Ist der Besuch des "Cero Rico" in Potosi/ Bolivien empfehlenswert?

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3 Antworten

Ja, wenn Du allerdings wirklich tief in den Berg rein möchtest und Dir das körperlich zutraust (Höhe), solltest Du nicht die allgemeine Führung machen, sondern eine Privatführung. Diese kannst Du auch in den Agenturen buchen. Am besten ist wahrscheinlich eine Kombination. Erst die allgemeine Führung (ca. 1-1,5h im Berg, maximal 150m tief(geschätzt). Wer keine Schwierigkeiten bei dieser Tour hat und tatsächlich bis zu den noch aktiven Arbeitern vordringen möchte, sollte die Privattour am nächsten Tag anschließen. Deswegen: Genug Zeit einplanen für Potosi, um flexibel reagieren zu können.

AUF JEDEN FALL!

Dir sollte allerdings bewusst sein, dass so eine Tour kein reiner Spaß ist. Die Arbeitsbedingungen der Mineros sind erschütternd, vor allem, wenn in der Mine, die Du besichtigst, auch Kinder arbeiten. Außerdem ist die Tour auch körperlich anstrengend und bei mir haben sich nach 2 Stunden in den Minen die Lunge und der ganze Körper schon wie vergiftet angefühlt. Die Minen werden zwar belüftet, es besteht aber trotzdem die Möglichkeit, dass in den Stollen giftige Dämpfe (z.B. Arsengas, Grubengas oder Schwefeldämpfe) eingeatmet werden. Es kann auch sein (je nachdem, in welche Mine Du gehst), dass Du durch knietiefes Wasser oder durch extrem enge, zum Teil nur einmeterhohe Schächte gehen musst. In der Tiefe der Minen kann es bis zu 40° Grad werden, außerhalb der Minen ist es dagegen empfindlich kalt.

Außerdem solltest Du, wie dino1 schon geschrieben hat, die Höhe bedenken, die, wenn Du nicht ausreichend akklimatisiert bist, Dir und Deinem Körper ziemlich zusetzen kann. Potosi liegt immerhin zwischen 3976 m und 4070 m Höhe.

Du solltest also keine Klaustrophobie-Ängste haben, nicht übergewichtig sein, keine Probleme mit den Atemwegen, wie etwa Asthma, haben und ausreichen akklimatisiert sein.

In der Regel geht man vor dem Minenbesuch noch auf den Markt der Mineros, um den Minenarbeitern ein paar Mitbringsel zu kaufen. Die Mitbringsel bestehen aus Kokablättern, Dynamit (dieser Markt ist der einzige der Welt, auf dem JEDER, egal ob Einheimischer oder Tourist, Kind oder Erwachsener legal Dynamit kaufen kann), unglaublich starken Zigaretten, 96%igen Alkohol (ja, den trinken die Mineros) oder Softdrinks.

Du solltest darauf achten, dass Du die Tour mit eiem Führer machst, der früher selbst einmal als Minero gearbeitet hat. Der kann dann eine ganze Menge aus dem Nähkästchen plaudern und tut das normalerweise auch gern.

Häufig besucht man auch eine der Verarbeitungsstätten, in denen das Gestein, das aus den Minen herausgeschafft wird verarbeitet wird.

Für mich war diese Tour eines der interessantesten, prägendsten, aber auch erschütterndsten Erlebnisse in Bolivien. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Hier noch ein paar Bilder. leider habe ich für die Antwort so lange gebraucht, dass mich die reisefrage ausgeloggt hatte und ich dann keine Bilder mehr anfügen konnte :-)

Der Cerro Rico in Potosi - (Südamerika, Bolivien, Potosi) Auf dem Markt der Mineros kann jeder legal Dynamit kaufen. - (Südamerika, Bolivien, Potosi) Mineneingang - (Südamerika, Bolivien, Potosi) Verarbeitungsstätte - (Südamerika, Bolivien, Potosi)

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