paar Jahren mit meinen Eltern eine Studienreise nach Kaliningrad gemacht. Es liegt ja irgendwie in der Natur der Sache, daß die meisten Teilnehmer als gebürtige Ostpreußen Senioren waren und teilweise schlecht zu Fuß. Es handelte sich aber um keine spezielle Seniorenreise und dementsprechend waren die Ausflüge organisiert. Das war schon ein straffes Programm und für manche kaum zu bewältigen. Es steht und fällt auch mit der Aufmerksamkeit des Reiseleiters, ob womöglich jemand zurückbleibt und es, insbesondere, wenn die Person allein reist, niemandem sonst aus der Gruppe auffällt.

Raten würde ich zur Teilnahme an einer speziellen Seniorenreise, es gibt da einen Veranstalter: www.skan-tours.de

Die Reisen finden unter Teilnahme eines Arztes statt, sind speziell auf Senioren zugeschnitten und hier dürfte man auch auf eine Gehbehinderung entsprechende Rücksicht nehmen. Vielleicht ist das Reiseziel Deines Onkels ja dabei.

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Auf einer Rundreise von Istanbul nach Antalya mit Oeger Tours (übrigens Klasse Organisation und Reiseleitung) waren auch Menschen mit leichter Gehbehinderung dabei und es war für Niemanden ein Problem. Bei einer Führung geht man ja nicht längerer Zeit strammen Schrittes, sondern macht immer wieder einmal halt. Es sollte also kein Problem sein.

Vielleicht sollte dein Onkel aber überlegen ob ihm ein Stock (da gibt es dezente Lösungen) bei der Reise ein wenig beim Gehen unterstützt und hilfreich ist.

Ich denke mal, dass er nicht unbedingt eine mit Arzt unterstützte Seniorenreise antreten möchte. Ich erinnere mal an das Buch "Nein, ich will keinen Seniorenteller" oder auch "Nein ich gehe nicht zum Seniorentreff". Selbst mein alter Vater (85 j) reagiert so.

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