Hochland von Äthiopien, wer hat guten Rat?

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3 Antworten

Hallo,

Ich bin gerade erste in paar Stunden aud Äthiopien zurück nach Deutschland gekommen. Die Sicherheitslage fand ich überall im Land von Axum im Norden bis zur kenianischen Grenze ganz im Süden im Omotal vollkommen problemlos. Ich war bis auf einen Flug nur per Bus und zu Fuß unterwegs. Für Mountainbiken ist Äthiopien nur bedingt zu empfehlen. Es geht, das habe ich seit 1999 immer wieder dort gesehen, auch jetzt, würde es aber wegen des überaus rücksichtslosen Verkehrsverhalten der Auto- Bus- und LKW- Fahrer nicht machen. Außerdem hat man auf vielen Strecken mit viel Staub zu kämpfen. Wenn sich ein PKW, LKW oder Bus von hinten hupend nähert, hat man dort gefälligst die Fahrbahn sofort zu verlassen, sonst kann man sich sehr schnell im Krankenhaus wiederfinden. Im Gelände dort mit dem Mountainbike zu fahren, geht nur, wenn man sich da, wo man es tun will, auskennt. Äthiopier tun so etwas nicht. Die, die überhaupt sportlich Rad fahren, fahren mit Rennrädern steile Bergstrecken z.B. von Dire Dawa nach Dangago (Richtung Harar) auf guter Teerstraße hinauf, was aber wegen der kilometerlangen Steigung eine echte Herausvorderung ist. In die tollen Berge der Simien Mountains darf man übrigens mit dem Moutainbike überhaupt nicht. Das muss man an den Eingängen zu diesem Nationalpark oder in einem Camp stehen lassen!!! Wandern ist in Äthiopien aber sehr gut möglich. Dazu ist der Siemien Moutains Nationalpark und auch der Bale Mountains Nationalpark empfehlenswert. Man muss in beiden Parks einen Scout mitnehmen, der übrigens auch bewaffnet ist und sich gut auskennt. Einen Führer will einen die entsprechende Parkbehörde auch gern vermitteln. Den braucht man aber eigentlich, weil man den Scout nehmen muss und der sich auch gut auskennt, nicht. Allerdings sind die Kosten sehr gering. Für die Siemien Mountains kann man vor Ort, allerdings bevor man in den Park selbst hineingeht, gute Zelte und Schlafsäcke made in Germany mieten. Da man dort in Höhenlagen von über 3.500 m übernachtet, muss man sich auf Kälte in der Nacht einrichten. Es können unter Null Grad werden. Tagsüber ist es warm, aber mild, ideal zum Wandern, aber auch ideal um einen Sonnenbrand zu bekommen, Sonnenschutz ist ein MUSS.

Die Aussichten von den Bergen dort sind unvergessliche Erlebnisse. Gelada Baboons (größere Affen) sieht man in Massen, Adler und andere Vögel ebenfalls. Alle anderen Tiere zu sehen, ist Glückssache. Auf jeden Fall macht es sehr viel Spaß. In den Siemien Mountains National Park kommt man am bequemsten und weil Ethiopian Airlines die früheren hohen Sonderpreise für Touristen abgeschafft hat, sehr preiswert, wenn man mit dem Flugzeug von Addis Abeba aus nach Gonder oder Bahir Dar fliegt und von dort aus per Bus (superbillig) oder Taxi (Preis Verhandlungssache, nicht teuer, wenn man geschickt verhandelt) oder Mietwagen übrigens immer mit Fahrer (teuer, um die 1000 bis 1500 Birr pro Tag in den meisten äthiopischen Städten = ca. 43,-- € bis 65,-- € ) nach Debarak fährt, von wo aus man alles weitere mit der Parkverwaltung regeln kann. Ich würde nach Bahir Dar fliegen, obwohl dann die Fahrt bis zum Park noch über Gonder führt, also weiter ist, weil man in Bahir Dar einen tollen Bootsausflug auf die Inseln des Tanasees machen und die Nilwasserfällle besichtigen kann. Beides lohnt sich! In Gonder kann man dann noch die alten Kaiserpaläste besichtigen und hervorragend essen. Für die Zeit im Simien Mountains Nationalpark sollte man sich mit Nahrungsmitteln eindecken. Keine Angst, die braucht man da nicht zu schleppen. Fürs Gepäck mietet man dort ein Maultier, dessen Führer an jedem Übernachtungspunkt wieder zu einem trifft.

Wenn es denn nach Äthiopien gehen sollte, viel Spaß. Ich habe 8 Jahre dort gelebt und fliege jedes Jahr dort hin. Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

eupsk

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Hallo,

wir waren im Dezember 2015 mit einer Kleingruppe per Bus (im Norden) und Jeeps (im Süden) organisiert mit dem Reiseveranstalter World Insight Erlebnisreisen unterwegs. Landschaftlich traumhaft schön, aber trotz einiger Afrika-Erfahrung auch anstrengend. Wir sind selbst leidenschaftliche Radfahrer und waren oft auch schon auf Urlaubsreisen mit dem Rad unterwegs. Die teils schlechten Stassenverhältnisse und grossen Höhenunterschiede haben bei uns keinerlei Bedürfnis nach Radfahren ausgelöst. Auf unserer erlebnisreichen 4-wöchigen Rundreise haben wir ein einziges Reise-Radler-Paar getroffen. 

Gruß 

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