Essen in den Restaurants der Badeorte an der oberen Adria tatsächlich eher mau?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da kann man natürlich geteilter Meinung sein, ob Massentourismus "schauerlich" oder "extrem" ist. Sind wir nicht alle (Massen)Touristen - fast überall in der Welt und im Leben sowieso? Pauschalurteile sind also absolut unangebracht und wenn man in einer Lokalität schlechte Erfahrungen gemacht hat, kann man das nicht auf alle in der Region übertragen.

Sicher gibt es einen Apassungseffekt der Gastronomie an die Touristen nicht nur "an der oberen Adria", sondern überall in der Welt. Andererseits gibt es in Touristenzentren viele Restaurants, entsprechend einen heftigen Wettbewerb und da dürfte es nicht sonderlich schwer fallen, wirklich gute Restaurants herauszufinden. Einheimische - Handwerker z.B. sind ja oft leicht erkennbar - sind da eine gute Orientierung. Oder man muß mal einfach ein Stück "um die Ecke" gehen. Wenn das Essen nicht gut oder zu teuer ist, sollte man das im Restaurant auch sagen.

Vielleicht noch für Italien eine kleine Restaurant-Orientierungshilfe. Zunächst sollte man sich immer an der Speisekarte und den Preisen (die teuersten Restaurants haben kaum die normalen Einheimischen als Kunden und es sind nicht unbedingt die besten) informieren. In Italien ist es ebenso wie in Deutschland Vorschrift, daß die ausgehängt oder ausgelegt werden muß. Dann als Faustregel: Je mehr Tischdecke - desto teurer. Also Lokalitäten mit einfachen Holztischen, wo dann zum Essen nur eine kleine Papiertischdecke dazukommt, sind preiswerter und oft nicht die schlechtesten, weil ggf. für die Einheimischen. Dann steigert sich das: Papiertischdecke, Stofftischdecke, Stofftischdecke mit einer Papiertischdecke drüber, zwei Stofftischdecken, zu zwei Stofftischdecken noch eine Stoffserviette dazu...

Preiswerte hausgemachte Gerichte gibt es in der Trattoria. Zum Mitnehmen gibt es z.B. Pizza a Taglio in der Rosticceria oder in der Porchetta Spanferkel im Brötchen. Tavola Calda und Paninoteca sind Selbstbedienungs-(steh)imbisse. Ristorante sind vornehmer und teurer. Imbiß-Buden oder -Wagen vor wichtigen Sehenswürdigkeiten sind die reinsten Beutelschneider. Nur bei Gefahr, ansonsten vor Durst oder Hunger umzufallen, sollte man hier kaufen.

Witzige Faustregel. Aber da ist schon was dran.

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@gourmet

Da ist mir im Eifer des Gefechts ein kleiner Fehler unterlaufen: Porchetta ist Spanferkel. Es müßte Porchetteria heißen, wenn man ein dafür spezielles Restaurant meint, aber solche, die auschließlich Porchetta anbieten, gibt es eigentlich gar nicht. Übrigens: In so mancher Pizzeria gibt es auch noch andere Hauptgerichte und nicht nur Pizza.

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@LotharPawliczak

doch, LotharPawliczak - ganz nett und höflich sag ichs: Porchetterie gibt es - nur nicht an der Adria - sie sind im Alto Adige heimisch!

liebe Grüsse!

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Wie schon gesagt liegt das am Massentourismus... Bemühe Dich ein bisschen abseits der grossen Strände und Promenaden zu essen ruhig mal in kleine lokale in nebenstrassen, da hat man erstaunlich oft glück!

Es kiegt nicht an der regionalen Küche. Aber die Strände an der oberen Adria sind von einem schauderlichen Massentourismus überprägt. Wie fast überall auf der Welt, passt sich die Gastronomie auf den Geschmack eines internationalen Publikums, das eh nicht zum Stammkinden gewonnen werden muss, an.

Das heisst, es wird schon auch die Lokale geben, in denen auch die Einheimischen essen. Die sind dann nicht vorne in der ersten Reihe, oder dort, wo die Hotelburgen sind Man muss sie finden. Fragen. Auch zehn Kilometer ins Landesinnere wirken oft Wunder.

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