FSJ in Südamerika/Afrika ungefährlich?

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3 Antworten

Hallo! Ich habe fünf Jahre in Chile gelebt und bin in Südamerika gereist. Das sind ganz normale Menschen, die dort leben, die meisten sind sehr nett. Idioten gibt es überall, aber sich von denen fernzuhalten versucht man ja auch in Deutschland. Natürlich gibt es gefährliche Ecken in jeder großen Stadt. Aber das ist in Deutschland nicht anders. Wer als Punk durch Berlin-Marzahn rennt, kann mit Ärger rechnen, wer als Muslim in traditioneller Kleidung und Rauschebart zu einer Pegida-Demo geht, wird auch Probleme bekommen.

Deine Eltern haben wohl Sorge um Dich, was von der Eltern-Perspektive verständlich ist, aber sie sollten Dir doch auch ein wenig Vertrauen entgegen bringen, dass Du nicht zwischen die Fronten eines Guerilla-Kriegs gerätst, die in Südamerika immer seltener werden.;-)

Über Afrika kann ich nicht viel sagen, da war ich schon sehr lange nicht mehr. Aber Südamerika ist ein toller Kontinent mit tollen Menschen. Und sicher ist er auch.

Ich drück Dir die Daumen, dass Du doch noch Dein FSJ dort oder in Afrika machen kannst!

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Du solltest Deinen Eltern sagen, daß Du für ein FSJ im Ausland nicht auf Dich allein gestellt bist. Du mußt im Rahmen einer Organisation reisen, die sich auch vor Ort um ihre Freiwilligen kümmert. Es ist auch unwahrscheinlich, daß Du als einziger Freiwilliger irgendwo bist - normalerweise ist eine ganze Gruppe an einem Einsatzort.

Das einfachste wäre, wenn Deine Eltern sich mit Dir gemeinsam zu einer der Trägerorganisationen begeben, damit sie dort die entsprechenden Erklärungen bzw. Bedingungen erklärt bekommen. Wenn sie Dich zu einem verantwortungsbewußten und zuverlässigen Menschen erzogen haben, sollten sie Dich jetzt auch los lassen - irgendwann muß das sowieso sein. Aber davor haben viele Eltern Angst - und natürlich auch um ihr Kind! Es gibt aber fast keine bessere Möglichkeit, das wahre Leben kennen zu lernen, als bei einem Freiwilligen-Einsatz in einem der armen Länder auf unserem Planeten! So ein Einsatz würde auch später in Deiner Vita einen sehr guten Eindruck machen!

Ein Auswahlseminar ist ja noch keine Zusage - wie der Name schon sagt, wird dort erst entschieden, ob Du überhaupt für einen Einsatz ausgewählt würdest. Das zumindest sollten sie Dir erlauben - evtl. könnten sie Dich ja an den Ort des Seminars begleiten, damit sie sehen, wer da noch so alles daran teilnimmt.

In Anbetracht dessen, daß Du offenbar bald 18 und damit dann sowieso volljährig sein wirst und damit Deine eigenen Entscheidungen treffen kannst, werden die Probleme, die sie mit Deinem Vorhaben haben, ja nur ein wenig hinausgeschoben. Sie sollten sich allerdings auch darauf verlassen können, daß Dein Verhalten im Ausland dann auch verantwortungsbewußt und zuverlässig ist!

Vielleicht hilft auch ein Blick auf diese Webseite http://www.ausland.org/de/f/fsj.html, damit sie einen Eindruck bekommen, welche Organisationen sich um Freiwillige kümmern.

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Kommentar von Roetli
01.02.2015, 23:12

PS: Auf der genannten WebSite sind auch Erfahrungsberichte von FSJlern, vielleicht helfen die, Deine Eltern zu überzeugen? Hast Du Deine Eltern in Dein Vorhaben eigentlich von Anfang an eng eingebunden oder nur verlangt, daß sie ihr Einverständnis geben? Manchmal sind wir Eltern halt komisch, wenn wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden :-)

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Kommentar von wanderlustig
02.02.2015, 00:48

Erfahrungsberichte und Internetseiten der Organisationen habe ich ihnen schon gezeigt, nützt leider nichts... Aber ich werde sie diese Woche mal "persönlich" zum Büro einer Organisation bringen, danke für den Rat! :) Leider wollen sie eigentlich dass ich sofort studieren gehe, die weite Entfernung passt ihnen nicht etc. ... Ich hoffe, dass es hilft wenn ich sie mehr einbinde. Leider gab es bei uns in der Stadt einen Vorfall, bei der eine junge Frau bei ihrem Auslandsaufenthalt zufällig bei einer Schießerei starb. Was könnte ich für Argumente anbringen dass es trotzdem selten passiert und unbedenklich ist? :/

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Man kann das natürlich nicht so pauschalisieren. Afrika kenne ich nicht persönlich, Südamerika allerdings sehr gut. Man kann auf keinen Fall sagen, dass Südamerika generell gefählich sei, das ist unsinn. Chile, Argentinien, Uruguay sind zum Beispiel sehr sichere Reiseländer.... vergleichbar mit Österrich oder Frankreich. Natürlich gibt es - wie auf der ganzen Welt - auch Städte oder Stadtgebiete - welche gefählich(er) sind.... Zum Beispiel reisen tausende jugendliche jedes Jahr nach Peru oder Kolumbien. Kein Problem, man muss sich nur gründlich informieren und nicht auf die Panikmache von irgendwelchen Besserwissern hören.... Schade, dass Deine JEltern solche Vorurteile haben :(

Überzeugen kannst Du sie nur, in dem Sie mal mit richtigen Südamerikaprofis sprechen. Die die Region kennen. Wie Viventura oder der Hilfsorganisation ViSocial. Die Horrorstorys kann man zu 80% ins Reich der Märchen verbannen (was Südamerika angeht)

Aufpassen würde ich allerdings bei Anbietern die komplett organisierte Reisen anbieten und mit ungewöhnlichen Tiefpreisen locken. Da wird oft viel versprochen und hitnerher wenig odfer nix gehalten.... Erst mal einen Überblick verschaffen wie zum Beispiel auf www.ausland.org erscheint mir am vernünftigsten

Grüße

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