Gibt es in Deutschland heute wirklich No-Go-Areas für Ausländische Besucher?

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4 Antworten

Ich kann mich nur einigen Vorschreibern anschließen! Natürlich gibt es offiziell in Deutschland keine No-Go-Areas! Aber...in einigen neuen Bundesländern hätte ich als ausländisch aussehender Bürger Angst! So sehr ich Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland liebe, ich würde meinen deutschen Freunden mit ausländischen Wurzeln nie den Rat geben, dort ihren Urlaub zu verbringen. Da gibt es richtige Hochburgen, die fest in Neonazi-Hand sind, da spürt man förmlich schon in den Einkaufsmärkten den Fremdenhass. Das ist nicht übertrieben, ich habe es selbst so erlebt. Man fühlt sich wie auf einem Pulverfass, ich war froh, als ich wieder ohne Zwischenfälle den Markt verlassen konnte. Und ich muss dazu sagen, ich habe keinen Migrationshintergrund und sehe "deutsch" aus, was immer man darunter verstehten mag.Also - Nicht einfach blauäugig schreiben - Kann ich mir nicht vorstellen. Es ist leider traurige Wahrheit, dass es mittlerweile in Deutschland solche Ecken gibt, wo man guten Freunden mit ausländischen Wurzeln rät, lieber nicht hinzufahren, oder zu gehen. Ich hoffe sehr für unser Land, dass wir dieses Problem bald in den Griff bekommen!

lisapisa 27.09.2013, 07:52

Gute Antwort. Das sehe ich ganz genau so. Ich dachte, es gab sogar einmal eine Karte, hatte die nicht der Spiegel geduckt?

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Wumbaba 27.09.2013, 10:13

Eine ähnliche eigene erfahrung hat dazu geführt, dass für mich die gegend seit jahren exakt nicht mehr reizt als ausflugs- oder reiseziel.

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Ich würde weniger von No-Go-Areas als von No-Go-Situationen reden. Opfer eines gewalttätigen Übergriffs kann jede/r werden, die Beispiele sind bekannt. Ebenso gab und gibt es die Fälle von rassistisch motivierter Gewalt, die sowohl ortsansässige Migranten erwischt hat als auch zufällig Anwesende. Dennoch würde ich es nicht übertreiben wollen, manche Fälle sind auch medial aufgebauscht und erwecken den Eindruck, es sei schlimmer als es tatsächlich ist.

Ich rate kritische Situationen wie beispielsweise Menschenmengen, Volksfeste in der Provinz, Fussballspiele und deren Nachgang (wie An- oder Abfahrt im Zug), Neubaugegenden nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden, um das Risiko zu minimieren. Ein gewisses Gespür, welche Kneipen geeignet sind, ist auch hilfreich.

Begleitung ist im Zweifel immer eine gute Idee, allein wegen Anzahl. Nazis sind feige, sie greifen nur in (deutlicher) Überzahl an. Selbstbewusstes, bestimmtes Auftreten hilft auch, ebenso ein Gespür für Situationen und die Flexibilität zu erkennen, wann man besser aus der Siuation raus sollte. Auch die Fähigkeit dazu, das noch zu bemerken: sich benebelt zum Pennen auf die Parkbank vorm Bahnhof zu legen, ist (übrigens auch als Mitteleuropäer) keine gute Idee.

dospassos 27.09.2013, 14:36

Hallo AnhaltER1960,

aus eigener Erfahrung möchte ich an dieser Stelle ergänzen, dass nicht nur Nazis feige sind und nur in deutlicher Überzahl angreifen.

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Leider muss man Ausländern vom Besuch der ländlichen Regionen Ostdeutschlands abraten. Aber auch im Westen gibt es inoffizielle No-Go-Areas. Eine Bonner Sprachschule rät ihren ausländischen Sprachschülerinnen davon ab bestimmte Stadtteile zu besuchen, dort sind allerdings nicht Nazis das Problem, sondern ausländische Jugendbanden.

No-Go-Area ist sicherlich übertrieben aber in der Sächsischen Schweiz habe ich immer noch ein ungutes Gefühl - und wenn Du da nicht ausschaust wie deren Vorstellung eines Deutschen, kann es auch mal brenzlig werden. Auch in einigen ländlichen Gebieten Vorpommerns fühle ich mich eher unwohl.

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