In mehreren Ländern gelebt haben?

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10 Antworten

Ich finde Deine Idee ausgesprochen interessant. Nach 25jähriger Tätigkeit in Italien kann ich Dir bestätigen, dass dieses Land ein hochentwickeltes Industrieland darstellt und mit Sicherheit keine schlechte Adresse ist. Nach meiner Meinung sollte eine gewisse Kontinuität in Deinem Lebenslauf ersichtlich sein. Ein Aufenthalt in Italien ohne Bezug zum Studium oder zur späteren Tätigkeit in Kanada kann für Dich persönlich bereichernd sein, hinsichtlich der beruflichen Laufbahn ist das jedoch eher kritisch zu sehen.

auswandererin 25.05.2014, 19:00

Ich würde ich dort nicht "irgendwas" machen, nur um mal in Italien leben zu können.

Falls ich einen Job bekomme, dann nur in dem Bereich, in dem ich auch studiert habe. Wenn ich in dem Bereich dort keinen Job bekommen sollte, dann lass ich es natürlich. Pizzabote will ich nicht werden ;)

Wenn ich also vielleicht in Italien einen Job hätte, der Bezug zum Studium hat bzw meiner Tätigkeit dann später in Kanada entspricht, ist es dann auch eher kritisch für den Lebenslauf? Oder ok?

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Für Kanada wäre es vielleicht hilfreicher, wenn Du vorher irgendwo in Frankreich Deine Berufserfahrung sammeln würdest. Wenn schon eine Fremdsprache lernen, dann doch besser die, die Du später auch zwingend brauchen wirst. Denn ob Du später gerade in den englischsprachigen Teilen von Kanada eine Stelle finden wirst, ist fraglich.

Aber ohne Deine Euphorie stören zu wollen - es wird in jedem Fall sehr schwierig werden, in Kanada eine Stelle zu finden. Ich habe mehrere Menschen in meinem Freundeskreis (von Anfang 30 bis über 50), die mit sehr guten Ausbildungen nach Kanada gegangen sind (Stichwort 'skilled worker') - nur zwei von denen arbeiten dort noch in ihren ursprünglichen Berufen. Von Computerfachleuten über Chemiker, Zahnarzt/Dentaltechniker, Bankkaufmann, Bootsbauer und Krankenschwester sind nur der Bootsbauer und die Krankenschwester in ihrem Genre tätig. Alle anderen arbeiten als Taxifahrer, Haushaltshilfen oder Aushilfskräfte. Einige würden sehr gern wieder zurück kommen nach Deutschland, was aber garnicht so einfach ist.

Also sind die geplanten Berufsjahre im europäischen Ausland vielleicht ganz gut, um Dir das Ganze nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Ich liebe Kanada, aber Urlaube, selbst Langzeiturlaube, geben nie den Alltag mit all seiner Mühsal wieder! Selbst gut ausgebildete Kanadier finden oft keine relevanten Stellen in ihrem Land!

auswandererin 25.05.2014, 13:07

Also von den Sprachkenntnissen her wäre auch das französischsprachige Kanada ok, da ich das im Abi als LK hatte und ich würde mich insgesamt schon als einigermaßen sprachbegabt bezeichnen, kann mich auch gut mit Franzosen unterhalten und verstehe sie.

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Ob der Auslandsaufenthalt sich positiv oder negativ auf Deinen Lebenslauf auswirkt, hängt davon ab, was Du in dem Land gemacht hast und was dann später in Kanada Dein Zielberuf ist. Wenn Du zum Beispiel in Deutschland Architektur studiert hast und Dein Italienisch für diesen Beruf dann aber nicht ausreichen sollte und Du dann, nur um unbedingt in Italien leben zu können, da zwei Jahre lang bei der Weinlese hilfst und Pizza ausfährst, macht sich das eher sinnlos. Die Italienischkenntnisse, die Du in diesem Zeitraum erwirbst, beeindrucken keinen Arbeitgeber so dolle, wie ihn die Tatsache abschrecken wird, daß Du nach dem Studium nicht im Studienberuf gearbeitet hast.

