Euere persönlichen Highlights in Bolivien?

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5 Antworten

Hallo,

also zu den Highlightshatte ich hier: http://www.reisefrage.net/frage/welches-lateinamerikanische-land-wird-am-meisten-unterschaetzt letztens schon mal ausführlicher etwas geschrieben. Da ich länger in Bolivien gelebt und gearbeitet habe, könnte ich deine Frage in Buchform beantworten.

Nur mal eine Auswahl:

  • ich war noch nie in einem Land mit so ausgezeichneter Fernsicht, besonders auf dem Altiplano. Einmal konnte ich den höchsten Berg des Landes, den Sajama aus einer Entfernung von knapp 500km bestaunen. Den eigentlichen Berg sah man nicht mehr, aber die Gletscherhaube dieses wunderschönen, ebenmäßigen Vulkans war gut zu erkennen und schien über der Landschaft zu schweben. Auc der Parinacota und der Pomerape, zwei vergletscherte Zwillingsvulkane, sind einmalig schön, sie liegen an der chilenischen Grenze.

  • Im Intersalargebirge habe ich einmal mit Kollegen einen Vulkankrater aufgesucht, den wir zuvor auf einem Satellitenbild gefunden hatten. Von aussen wirkte dieser namenlose Krater wie ein Erdhügel und erschien völlig unauffällig. Ein uns begleitender Einheimischer, der ca. 35km entfernt aufgewachsen war und gelebt hat, schüttelte den Kopf und fragte sich, was wir gerade hier wollten. Wir ließen uns aber nicht beirren und erreichten nach möglichst vegetationsschonender Geländefahrt mit unserem G-Benz und VW-Syncro eine kleine Öffnung im Kraterrand. Als wir ausgestiegen und ein Stück gegangen waren, öffnete sich der praktisch Kreisrunde Krater vor uns, der einen Durchmesser von mehreren Kilometern hatte (ich müsste nochmal genau nachsehen). In der Mitte befand sich ein schneeweisser, ebenfalls fats kreisrunder Salzsee, der etwa einen Durchmesser von 1-1,5km hatte. Da wir Anfang November unterwegs waren, blühten überall Säulenkakteen, die mehrere Meter hoch waren, in weiss rosa und purpurrot. Auf dem Boden blühten weiterhin kleinere Kakteen in gelb, rot, rosa und sogar grün. Im Krater liefen vicunas umher. Ein zauberhafter Geheimort- Koordinaten gibt es deshalb auch keine.... ;-)

  • Die Besteigung des Uturuncu (mein 6000er), der im Sur Lipet liegt, dort auch die Laguna Verde und die zauberhafte Laguna Colorada- letztere ist tiefrosa-rot und wirkt durch die Salzkrusten wie Tomatensuppe mit Schlagsahne. Am Ufer grüne Vegetatiosmatten und in der Lagune zehntausende Flamingos- auch hier aufgrund der Höhe und der Luft unglaublich intensive Farben.

  • Noch zum Tiefland: Dort die Begegnung mit Flussdelfinen die neugierig waren und sehr nah an einen herankamen, die Begegnung mit einem Jaguar, die Verantwortung für ein Klammeraffenbaby, dessen Muttergeschossen wurde und das ich aufzog und später im Zoo abgab, wo es heute noch lebt. Vor allem auch das gemeinsame Leben in einer indianischen Gemenischaft im Regenwald, wo wir ein fischzuchtprojekt durchführten- damit eben nicht mehr so viele Affen geschoccen werden- hat auch geklappt. Überhaupt der Regenwald mit seinen Stimmen, seiner biologischen Vielfalt und den immer neuen Wundern.... Auf den letzten Bergzügen der Anden hat man übrigens das rein subjektive Gefühl, über das ganze Amazonasbecken blicken zu können.

  • Zu dem Landschaftlichen Wundern des "Camino de la muerte hatte ich woanders schon etwas geschrieben und auch zu den Gefahren.... Wer etwas zu den Kulturgütern lesen möchte, sollte obigem Link folgen. Besonders beeindruckt hat mich z.B. die Darstellung einer dreibrüstigen Gottheit an der Fassade der katholischen Klosterkirche San Francisco in La Paz- nur ein Beispiel, ebenso wie die präinkaischen Kultstätten Samaipata und Tihuanacu, jaa, natürlich auch die Jesuitenmissionen im Chiquitano-Gebiet.

