flugverspätung bei condor

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3 Antworten

Das Problem hatte ich auch schon einmal so ähnlich :) 

Im Grunde brauchst du nur ein wenig im Internet Recherchieren, es ist gang und gebe das du da abblitzt und erst nach langem hin und her etwas bekommst. Das Problem ist, das man selber recht schwer an die Informationen kommt, ob man ein recht auf Schadenersatz hat oder nicht bzw. ob man sich da überhaupt auskennt. 

Wenn du wirklich wissen möchtest ob dir bei so einer langen Flugverspätung auch eine Entschädigung zusteht, kann Ich dir nur raten, entweder selbst zu einem Anwalt zu gehen oder eben einen Online-Dienstleister wie www.fairplane.de/flugverspaetung-entschaedigung/ oder ähnliche in Anspruch zu nehmen.

Hi,

aufgrund der EU Verordnung 261/2004 hast Du eben schon Anrecht auf eine Entschädigung von € 600,--/Person. Diese "privat" gegenüber der Condor durchzusetzen dürfte allerdings schwierig werden da die Airline der Meinung ist, technische Probleme seien nicht Gegenstand dieser Verordnung. Die Fluggesellschaft ist dafür bekannt, Reklamationen nur sehr schleppend zu bearbeiten und Forderungen meist nur nach Gerichtsverfahren zu begleichen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Du kannst Dich an einen guten Rechtsanwalt wenden, der Dir die € 600,--/Personen eintreibt. Im Erfolgsfall kostet Dich das nichts, verliert der Anwalt, zahlst Du allerdings seine- und die Prozesskosten.

Alternativ wendest Du Dich an ein Portal wie Eu-Claim oder Flightright. Dahinter stecken wiederum Rechtsanwälte die das Prozessrisiko einschätzen und dann den Auftrag übernehmen (oder auch nicht). Im Erfolgsfall behalten sie einen Prozentsatz ein, im Verlustfall hast Du kein Risko.

Möglicherweise findest Du auch einen Rechtsanwalt in Deiner Ecke der das auf der gleichen Basis macht. Ansonsten habe ich mit Flightright bisher gute Erfahrungen gemacht.

bye Rolf

p.s. War das von Manaus nach Frankfurt?

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@reiserolf

Du zahlst auch den Anwalt der Gegenseite!

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@tauss

Jupp, drum der Hinweis auf Flightright und EU-Claim. Da liegt das Prozesskostenrisiko einzig bei den Rechtsanwälten und der Gegenseite.

bye Rolf

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Die Geschäftsbedingungen sind so wie von Dir akzeptiert. Worin lag der Schaden? Weder bist Du verhungert noch musstest Du die Nacht auf einer Flughafenbank verbringen. Da gab es also schon härtere Schicksale...

Hi,

da bin ich etwas anderer Meinung. Die Fluggesellschaften erwarten von den Gästen eine zuverlässige Abwicklung des Vertrages. Nach Buchung wird der Reisepreis sofort fällig, der Gast hat bitteschön pünktlich am Checkin zu sein und sich nach den Regeln zu verhalten.

Andererseits streichen Airlines Flüge, ändern Flugzeiten nach Belieben und erheben nach Gutdünken Kerosinzuschläge. Zu einer funktionierenden Airline gehört es auch, ausreichend Personal und technische Ausstattung vorzuhalten, um einen reibungslosen Flugbetrieb gewährleisten zu können.

Wenn eine Fluggesellschaft aber spart, indem sie entsprechende Nachschubverträge nicht abschließt und im Fall eines technischen Defektes 26 h benötigt um die Maschine zu reparieren (anstatt z.B. eine Ersatzmaschine zu organisieren), so spart sie auf Kosten der Kunden.