Kanada ist ein absolutes Einwanderungsland, die interessiert nur, ob die offenen Stellen in dem Beruf, den Du ihnen anzubieten hast, dort nicht ausreichend von kanadischen Staatsbürgern besetzt werden kann und ob Du ihn gut beherrschst. Wenn Du einen Beruf studiert hast, in dem in Kanada kein Arbeitskräftemangel herrscht, stehen Deine Chancen auf Einwanderung schlecht.

Deine besten Chancen auf Einwanderung nach Kanada hättest Du, wenn Du in Deutschland eine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin (Führerschein CE) machst, in Italien zwei Jahre lang Vierachser über die Alpen fährst und Dich dann nach Kanada bewirbst. Die Kanadier suchen nichts so dringend wie Lkw-Fahrer, die zahlen einem erfahrenen Fahrer den Umzug und holen ihn persönlich vom Flughafen hab.

Roetli 25.05.2014, 18:34

Da hast Du genau ins Schwarze getroffen - für die meisten der anderen Berufe gibt es inzwischen genügend Bewerber aus dem Land selbst...

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Sannemann 25.05.2014, 22:07
@Roetli

Das war auch kein Zufallstreffer. Ich weiß schon, wovon ich schreibe.

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Hallo Auswanderin,

ich weiß zwar nicht was du studierst, aber Auslandsaufenthalte im Lebenslauf kommen immer gut an, bzw. sehr gut an. Daher musst du dich über so was keine Gedanken machen.

Hallo Auswanderin,

also erst mal finde ich es super, dass du dir da gründlich Gedanken machst. Wenn ich sehe, wie überstürzt manche auswandern, da kann ich nur den Kopf schütteln.

Ich glaube nicht, dass es ein Nachteil ist, wenn du in Italien gelebt hast. Im Gegenteil. Die meisten Firmen heutzutage suchen ja fast schon flexible, junge Leute mit möglichst viel Auslandserfahrung. Dazu muss das Land in dem du warst nicht zwingend ein reiches Land sein. Im Gegenteil! Selbst Entwicklungslanderfahrung kommt enorm gut an in der Bewerbung. Das ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal und zeugt davon, dass du kulturelles Verständnis und Lebenserfahrung hast. Italien ist zwar nicht unendlich reich, aber ein Industrieland.

Was das Auswandern angeht, da wird es schon ein bisschen komplizierter. Du kannst über das "skilled Worker" Programm einreisen. An diesen besteht ein übergeordnetes kanadisches Interesse.

Beginnen: Ich würde erst mal ein Jahr in Kanada verbringen (das ist essentiell als Auswanderer!!!) und gibt dir sogar Extrapunkte (siehe unten!). Das Programm dafür heißt "International Experienca Canada". Zuständig ist die Botschaft in Wien!!! Nicht die in Berlin! Einfach mal googlen.

Bedingungen für das skilled Worker Programm (wenn es dann tatsächlich zum auswandern kommt):

  1. Du musst zuerst 10.000 Canadische Dollar nachweisen.

  2. Du benötigst ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge.

  3. Du benötigst mind. 67 Punkte im Einwanderungsprogramm. Max gibt es 100 Punkte zu erreichen. Dazu zählen Bildung (max. 25), Sprachkenntnisse (max. 24), Berufserfahrung (max. 21), Alter (max. 10), Anstellung in Kanada (max. 10), Anpassungsfähigkeit (max. 10)

    a) Bildung: Dauer des Studiums in Kombination mit der Länge des Schulbesuchs

    b) Sprachkenntnisse: Sprachtest, oder Zertifikate (gibts übrigens an der Uni)

    c) Berufserfahrung: max. 10 Jahre zurückliegend, Vollzeit erwünscht, mind. 1 Jahr Vollzeit

    d) Alter: zwischen 21 und 49: 10 Punkte

    e) Anstellung in Kanada: 10 Punkte, wenn du bereits vor Antragstellung eine Stellenzusage oder ein Arbeitsvertrag hast.

    f) Anpassungsfähigkeit: 10 Punkte, wenn du dein Partner eine Berufsausbildung oder ein Studium hat, wenn du mind. 1 Jahr schon in Kanada gearbeitet hast, wenn du in Kanada studiert hast, wenn du ein Jobangebot aus Kanada hast, wenn ein Verwandter Kanadier ist.