  • Auch die Gemeinschaft mit den Menschen, besonders im Gran Chaco in VillaMontes, wo ich wie ein Sohn und Bruder aufgenommen und behandelt wurde. Die Distanz zu den Hochlandindianern ist größer, man braucht Zeit um ihre besondere Kultur kennen zu lernen.

So- das war es dann mal, ich könnte noch länger weiterschreiben, so z.B. über den unglaublichen salar de Uyuni......

LG

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Kommentar von germanos
17.03.2011, 20:48

es scheint, du musst da mal wieder hin, so wie du schwärmst :-)

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Kommentar von Luzifer
25.12.2011, 21:54

Danke!! Die Antwort ist wirklich super. Das werd ich in meiner Planung berücksichtigen!

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Ich bin nicht so ein Experte wie Seehund und kenne mich in Bolivien nicht ganz so gut aus... aber für mich persönlich war neben Uyuni noch die Fahrt mit dem Fahrrad die Deathroad runter ein ganz großes Highlight. Diese Fahrt ist aber wirklich nicht ungefährlich und nicht für jeden was! Ich möchte dieses Erlebnis jedoch nicht missen :)

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Ganz aktuell: Mein persönliches Highlight in Bolivien war ein 4-Tages-Aufenthalt im Serere, einem privaten Naturschutzgebiet an den Madidi-Nationalpark angrenzend!

Das Camp, die Mitarbeiter dort, das grandiose Essen, die Ruhe, die vielen Tiere, das 'Feuerwerk' vielfarbiger Glühwürmchen, wenn wir abends vom Fischen zurück kamen, das Schlafen in 'Cabanas', die nur aus Fußboden auf Stelzen und Schilfdach und dazwischen Moskitonetzen bestehen - konnte beim Aufwachen den Affen beim fröhlichen 'Morgenturnen' zuschauen und, und, und...

Die Besuche dort kann man buchen über www.madidi-travel.com, es gibt ein Büro von denen in La Paz und eins in Rurrenabaque, von wo aus es noch etwa 2,5h mit dem Langboot auf dem Rio Beni entfernt ist!

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Wow, der Antwort von Seehund ist eigentlich wirklich nichts mehr hinzuzufügen... Mein persönliches Highlight in Bolivien war die Salzwüste Salar de Uyuni, weil isch so eine Landschaft in keinem anderen Land jemals zuvor gesehen hatte und mir wie auf einem anderen Planeten vorkam. Bolivien hat natürlich noch viele weitere Highlghts, aber die Salzwüste hat mich am meisten beeindruckt! Zieh dich für dieses Unternehmen aber warm an, ich habe dort nämlich gefroren wie noch nie in meinem Leben!

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Kommentar von Seehund
22.03.2011, 13:32

Ich auch, und die Winde können einen am Abend bzw. Morgen wegpusten. Mein Tipp dort: Die Isla del Pescado- wenn auch kein Geheimtipp mehr. Die "Insel" heisst so, weil sie, wenn es auf den Salar geregnet hat, ihre Silouette durch Spiegelung verdoppelt und dann wie ein Fisch aussieht. Nix für Angler ;-) Nicht die touristisch gemästeten Viscachas füttern.

LG

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. Salar de Uyuni Tour, vor allem die Laguna Colorada und die Laguna Verde - unglaubliche, teilweise surreale Landschaften.

. Regenwald-Tour im Serere (mit Madidi Travel), übernachten in offenen (Moskitonetze) Holzbauten im Regenwald - wahnsinns Geräuschkulisse.

. Titicacasee mit einer Wanderung über die Isla del Sol: http://www.trip-insider.com/tips/info/tour/isla-del-sol-wanderung-ueber-die-isla-del-sol.html, unglaubliche Aussichten auf beschneite Andengipfel vor blauer Seekulisse.

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Kommentar von rfsupport
30.08.2011, 12:14

Liebe ReiseChica,

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Herzliche Grüße,

Caro vom Support

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