Die EU Verordnung ist seit Langem einmal wieder ein Mittel, den Herrschaften in den Chefetagen der Fluggesellschaften klar zu machen wer ihr Gehalt bezahlt (davon abgesehen dass es auch Airlines gibt bei denen a) sich diese Fälle nicht so häufen wie bei der Condor und b) die im Falle des Falles relativ unkompliziert bezahlen).

bye Rolf

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@reiserolf

Die Entschädigung liegt nicht bei genau 600.- Euro sondern BIS 600.- Euro. Der Betreuungspflicht kam Condor offensichtlich nach. Ob der reine Eitverlust mit bis zu 600.- entschädigt wird, lasse ich in diesem Fall dahingestellt. Denn der Hauptschaden war die zusätzliche Übernachtung- und dieser Schaden wurde beseitigt.. Lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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@tauss

Die Entschädigung liegt bei 600 Euro für diese Entfernung. Das bis zu ist entfernungsgestaffelt.

Im Übrigen schliesst die Entschädigung ausdrücklich nicht die Betreuungsleistungen ein.

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@tauss

Hi,

diese angegebenen Fixbeträge beziehen sich ausschließlich auf die Entschädigung für die Flugverspätung. Die Betreuungsleistungen sind davon nicht berührt. Wären die nicht erbracht worden, müsste die Condor noch mehr bezahlen.

Eigentlich bin ich kein Prozesshansel aber bei der Condor ist es tatsächlich so, dass KEINE mir bekannte Reklamation der letzten Jahre zeitnah und für den Gast positiv bearbeitet wurde. Das widerstrebt meinem Gerechtigkeitssinn.

bye

Rolf

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@reiserolf

also sorry - die Airline spart nicht auf Kosten des Kunden wenn die Maschine 26 Stunden wegen Reparatur nicht in die Luft kann - hast du dir mal ausgerechnet was es kostet eine Ersatzmaschine inkl. Crew von Deutschland leer nach Brasilien zu fliegen? Mal davon abgesehen dass keine Airline Maschinen einfach zu rumstehen hat. Wenn dies nämlich so wäre würden die Tickets so teuer dass kein Mensch mehr fliegen würde.

Sicher ist die Situation blöd wenn einem sowas passiert, aber die Frage ist wirklich - welchen Schaden hat man letztendlich. Diese ganze Klagerei wegen lausiger 600 Mäuse treibt doch nur die Ticketpreise in die Höhe - oder glaubt ihr wirklich der Herr Direktor zahlt das von der Gattin ihrem Haushaltsgeld? Wenn die Gefahr besteht dass man immer damit rechnen muss ausser Hotel und Essen auch noch Entschädigungen zu zahlen wird das bei der Ticketpreispolitik schön berücksichtigt - das ist ein Bumerang.

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@AnhaltER1960

Dann würde ich mal prozessieren und bin (bei einer technischen Panne) sehr auf Euer Ergebnis gespannt ;)

Dessen ungeachtet neige ich sehr der Auffassung von @Revolera zu. Diese Schadensersatzhanselei , wo kein Schaden, sondern bestenfalls ein kleines Ärgernis besteht, ist nur preistreibend.

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@Revolera

Hi,

und wo ist dann die Grenze ab der man klagen darf/soll? Ab 48 Stunden, ab 96? Wenn man ein lausiges Flughafenhotel als Warteunterkunft bekommt weniger lang wie wenn das Hotel sehr gut ist?

Andere Airlines bekommen das Thema relativ gut in den Griff, nur Condor nicht. http://www.tourexpi.com/de-de/news.html~nid=70626

bye Rolf

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@reiserolf

Man DARF immer klagen... :)

Die Frage ist, ob es sich lohnt und ob es verhältnismäßig ist. Als durchaus zufriedender Condor Vielflieger habe ich übrigens, im Gegensatz zu vergleichbaren Gesellschaften, noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Evtl. habe ich auch nur Glück gehabt. Mag sein.