  4. Du benötigst eine Vollzeitbeschäftigung von mind. einem Jahr in einem der 29 Berufe der POL Liste (bitte googlen ;-))

  5. Du musst ein Jobangebot eines kanadischen Arbeitgebers nachweisen können.

So, damit hast du schon mal einen ersten Überblick. Wenn noch Fragen sind, kannst du sie gerne stellen.

liebe Grüße

Chris

veilchenfan 26.05.2014, 09:04

Na, da hat sich aber Jemand richtig Mühe gegeben!!! Das ist eine super aufschlussreiche Antwort auf die Frage! Diese Antwort hebt die Qualität des ganzen Forums!

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Du machst dir unnötige Sorgen. Im Gegenteil, im Lebenslauf macht es sich gut, wenn du Auslanderfahrung hast. Nur nicht jeden Monat wechseln, sonst wirkt es flatterhaft. Aber sonst wirkt das gut und zeigt, dass du initiativ bist.
Uebrigens solltest du es natürlich nur dann machen, wenn es dir Spass bereitet. Etwas tun, was nicht zu einem passt, sollte man nicht wegen einem Lebenslauf. Dazu ist das Leben zu kurz.
Tue das, was dich freut und interessiert, dann kommt auch der berufliche Erfolg fast wie geschenkt.
Ich wünsche dir eine erfüllte Zukunft!

Super! Deine Eltern haben es geschafft, Dir wichtige Eigenschaften mit ins (Berufs-) Leben zu geben: Träumen und Neugier! Liebe Auswanderin, besser kann man gar nicht ins Leben starten - meine Meinung und so versuche ich auch meine beiden Kinder ins Leben zu begleiten.

Mach Dir bezüglich Deines Lebenslaufes keine Gedanken; denn das was Du vor hast, wird bei jedem Arbeitgeber gut ankommen (flexibel, neugierig, eigenverantwortlich etc). In drei Ländern gelebt und das in so jungen Jahren - toll. Ich möchte Dich darin bestärken, nach Italien zu fahren und Italienisch zu lernen, Pizza auszufahren, in den Weinbergen zu helfen; womit auch immer Du Dein Geld verdienen kannst. Machen. Einfach machen. Wer weiß, was dann kommt? Vielleicht verliebst Du Dich in einen Italiener und alles wird ganz anders kommen als Du es Dir jetzt vorstellst. Egal. Das ist gut so. Sei offen für alles was kommt, bewahre Dir Deine Träume, aber lebe im Jetzt und hier - jede/n Arbeitgeber/in wird das imponieren! ps. Halte uns auf dem Laufenden!:-)

Ganz im Gegenteil, ich glaub je mehr Erfahrung desto besser..das kommt immer gut an

Hallo,

weil schon viel guter Rat gegeben wurde, wollte ich auf den Aspekt "Lebenslauf" einsteigen. Es kommt nicht so sehr darauf an, in wievielen Ländern Du warst, sondern was Du dort gemacht hast, bzw inwieweit das in einer Beziehung zu deinem Studien- und Berufswunsch steht. Dabei ist es letztendlich egal, ob Du einen Job in Kanada, oder in Deutschland suchst. Ob ein bestimmtes Land arm oder reich ist, tritt auch in den Hintergrund, so lange Du dich sinnvoll beschäftigt hast. Mir haben meine Tätigkeiten in Lateinamerika und Ostafrika jedenfalls keineswegs geschadet. Wenn es um Fremdsprachen geht- Italienisch ist gut für Opernsänger und Amore, mit Mandarin, Spanisch und Französisch kann man auch ausserhalb Europas etwas anfangen. Mit Italienisch nur selten.

LG

auswandererin 26.05.2014, 16:47

Ja stimmt, aber Englisch, Französisch und Spanisch hatte ich jetzt jahrelang in der Schule und im Abi als LK, Italienisch noch gar nicht ;)

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Ich habe 4, fast 5 Jahre in Italien gearbeitet. Hat meine Karriere auch nicht ruiniert.

Also ruhig Italien und dann Kanada.

Kanada hat ziemlich hohe Anforderungen. gute Sprachkenntnisse udn nachweis, dass man sich dort ernähren kann.

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