Frage von Rundreisefan, 96

Braucht man bei einer üblichen Rundreise mit einem Reiseveranstalter von Nord nach Südvietnam eine Malariapropylaxe?

Antwort
von Caveman, 47

Hm, da warnt ein Reisedienstleister vor "selbsternannten Aerzten" und gibt dann trotzdem einen medizinischen Ratschlag. Der lautet: "Wenn's die Kasse zahlt, mach's. Zahlt die Kasse nicht, lass es sein." 

Ist das Risiko denn geringer, wenn die Kasse nicht zahlt? Warum sollte man es als Selbstzahler nicht machen, wenn man's bezahlt bekommt aber doch?

Eine Malariaprophylaxe gibt es nicht, wie huahin schon ganz richtig geschrieben hat. Was manchmal faelschlicherweise als Prophylaxe bezeichnet wird, ist die Einnahme von Medikamenten zur Malariabehandlung einer gar nicht vorhandenen Erkrankung. Damit bekaempft man also eine Erkrankung, die man gar nicht hat, um dann, wenn man sie sich holen sollte, gleich entsprechende Medikamente im Koerper zu haben. Ich weiss nicht, ob es heute ueberhaupt noch irgendwelche Gebiete auf der Welt gibt, fuer die so etwas empfohlen wird. Vielleicht in Afrika und/oder Teilen Suedamerikas? Keine Ahnung.

Gelegentlich wird die Mitnamhe von "Stand By" Medikamenten empfohlen. Diese nimmt man erst ein, wenn man bereits an Malaria erkrankt ist. Problematisch ist hierbei aber die korrekte Diagnose. Kaum ein Reisender wird selbst in der Lage sein, zweifelsfrei eine Malaria zu diagnostizieren (geht auch nur mit Laborausruestung). Es besteht somit die Gefahr, dass die Medikamente voreilig eingenommen werden koennen, ohne dass ueberhaupt eine Malariaerkrankung vorliegt. Dies kann bei Erkrankungen mit aehnlichen Symptomen (z.B. Dengue Fieber) sogar gefaehrlich werden.

Die Mitnahme von "Stand By" Medikamenten macht nur bei Reisen in sehr abgelegene Gebiete ohne ausreichende medizinische Versorgung einen Sinn (der naechste Arzt mit entsprechenden Medikamenten kann nicht innerhalb von 2 Tagen erreicht werden). Ich halte es fuer unwahrscheinlich, dass dich deine Reise in solche Gebiete fuehren wird.

Also bei Malariaverdacht sofort zum Arzt. Der hat dann auch die passenden Medikamente fuer dich.

Kommentar von TJtravelde ,

Aufgrund der vielen Einwände, in Vietnam gibt es Gebiete, in denen Malaria bereits übertragen wurde, das Risiko ist jedoch sehr gering, in den Küstenregionen nicht vorhanden. Aber wer weiß denn schon, ob die Rundreise nicht auch durch die Reisfelder im Hinterland geht?

Bei Google findet man die Karte, kann leider keinen Link einfügen. 

Manche Krankenkassen, wie z.B. die AOK übernehmen im Rahmen jährlicher Zusatzleistungen auch die Kosten für ein Malariamedikaments. Dieses kann man zur Prophylaxe einnehmen, oder mit in den Urlaub nehmen. Sollte es dann zu einer bestätigten Malariaerkrankung kommen, so hat man ein Medikament dabei und braucht es nicht mehr kaufen. 

Diese Optionen sollte man schon nennen, Damit Rundeisefan selbst entscheiden kann, was er macht. Generell davon abzuraten, halte ich aber nicht für richtig.   

Liebe Grüße

Kommentar von Caveman ,

Nicht das Malariarisiko im jeweiligen Reisegebiet ist entscheidend sondern Qualitaet und Erreichbarkeit der dortigen medizinischen Versorgung. Die Qualitaet scheint in vielen Gebieten Vietnams tatsaechlich nicht sehr hoch zu sein. Ich denke aber, dass man als Rundreiseteilnehmer immer in der Lage sein duerfte, innerhalb von 2 bis max. 3 Tagen eine vernuenftige medizinische Einrichtung zu erreichen. Wenn ich damit richtig liege, waere die Mitnahme von Malariamedikamenten ueberfluessig (der Arzt wird hoechstwahrscheinlich sowieso andere als die mitgebrachten einsetzen).

Ich lebe in einem Gebiet, in dem es immer wieder mal vereinzelte Malariafaelle gibt (Nordostthailand). Malariamedikamente habe ich keine im Haus. Wozu auch? 

Kommentar von Roetli ,

Da hast Du in jedem Fall recht, Caveman! Es sind ja im Ernstfall nur Medikamente sinnvoll, gegen die vor Ort noch keine Resistenzen bestehen - und das kann nur direkt vor Ort entschieden werden! Es gibt jedes Jahr schlimme Verläufe von Malaria-Erkrankungen, die fast ausschließlich darauf zurück zu führen sind, daß irgendwelche Medikamente wahllos genommen werden und damit die endgültige Behandlung mehr und mehr erschwert wird!

Antwort
von Armando696, 30

Ich reise jeden Winter nach Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, für 2-3 Monate. Ich bin noch nie an Malaria erkrankt. Eine Prophylaxe gibt es nicht. Bei Malariasymptomen (sehr hohes Fieber) sofort zum Arzt, durch einen Bluttest lässt sich feststellen ob Malaria oder Denguefieber vorliegt. Die Sympthome sind sehr ähnlich, bei Dengue kommen Gliederschmerzen und Kopfweh dazu.

Antwort
von TJtravelde, Business, 49

Hallo, es gibt in Vietnam Gebiete, in denen Malaria bereits vereinzelt aufgetreten ist, wenn deine Krankenkasse das Mittel zur Malariaprophylaxe bezahlt, nimm es mit, wenn nicht, lass es weg. Vietnam ist eigentlich Malariafrei, auf dem Land, grade dort, wo Reis angebaut wird, gibt es aber ein sehr geringes Risiko einer Malariaansteckung.  Auf selbsternannte Ärzte würde ich in diesem Forum nicht hören. 

Wenn du schon einmal sehen möchtest, was dich in Vietnam erwartet, schau mal auf unsere Seite.

Liebe Grüße und einen schönen Urlaub, TJ-Travel 

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