Dessen ungeachtet halte ich die Interpretation der Condor gegenüber dem Fragesteller für korrekt. Ich sehe keine Anspruchsgrundlage für die bis zu 600.-- bei einem unvorhersehbaren techn. Defekt. Condor kann offensichtlich nachweisen, dass die Wartung der Maschinen ordnungsgemäß erfolgt. Evtl. ist auch das der Grund, warum die Gesellschaft Ansprüche bislang gut abwehren konnte. Aus diesem Grund sehe ich, im Gegensatz zu @Anhalter , auch keinen ADDITIVEN Anspruch.

Ich würde klagen, sobald mir das Personal blöd daher kommt und mein Ersatzhotel tatsächlich eine unzumutbare Absteige gewesen wäre. Außerdem wenn erkennbar auf ein Problem, auch nach stundenlangem Warten, nicht hingewiesen worden wäre. Der Defekt einer Maschien ist z. B. früh bekannt. Ein solches weiteres Problem geht aus der Frage aber nicht hervor.

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@Revolera

Glücklich, wer 600 Euro als lausig bezeichnen darf.

Aber was hat das damit zu tun, wenn der Vertragspartner sich rechtswidrig verhält und die qua Gesetz zustehenden Leistungen verweigert ? Von Schwamm drüber werden Flugtickets auch nicht billiger. Wetten, eine Anzahl X Entschädigungen ist im Flugpreis einkalkuliert ?

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@AnhaltER1960

Wer redet von lausig ?

Allerdings wird ein gerichtlicher Streit über 600.-- Euro in der Regel durch Gerichtsgebühren und Anwaltskosten übertroffen. Nochmals: Wenn Ihr der Auffassung seid, dass sich Condor rechtswidrig verhält und Art. 12, 1 nicht einschlägig ist, kann man (insbesondere bei einer Rechtsschutzversicherung) klagen.

Auf den Ausgang können wir gerne eine Wette abschließen.

Dessen ungeachtet sind die Entschädigungen in der Tat in den Preis einkalkuliert. Alles andere wäre eine höchst unseriöse Kalkulation. Wenn allerdings Entschädigungen plus Übernachtung plus Verpflegung sogar weit den Flugpreis übersteigen, wird eine Kalkulation nicht günstiger. Wenn ich für einen Tausender mit einem Charterer um den Erdball fliege, nehme ich die eine oder andere Einschränkung eben wegen dieses Flugpreises in Kauf.

Und ich nehme eher in Kauf, dass ein Flieger zur Reparatur am Boden bleibt, bevor eine Linie aus betriebswirtschaftlichen Gründen Wartung vernachlässigt oder ihre Flugkapitäne zwingt, Risiken einzugehen.

Insofern halte ich diese vermeintliche Stärkung der Verbraucherrechte für ein höchst zweischneidiges Schwert.

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@tauss

Revolera redete von lausig .... "* Diese ganze Klagerei wegen lausiger 600 Mäuse....*"

In 12 (1) geht es um weitergehenden Schadensersatz (also über Betreuungsleistungen und Entschädigungszahlung hinaus), wie beispielsweise für den Verlust eines Anschlussfluges oder die Premierenkarten für die Oper (was immer man in den 26 h verpassen kann). Da hätte ich auch Zweifel, ob eine Forderung erfolgreich wäre. Hat aber nix mit der Entschädigungszahlung als solcher zu tun.

Ob eine EU-Verordnung politisch opportun ist, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein (und beileibe nicht nur in diesem Fall....). Ändert nichts daran, dass sie geltendes Recht ist.

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@AnhaltER1960

Einverstanden. Deshalb fragte ich, worin der Schaden besteht. Bezüglich Opernkarten oder Anschlussflügen ist nichts vorgetragen. Es geht um reine und sicher sehr ärgerliche Zeitverzögerung wegen des Triebwerkdefekts.

Und den pauschalen Anspruch sehe ich bei dem techn. Defekt wie ausgeführt nicht. Insofern stimme ich auch nach nochmaliger Lektüre der Richtlinie der Condor Auffassung zu. Aber ich kann mich irren, zumal ich kein Reise- sondern Arbeits- und Sozialrechtler bin.

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