Ich (w/21) möchte ALLEINE mit Mietwagen 2WD den Oman bereisen. Route: Muskat-WadiShab-Sur-Ras al Hadd-Nizwa-Muskat. Alleine machbar? Kann ich im Auto schlafen?

3 Antworten

Grundsätzlich ist das im Oman schon möglich. Wildcampen darf man aber nicht auf privatem Gebiet ohne zu fragen (ob etwas privat ist, das kann manchmal schwierig herauszufinden sein) und auf Parkplätzen. Innerhalb aller Oasen gibt es z.B. kein nicht privates Gelände und vor touristischen Plätzen gibt es die Parkplätze...

Für 10 Tage in einem Pkw zu übernachten, halte ich, gelinde gesagt, für eher nicht urlaubsfördernd und auch als junge Frau alleine würde ich das nicht machen. Da geht es schon los mit umziehen, sich waschen oder dgl. - irgendein Haus oder Dorf ist immer in der Nähe, auch wenn Du es nicht siehst. Ich habe dort zwar schon öfter allein im Auto übernachtet, aber das war stets in sehr abgelegenen Gegenden, die nur mit Allrad zu erreichen sind. Da würde ich an Deiner Stelle lieber auf günstige Übernachtungen ausweichen. Die gibt es inzwischen fast überall, wo man ohne Allrad-Fahrzeug hinkommt. Über die üblichen Buchungsportale findest Du da bestimmt was passendes. Normalerweise sind die günstigen Quartiere durchaus okay, nur eben meist sehr basic!! Aber das kann man ja über die Bewertungen gut herausfinden. Manchmal sind die richtig günstigen Unterkünfte Apartments, wo Du Dir meist zusätzlich noch etwas zu Essen machen kannst (einkaufen in Supermärkten und auf den Märkten ist günstig!).

Als Frau allein ist man im Oman sehr sicher, solange man sich entsprechend benimmt! Also an Stränden nur im Badeanzug baden, sich gegenüber Männern immer zurückhaltend benehmen, auf Flirtversuche nicht eingehen.

Deine Route wäre soweit okay für 10 Tage. Ins Wadi Shab kann man nicht hineinfahren, da muß man das Auto auf dem Parkplatz unter der Brücke stehen lassen. Das Wadi Tiwi ist gesäumt von Dörfchen, da kann man nirgendwo wild campen bzw. im Auto übernachten. Beide Wadis sind aber schnell von Sur aus über die Autobahn zu erreichen. Die Küstenstraße ist nicht durchgehend von Sur befahrbar bzw. teilweise auch nicht asphaltiert, also vorsicht wg. der Reifen.

Ras al Hadd ist ein eher unattraktiver Ort mit einem großen Militärgelände dahinter. Auch die Strände dort sind von Fischerbooten übersät (und entsprechendem Unrat). Campen könntest Du am Strand zwischen Ras al Hadd und Ras al Jinz, aber da brauchst Du auch ein 4WD-Auto, um hinzukommen. Falls Du wg. der Schildkröten dorthin möchtest, kannst Du nur über die Forschungsstation in Ras al Jinz an einer Führung teilnehmen. Aber die Campsite der Station ist sehr teuer! Von Sur ist es jedoch eine Fahrt von ca. 30km einfach (im Dunkeln!) und nicht immer gibt es Schildkröten zu sehen.

In die Wüste (Wahiba Sands) kannst Du nur mit Allrad und solltest das sowieso nur machen, wenn Du Wüstenfahrten gewohnt bist. Zum Übernachten in den Wüstencamps, von denen es inzwischen viele gibt, kann man an der Überlandstraße/Autobahn abgeholt werden und läßt seinen Pkw am Abholort stehen. Die Camps sind aber nicht wirklich billig und wild campen ist in denen nicht möglich.

Nizwa ist eine relativ ausgedehnte Stadt - aber einen wirklich schönen Platz zum Wildcampen gibt es dort nicht.

Also - selbst wenn Du Dir ein (teures) Allrad-Auto mietest, rate ich Dir vom Wildcampen ab, wenn Du mit den Gepflogenheiten im Land nicht vertraut bist.

Unbedingt beachten solltest Du die Geschwindigkeitsbeschränkungen im Land! Der Oman ist meiner Meinung nach das Land mit den meisten Radar-Kameras (stataionär und mobil!) und Geschwindigkeitsüberschreitungen sind richtig teuer.

Vor allem in den Städten sind inzwischen viele Parkplätze gebührenpflichtig, auch das wird ständig überprüft und geahndet - also immer gut aufpassen! Inzwischen ist so gut wie überall auch Handyparken möglich.

Besonders gut solltest Du auf Tiere auf den Straßen achten - Ziegen und Kamele treiben sich neben den Sraßen (Ziegen sind oft erst im letzten Augenblick zu sehen) und sogar auf Autobahnen herum! Kamele liegen nachts besonders gern auf dem warmen Asphalt, viele außerörtliche Straßen Omans sind daher nachts beleuchtet! An Deiner Stelle würde ich Fahrten während der Dunkelheit deswegen immer vermeiden (die Sonne geht schon gegen 18h unter!!!), Kamelunfälle sind so gut wie immer mit schwerwiegenden Folgen für beide Seiten verbunden!

Vielleicht wäre es doch besser, Dich einer geführten Selbstfahrer-Reise anzuschließen. Hier könntest Du sehr günstig im Wagen des Guides mitfahren (und manchmal vielleicht auch selbst mal fahren). Unter bedu.de/Oman/Selbstfahrer findest Du ein Beispiel, wie so eine Reise aussehen könnte. Wenn Du etwas runter scrollst, ist auch ein Tour für 1 Woche oder so aufgeführt.

Wie auch immer Du Dich entscheidest - der Oman ist für mich eins der schönsten Länder der Welt :-)! Viel Spaß!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Der wunderbar detaillierten und kenntnisreichen Antwort von Roetli kann ich mich nur anschließen. Oman ist ein schönes Land und normalerweise sehr sicher, aber Zurückhaltung Männern gegenüber macht es noch viel sicherer! D.h. auch, nichts herauszufordern, indem Du als Mädchen alleine im Auto übernachtest. Und mit Allrad wärest Du sicherlich besser bedient, wenn Du in abgelegenere Wüstengebiete möchtest. Ansonsten sind die Straßen gut. Viel Spaß!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Gibt zu Roetlis Antwort wenig zu ergänzen.

Ich denke, es wäre eine schlechte Idee, alleine mit Allrad zu fahren. Ansonsten gibt es wohl keine ernsthaften Einwände, falls du einen Vermieter findest, der an 21-Jährige Autos abgibt.

Bezüglich Unterkunft schliesse ich mich ebenfalls dem Vorrredner an. Romanitsch am Strassenrand ist wohl eher nicht … Und für weiter weg von der Strasse bräuchtest du wohl ein anderes Fahrzeug. Habe die Preise nicht gecheckt – aber auch Airbnb gibt es im Oman. Aktuelle Reiseführer sind auch bemüht, bezahlbare Unterkünfte aufzuführen.

Ras al Hadd und Umgebung habe ich auch als eher trostlose Ecke erlebt. Die Schildkröten entschädigen viel, aber nicht alles.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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